Zahlreiche Besucherinnen und Besucher fanden sich in der Arberger Mühle ein. Unter dem bundesweiten Jahresmotto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" wurde dort der diesjährige Tag des offenen Denkmals im Land Bremen feierlich eröffnet.
Mühleneigentümer Werner Möller, dessen Familie die Mühle bereits in vierter Generation besitzt, und Jörg Meyer, Vorsitzender des Fördervereins, erinnerten an die historische Bedeutung des Bauwerks. Seit ihrer Errichtung im Jahr 1803 war die Arberger Mühle neben der Kirche ein wichtiger Kommunikations- und Treffpunkt für die Bauern in Arbergen.
Nach ihrer Stilllegung im Jahr 1968 hat sich die Mühle erfolgreich neu erfunden. Heute ist sie ein lebendiger Ort für Kultur, Bildung und gesellschaftliches Miteinander, unter anderem für Trauungen, Tagungen und als Atelierstandort der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg.
In einem von Landeskonservatorin Dr. Christine Onnen verlesenen Grußwort des verhinderten Dr. Andreas Mackeben, Abteilungsleiter beim Senator für Kultur, wurde die Arberger Mühle als älteste und "würdigste" Windmühle Bremens gewürdigt. Sie sei ein Glücksfall für das kollektive Gedächtnis und mache die Arbeit früherer Generationen unmittelbar begreifbar.
Landeskonservatorin Dr. Christine Onnen, die im Oktober 2025 die Nachfolge von Georg Skalecki antrat, leitet das Anfang 2026 neu strukturierte Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Seit Jahresbeginn sind die beiden bislang eigenständigen Fachbereiche in einer gemeinsamen Behörde vereint. Ihre bisherigen Standorte behalten sie jedoch bei: Die Archäologie ist weiterhin "An der Weide" nahe dem Hauptbahnhof ansässig, während die Bau- und Kunstdenkmalpflege ihren Sitz in der Sandstraße hat. Berührungspunkte gibt es in der praktischen Arbeit dennoch – etwa an der Arberger Mühle. Dort fanden jüngst Grabungen statt, bei denen Funde ans Tageslicht kamen, die auf menschliche Aktivitäten vor rund 6000 Jahren hindeuten. Passend dazu präsentierte Dr. Christine Onnen gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter Uwe Schwartz den 23. Band der Schriftenreihe "Denkmalpflege in Bremen" mit dem Titel "Stadt am Fluss". Dabei präsentierten sie auch ein mehr als einen Meter langes Leporello mit einer Panoramaansicht der Stadt von der Weser aus gesehen. Band 23, Denkmalpflege in Bremen
Des Weiteren lenkte die Landeskonservatorin den Blick auf ein wichtiges Zukunftsthema: die Integration erneuerbarer Energien in den Denkmalschutz. Die Frage sei längst nicht mehr ob, sondern wie und wo Solaranlagen denkmalverträglich installiert werden können. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die kürzlich installierte Photovoltaikanlage auf dem Mühlenanbau. Sie kommt vollständig ohne Eingriffe in die historische Bausubstanz aus und entspricht damit einem wichtigen Anliegen der Denkmalpflege.
62.000 Euro für die Arberger Mühle
Zum Tag des offenen Denkmals öffneten im Land Bremen insgesamt 65 historische Orte ihre Türen. Dr. Wolfram Seibert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) dankte den zahlreichen Denkmaleigentümern und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Zum Abschluss überreichte er dem Förderverein einen symbolischen Förderbescheid über 62.000 Euro. Damit können wichtige Arbeiten an der Mühle und dem Motorenhaus, darunter die Instandsetzung der Galerieauflage und der Anstrich des Mauerwerks, umgesetzt werden.
Auch das vielfältige Programm an den weiteren Denkmalorten im Land Bremen wurde gut angenommen. In Bremen fanden unter anderem Veranstaltungen in der Kirche St. Johann und der ehemaligen Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld statt.
Führungen führten entlang des Hafenufers zur HAG-Straße, über den Huckelrieder Friedhof und an der Stadtwaage stand die Weserrenaissance im Mittelpunkt des Rundgangs "Die Weserrenaissance in Bremen und was von ihr geblieben ist".
In Bremen-Grohn konnten Interessierte den Campus der Constructor University und die Amerikanische Kapelle bei Führungen entdecken. Auch in Bremerhaven bot der Denkmaltag Gelegenheit, besondere Orte kennenzulernen, darunter das Stadttheater Bremerhaven und die historischen Brücken der Stadt.
Der Tag des offenen Denkmals hat einmal mehr gezeigt: Denkmale sind lebendige Treffpunkte und besondere Knotenpunkte in einem gewachsenen historischen Netzwerk.