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Tag des offenen Denkmals® am 13.09.2026

"NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur"

Bei freiem Eintritt werden wieder zahlreiche Denkmale geöffnet sein, die sonst im Alltag für das interessierte Publikum nicht zugänglich sind.

"NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" – das diesjährige Motto des Tags des offenen Denkmals mag zunächst technisch klingen, öffnet jedoch den Blick auf vielfältige Verbindungen zwischen Bauwerken, Menschen und Gesellschaft. Denkmale stehen selten für sich allein, sondern sind Teil größerer Netzwerke aus Technik, Wissen, Wirtschaft, Mobilität und sozialem Austausch – damals wie heute. Das diesjährige Programm zeigt diese Vielfalt eindrucksvoll: von den Bremer Mühlen wie der Mühle am Wall oder der Arberger Mühle, die von historischen Versorgungs- und Wirtschaftssystemen erzählen, über Kirchen wie den St. Petri Dom oder die Große Kirche Bremerhaven bis hin zu den Friedhöfen Riensberg und Huckelriede als Orte religiöser, gesellschaftlicher und kultureller Erinnerung. Auch die Wallanlagen, Burg Blomendal, das Schulschiff Deutschland und die Brücken in Bremerhaven zeigen unterschiedliche Formen der Vernetzung. So entsteht ein vielschichtiges Bild von Infrastruktur, das weit über Straßen und Bahnhöfe hinausgeht und Denkmale als Knotenpunkte unserer Geschichte erfahrbar macht.

Eröffnung
Der Tag des offenen Denkmals® wird am Sonntag, 13. September 2026 um 11:00 Uhr in der
Arberger Mühle, Arberger Heerstraße 90, 28307 Bremen, feierlich eröffnet.

Die Grußworte sprechen:

  • Werner Möller, Eigentümer der Arberger Mühle
  • Dr. Andreas Mackeben, Abteilungsleiter, Senator für Kultur
  • Dr. Wolfram Seibert, Leitung Ortskuratorium Bremen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • Dr. Christine Onnen, Leiterin und Landeskonservatorin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie

Musikalischer Rahmen: Erwan Tacher & Martin Gruet

Anfahrt: Mit dem Zug RS1 ab Bremen Hauptbahnhof in Richtung Verden bis zum Bahnhof Mahndorf, anschließend mit der Buslinie 40 bis zur Haltestelle Colshornstraße (Fahrtzeit ca. 20 Minuten).
Alternativ mit den Straßenbahnlinien 2 oder 10 bis zur Haltestelle Föhrenstraße, von dort weiter mit der Buslinie 40 bis zur Haltestelle Colshornstraße (Fahrtzeit ca. 45 Minuten).
Parkmöglichkeiten: Arberger Heerstraße 90.

Parallel zum Tag des offenen Denkmals findet der 21. swb-Marathon statt. Bitte beachten Sie mögliche Straßensperrungen; Informationen zum Streckenverlauf finden Sie unter swb-Marathon

Zur Teilnahme an der Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.

Programm
BREMEN
BREMENNORD
BREMERHAVEN

Programmhefte liegen ab Mitte August 2026 an verschiedenen öffentlichen Stellen aus: Stadtbibliothek, Bremer Touristik Zentrale, Rathaus, Kapitelsaal 8, St. Petri Dom, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

BREMEN

Bremer Orgelsonntag

Zeitgleich mit dem Tag des offenen Denkmals lädt der Bremer Orgelsonntag zu besonderen Klangerlebnissen an sehenswerten Orten ein:
Propsteikirche St. Johann – Breil/Sauer-Orgel (Felix Mende): 15:00 h.
St. Petri Dom – Orgelvorstellung und moderiertes Kurzkonzert an der Silbermann-Orgel (Stephan Leuthold) in der Westkrypta um 16:00 h.
Kurzkonzert an der Sauer-Orgel (Stephan Leuthold): 16:30 h–17:00 h. Treffpunkt: Aufgang zur Westempore.
17:15 h kleiner Spaziergang an der Weser mit Eisessen, „Kaffeesieren“ auf dem Weg zur St.-Martini-Kirche.
St.-Martini-Kirche – Musikalische Andacht an der Ahrend-Orgel (Katja Zerbst): 18:00 h.

Weitere Informationen über die Propsteikirche St. Johann, den St. Petri Dom und die St. Martini-Kirche befinden sich in den jeweiligen Abschnitten dieser Internetseite. Eintritt jeweils frei, Spenden erbeten. Veranstalter des Bremer Orgelsonntags: Johann Sebastian Bach-Gesellschaft Bremen e.V., www.bachgesellschaft.de

Baumwollbörse (Wachtstr. 17–24, Altstadt)

Die Bremer Baumwollbörse wurde von 1900 bis 1902 nach Plänen von Johann Poppe als erstes Eisenskelettgebäude der Stadt im Stil der Neorenaissance errichtet. Sie diente als Kontorhaus für den florierenden Baumwollhandel und steht exemplarisch für Bremen als Knotenpunkt internationaler Handelsnetzwerke. Hier trafen Händler, Makler und Reedereien aufeinander; zugleich war das Gebäude in die Infrastruktur aus Hafenwirtschaft, Eisenbahnverkehr und globalen Warenströmen eingebunden. Die aufwendig gestaltete Innenausstattung ist bis heute weitgehend erhalten. Die ursprünglich reich verzierten Fassaden wurden in den 1920er-Jahren aufgrund starker Verwitterung vereinfacht; weitere kleinere Veränderungen folgten infolge von Kriegsschäden.
Führungen: 11:30 h, 12:00 h, 13:30 h, 14:00 h und 14:30 h, Dauer 60 Min., max. 20 Personen pro Gruppe.
Kostenlose Eintrittskarten an der Rezeption der Baumwollbörse vom 07.09. bis 11.09.2026, 14:00 h–17:00 h.

Ehem. Sparkasse am Markt (Am Markt 12, Altstadt)

Die markante Rokoko-Fassade der früheren Sparkasse prägt den Bremer Marktplatz und ist ein herausragendes Beispiel für die Wiederverwendung historischer Architekturteile im Stadtraum.
Ursprünglich zierte sie ab 1755 das Hoffschlägersche Wohnhaus an der Schlachte 31 B und wurde vermutlich von Theophilus Wilhelm Frese gestaltet. Nach Kriegsschäden 1944 geborgen, wurde sie 1957/58 an ihrem heutigen Standort wiederaufgebaut.
Die Ausstellung zur 200-jährigen Geschichte der Sparkasse in Bremen zeigt die Entwicklung der Sparkassenidee als Teil städtischer Finanz- und Versorgungsstrukturen. Damit wird ein Aspekt wirtschaftlicher Infrastruktur sichtbar, der ebenfalls zum Motto des Tags des offenen Denkmals 2026 „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ passt.
Geöffnet: 12:00 h–16:30 h. Ausstellung: "200 Jahre Die Sparkasse in Bremen #möglichmachen seit 1825" in der ehemaligen Kassenhalle, Führung
zur Ausstellung fortlaufend nach Bedarf; nicht barrierefrei.

St. Petri Dom, ev., und Dommuseum (Am Dom 1, Altstadt)

Der erste Bremer Dom wurde 789 durch Bischof Willehad geweiht, jedoch bereits 792 wieder zerstört. Der heutige Bau geht im Kern auf das 11. und 12. Jahrhundert zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und erweitert. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; Gottesdienst: 10:00 h mit Pastor Christian Naegeler und Stephan Leuthold an der Orgel; offene Kirche ab 11:30 h.
Foto-Rallye: 13:00 h. Suche nach versteckten Details im Dom, die im Alltag leicht übersehen werden.
Führung durch die Gewölbe des Doms: 14:00 h. Der Rundgang zeigt die unterschiedlichen Gewölbeformen, insbesondere
das Netzgewölbe im Nordschiff, und erläutert deren Entstehung.
Da der Tag des offenen Denkmals mit dem Orgelsonntag zusammenfällt, steht der Dom anschließend ganz im Zeichen der Musik:
Kurzkonzert an der Silbermann-Orgel (Stephan Leuthold) in der Westkrypta um 16:00 h;
Kurzkonzert an der Sauer-Orgel (Stephan Leuthold): 16:30 h–17:00 h; Treffpunkt: Aufgang zur Westempore.
Weitgehend barrierefrei, mit Ausnahme der Krypten, der Chorräume und des Dom-Museums.

Unser Lieben Frauen, ev. (Unser Lieben Frauen, Kirchhof 27, Altstadt)

Älteste Pfarrkirche Bremens (11. Jh.), ursprünglich dem Hl. Veit gewidmet und als Markt- und Ratskirche eng mit Handel, Politik und Stadtverwaltung verbunden. Als erste stadtbürgerliche und von der erzbischöflichen Domkirche unabhängige Pfarrkirche Bremens macht sie die engen Netzwerke von Religion, Politik und urbanem Leben in der mittelalterlichen Stadt bis heute sichtbar. Eindrucksvolle moderne Buntglasfenster von Alfred Manessier (1911–1993), neu gestaltete Friedenskapelle im Nordturm.
Ausstellung: "Du wurdest mit Flügeln geboren" des Künstlers Ulrich Schwecke.
Geöffnet nach dem Gottesdienst, ab ca. 12:00 h bis 18:00 h.

Rundgang: "Die Weserrenaissance in Bremen und was von ihr geblieben ist" Stadtwaage (Langenstraße 13, Altstadt)

Am Beispiel der Stadtwaage und des Gewerbehauses führt der Rundgang in die Geschichte zweier bedeutender Bauwerke ein, die um 1600 im Stil der Weserrenaissance errichtet wurden. Welche Funktionen erfüllten sie einst im Alltag der Hansestadt? Was geschah mit ihnen in der Nachkriegszeit? Die Führung beleuchtet ein bewegtes Kapitel Bremer Bau und
Stadtgeschichte.
Führung mit Kunsthistoriker Detlef Stein: 16:00 h;
Treffpunkt: An der Stadtwaage, Langenstraße 13.
Weitgehend barrierefrei.

St.-Martini-Kirche, ev. (Martinikirchhof 3–6, Altstadt)

Die Kirche St. Martini – jahrhundertelang die Kirche der Schiffer und Kaufleute – wurde 1229 zunächst als dreischiffige Basilika ohne Querschiff errichtet und 1376 zur frühgotischen Backsteinhallenkirche umgebaut. Ursprünglich außerhalb der Stadtmauer gelegen, war sie ein wichtiger Anlaufpunkt für reisende Kaufleute und Schiffsreisende und steht damit beispielhaft für die Netzwerke von Handel, Schifffahrt und städtischem Leben im mittelalterlichen Bremen.
Im Rahmen des Orgelsonntags: Musikalische Abendandacht an der Ahrend-Orgel mit Katja Zerbst, 18:00 h.
Geöffnet: 17:30 h–19:30 h. Barrierefreier Zugang über den Seiteneingang.

Propsteikirche St. Johann (Klosterkirchstr., Altstadt)

Ehemalige Klosterkirche des um 1225 gegründeten Franziskanerklosters, dreischiffige gotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, heute katholische Pfarrkirche. Der von Franz von Assisi gegründete Franziskanerorden war eine religiös-kulturelle Erneuerungsbewegung des Mittelalters mit gesamteuropäischer Ausstrahlung und steht beispielhaft für die engen geistlichen und gesellschaftlichen Netzwerke jener Zeit.
Geöffnet: 10:00 h–19:00 h; Messe: 11:00 h und 18:00 h;
Kurzkonzert (an der Breil/Sauer-Orgel: Felix Mende, Moderation: Stephan Leuthold): 15:00 h, ca. 30 Min.
Führung (Thomas Schlosser): 15:30 h, ca. 60 Min.

Kaisersaal im ehemaligen Hauptpostamt (Domsheide 15, Altstadt)

Um ihre verstreuten Dienstsitze zu bündeln, errichtete die Reichspost 1875–1879 an der Domsheide ein repräsentatives Dienstgebäude in Formen der Neorenaissance nach Entwürfen von Karl Schwatlo, Berlin. Als zentrale Drehscheibe des Nachrichten- und Postwesens steht das Gebäude beispielhaft für die Netzwerke von Kommunikation, Verwaltung und Verkehr im Deutschen Kaiserreich und passt damit besonders gut zum Motto des Tags des offenen Denkmals 2026 „Netz-WERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Eine Besonderheit ist der als Kaisersaal bezeichnete Festsaal der ehemaligen Wohnung des Oberpostdirektors, des damals ranghöchsten Reichsbeamten vor Ort. Mit den dort aufgestellten Büsten des Kaiser- und Kronprinzenpaares erhielt der Reichsgedanke in Bremen eine besonders repräsentative Ausdrucksform. Die allegorischen Wandmalereien von Arthur Fitger, Bremen, stellen heute eine große Seltenheit dar.
Führungen (Dr. Oliver Rosteck und Sebastian Rothe): jede volle Stunde von 12:00 h bis 16:00 h;
Treffpunkt: Alte Post, Eingang Domsheide.
Nicht barrierefrei.

Landgerichtsgebäude (Domsheide 16, Altstadt)

Das Landgerichtsgebäude mit der damaligen Untersuchungshaftanstalt entstand zwischen 1891 und 1895 sowie in einer Erweiterungsphase von 1902 bis 1906 nach Plänen der Oldenburger Architekten Ludwig Klingenberg und Hugo Weber. Der weitläufige Gebäudekomplex mit monumentalen Straßenfronten und mehreren Innenhöfen verbindet repräsentative Architektur mit funktionaler Gliederung. Die reich gestalteten historistischen Fassaden orientieren sich an der französischen Renaissance.
Im Inneren beeindrucken das kunstvoll ausgemalte Treppenhaus sowie der Schwurgerichtssaal mit seiner prunkvollen historistischen Ausstattung und seiner detailreichen Holzschnitzarbeit, in der sich dekorative Ornamente finden lassen. Als bedeutender Bau der Justiz- und Verwaltungsinfrastruktur des Deutschen Kaiserreichs steht das Landgerichtsgebäude exemplarisch für den Ausbau staatlicher Netzwerke im späten 19. Jahrhundert und greift damit das Jahresmotto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ auf.
Führung (Dr. Thorsten Prange, Vorsitzender Richter am Landgericht]: 10:30 h, ca. 120 Min., max. 20 Pers. Bitte Personalausweis mitbringen. Vor Beginn der Führungen finden Einlasskontrollen statt. Anmeldung ausschließlich per E-Mail an: office@denkmalpflege.bremen.de in der Zeit vom 07. bis 10.09.2026 möglich.

Wilhelm Wagenfeld Haus (Am Wall 209, Mitte/Ostertor)

Das Wilhelm Wagenfeld Haus verbindet klassizistische Architektur mit einem lebendigen Ausstellungsprogramm zu Design und Alltagskultur. Es bewahrt den Nachlass des Bauhausschülers Wilhelm Wagenfeld und lädt dazu ein, Designgeschichte und Gegenwart zu entdecken. Das Gebäude wurde 1825–1828 als Strafvollzugsanstalt errichtet und während der NS-Zeit zur Internierung politischer Gefangener genutzt. Diese vielschichtige Geschichte prägt den Ort bis heute.
Geöffnet: 10:00 h–18:00 h.
Ausstellung: "Ein guter Anfang. 40 Jahre Blaumeier": Zum Jubiläum des Blaumeier-Ateliers treffen frühe Arbeiten der 1980er-Jahre auf aktuelle Werke der Gruppe "Blaue Sau".
Die Ausstellung gibt Einblicke in vier Jahrzehnte gemeinschaftlicher Kunstpraxis.

Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache (Am Wall 209, Mitte/Ostertor)

Die "Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache" wird vom Staatsarchiv Bremen betreut. Sie befindet sich im heutigen Wilhelm Wagenfeld Haus und bewahrt einen original erhaltenen Zellentrakt als Erinnerungsort an die Geschichte des Gefangenenhauses.
Aktionsprogramm: 11:00 h–14:00 h; 11:00 h: Kurzes Gedenken der Opfer von Faschismus und Krieg an der Skulptur "Freiheitskämpfer" von Fritz Cremer im Außenbereich;
11:15 h–12:00 h: Besuch des Zellentrakts mit Erläuterungen durch Stefan Heesch;
12:15 h: Lesung im Gewölbekeller des Wilhelm Wagenfeld Hauses: Edith Klein und Gerd Lieberum lesen aus dem Buch "Na Lütten. Briefe aus dem Konzentrationslager und Zuchthaus
1933–1937". Die Bremer Kommunistin Lore Buchholz veröffentlichte darin Briefe ihres Vaters Heinrich Buchholz, der als Gefangener der Gestapo in der Ostertorwache interniert
war.
13:15 h–14:00 h: Besuch des Zellentrakts mit Erläuterungen durch Stefan Heesch

Rutenberg-Villa, heute Ortsamt Mitte / Östliche Vorstadt (Am Dobben 91)

Die 1862–1864 vom Bauunternehmer und Baumeister Lüder Rutenberg für sich selbst errichtete Villa steht beispielhaft für das rasante Wachstum Bremens im 19. Jahrhundert. Rutenberg prägte mit seinen Wohnbauten die Entwicklung der Bremer Vorstädte wesentlich mit – in einer Zeit des Ausbaus städtischer Infrastruktur und neuer Verkehrs- und Versorgungsnetze.
Die Villa besitzt eine bedeutende bauzeitliche Ausstattung mit Wand- und Deckenmalereien im Erd- und Obergeschoss sowie einen Festsaal mit Musikempore. Heute ist das Gebäude Sitz des Ortsamts Mitte / Östliche Vorstadt und damit auch ein Ort kommunaler Netzwerke und der Bürgerbeteiligung.
Führungen mit Ortsamtsleiterin Astrid Dietze und Restauratorin Laura Blumenberg: 12:00 h und 13:00 h. Gruppengröße max. 20 Personen. Anmeldung erforderlich vom 07. bis
11.09.2026, 10:00 h–16:00 h unter 0421 361-10040.
Nicht barrierefrei.

Mühle am Wall (Am Wall 212, Altstadt)

Die Mühle am Wall, auch bekannt als Herdentorswallmühle, ist die letzte erhaltene von ehemals bis zu 15 Windmühlen in den Bremer Wallanlagen. Bereits 1699 hatte an dieser Stelle nachweislich eine Mühle gestanden. Nachdem die Vorgängermühle von 1815 durch einen Brand zerstört worden war, errichtete der Mühlenbaumeister Berend Erling die heutige Windmühle als Galerieholländer.
Nach einem weiteren Brand im Jahr 1898 wurde die Mühle originalgetreu wiederhergestellt. Heute erinnert sie an die Bedeutung von Getreidemühlen für die Versorgung der Stadt und die technische Infrastruktur vergangener Zeiten. Die Mühle am Wall war zudem in gewisser Weise Teil eines sozialen Netzwerks: Hier wurde nicht nur Getreide verarbeitet und die Bevölkerung versorgt, sondern es wurden auch Kontakte geknüpft.
Die Besichtigung des Mahl- und des Mehlbodens (im 4. und 5. OG) mit Oliver Kliebisch von Immobilien Bremen vermittelt Einblicke in die historischen Abläufe des Mühlenbetriebs und den früheren Arbeitsalltag des Müllers.
Besichtigung: 13:00 h–15:00 h und 15:30 h–17:00 h, alle 30 Min., Gruppengröße: max. 10 Personen. Hinweis: Teilnahme auf eigene Gefahr. Die Galerie darf nicht betreten werden.

Von der Festung zum Park – Führung durch die Wallanlagen (Ansgaritorhaus, Bürgermeister-Smidt-Str. 88, Altstadt)

Die Bremer Wallanlagen gingen aus der frühneuzeitlichen Stadtbefestigung hervor und wurden nach dem Schleifen der Bastionen im 19. Jahrhundert zu einem Landschaftspark umgestaltet. Heute zählen sie zu den größten und besterhaltensten historischen Parkanlagen dieser Art in Deutschland. Aus der ehemaligen militärischen Infrastruktur zur Verteidigung Bremens im Dreißigjährigen Krieg wurde im 19. Jahrhundert die heutige „blau-grüne“ Infrastruktur der Wallanlagen entwickelt. Diese umfasst Grün- und Wasserflächen, die in der dicht bebauten Stadt kühlend wirken, Staub binden sowie Räume für Erholung und Begegnung und zugleich wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten. Die Wallanlagen machen so den Wandel von militärischer Infrastruktur zu einem ökologisch und sozial wirksamen Stadtraum in besonderer Weise sichtbar.
Führung mit der Kunsthistorikerin und Autorin Christine Holzner-Rabe durch die Wallanlagen;
Treffpunkt: 16:00 h vor dem Ansgaritorhaus, Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) direkt gegenüber der Haltestelle "Am Wall".
Weitgehend barrierefrei.

Übersee-Museum (Bahnhofsplatz 13, Bahnhofsvorstadt)

Das zwischen 1891 und 1896 errichtete Museumsgebäude wurde nach Entwürfen der Bauinspektoren Heinrich Flügel und Ludwig Beermann erbaut. Bereits unter dem ersten Direktor, Hugo Schauinsland, wuchsen die Sammlungen rasch an, sodass das Gebäude zwischen 1907 und 1911 um einen zweiten Flügel mit Lichthof erweitert wurde. Das Übersee-Museum ist mit seiner in Europa einzigartigen Sammlungskombination aus Völker-, Natur- und Handelskunde ein besonderer Ort der Wissensvermittlung. Die Ausstellungen thematisieren die Vielfalt des Lebens in Kultur, Natur und Handel.
Geöffnet: 10:00 h–17:00 h;
Führung: "Haus-Reklame – Reliefs zur weiten Welt an der Fassade des Übersee-Museums" mit Dr. Michael Stiller, 11:00 h–12:00 h; Treffpunkt: 11:00 h im Foyer.
Führung: "Zwischen Hafen und Vitrine – Wie Netzwerke Bremer Kaufleute die Sammlung formten" mit Jan Waßmann, 14:00 h–15:00 h; Treffpunkt: 14:00 h im Foyer.
Anmeldung zu den Führungen unter www.uebersee-museum.de erforderlich.

Hauptbahnhof Bremen (Bahnhofsplatz 15, Bahnhofsvorstadt)

Mit seiner repräsentativen Backsteinarchitektur zählt der Bremer Hauptbahnhof zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Großstadtbahnhöfen des Historismus in Deutschland. Das vom hannoverschen Architekten Hubert Stier errichtete und 1890 eingeweihte Bauwerk verströmte einst mit schweren Eichenmöbeln, opulenten Kronleuchtern und üppig verzierten Wänden eine Atmosphäre, die im scharfen Kontrast zum heutigen durchfunktionalisierten Gebäude steht. Als zentraler Knotenpunkt des Eisenbahnverkehrs steht der Hauptbahnhof beispielhaft für die Netzwerke von Mobilität, Handel und Kommunikation. Spannend sind aber nicht nur die technischen und architektonischen Besonderheiten, sondern auch seine zahlreichen sozialhistorischen Aspekte.
Geöffnet: Jederzeit zugänglich; Führung durch den Hauptbahnhof mit Heiko Siemers (DB-Manager), Andreas Calic und Thomas Gehrmann (StattReisen Bremen e.V.): 13:00 h;
Treffpunkt: Eingang Übersee-Museum.

Focke-Windkanal (Emil-Waldmann-Straße 4, Mitte/Bahnhofsvorstadt)

Das Focke-Fluglabor war das Forschungslabor des Luftfahrtpioniers Henrich Focke, Mitgründer von Focke-Wulf und Entwickler des ersten voll funktionsfähigen Hubschraubers. Das 1963 errichtete Labor wurde bis 1975 für Forschung und Entwicklung genutzt und zwischen 2003 und 2010 restauriert.
Geöffnet: 14:00 h–18:00 h; Führungen: zur vollen und halben Stunde.

Landesarchäologie Bremen (An der Weide 50 a, Mitte/Bahnhofsvorstadt)

Seit mehr als 10.000 Jahren hinterlassen Menschen im Gebiet des heutigen Landes Bremen ihre Spuren. Archäologische Funde machen sichtbar, wie Siedlungen, Wege, Wasserläufe, Häfen und Handelsverbindungen entstanden und sich zu örtlichen Infrastrukturen entwickelten. Damit zeigen sie, wie soziale und räumliche Netzwerke das Leben der Menschen seit Jahrtausenden prägen. Die Landesarchäologie Bremen erforscht, dokumentiert und bewahrt diese Zeugnisse aus der Vergangenheit und eröffnet mit archäologischen Funden neue Perspektiven auf das diesjährige Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur".
Geöffnet: 11:00 h–14:00 h. Plakatausstellung: „Archäologie & Infrastruktur“, 2. Etage.

Ehem. "Lloydbahnhof" (Theodor-Heuss-Allee 2, Mitte)

Der 1913 für den Norddeutschen Lloyd errichtete Auswandererbahnhof wurde von R. Jacobs entworfen und orientiert sich in seiner Architektur an niederländischen Barockformen. Er war als wichtige Zwischenstation eingebunden in die Strukturen der transatlantischen Auswanderung über den Norddeutschen Lloyd zwischen Bahn, Hafen und Seeverkehr. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude mehrfach umgebaut; vom ursprünglichen Innenausbau ist heute vor allem das Treppenhaus erhalten. Die heutige Hotelnutzung bewahrt bauliche Spuren der Vergangenheit und verbindet sie mit neuen Funktionen.
Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" wird der Lloydbahnhof als Knotenpunkt historischer Mobilitäts- und Auswanderungsnetzwerke erlebbar.
Geöffnet: 12:00 h–17:00 h; Führungen: 13:00 h, 14:00 h, 15:00 h und 16:00 h; Treffpunkt: Hotel-Lobby.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Kaffee und Kuchen in historischer Atmosphäre zu genießen.
Barrierefreiheit eingeschränkt, Aufzug nach Anmeldung.

Das Bremer Haus – Spaziergang zwischen Uhlandstraße und Graf-Moltke-Straße

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann Bremen, sich über die Grenzen der Altstadt hinaus auszudehnen. Die Vorstädte entstanden. Mit ihnen hielt ein besonderer Bautyp Einzug, der das Gesicht der Hansestadt bis heute prägt: das Bremer Haus. Bei einem kleinen geführten Spaziergang durch die Uhlandstraße und die Graf-Moltke-Straße werden einige dieser Häuser näher Blick in die Uhlandstraße betrachtet, der architektonischen und städtebaulichen Entwicklung des Viertels nachgespürt und das Wachstum Bremens beobachtet. Die Führung findet ausschließlich im öffentlichen Raum statt; Innenbesichtigungen der Wohnhäuser sind nicht vorgesehen.
Führung mit Denkmalpflegerin Dr. Lorena Pethig um 13:30 h; Treffpunkt: Graf-Moltke-Straße/Ecke Dammweg.
Weitgehend barrierefrei.

Freie Waldorfschule Bremen Touler Straße (Touler Str. 3, Gete)

Nach verschiedenen Standorten erhielt die Freie Waldorfschule Bremen in der Touler Straße ihr dauerhaftes Schulgebäude. Der Grundstein wurde 1972 gelegt, 1974 konnte der Bau bezogen werden. Entworfen wurde die Anlage von der Arbeitsgruppe Plastisch Organisches Bauen unter Leitung des Architekten Werner Seyfert, Filderstadt. Architektur und Außenanlagen folgen dem waldorfpädagogischen Konzept der zwölfjährigen Gesamtschule. Je nach Altersstufe entstehen unterschiedlich geformte Klassenräume mit runden oder polygonalen Grundrissen. Im Sinne des Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" lässt sich die Schule als Knotenpunkt verstehen. Schulen sind Orte des Austauschs, an denen Menschen lernen und sich über Generationen verbinden. Damit bilden sie einen wichtigen Teil der Bildungsinfrastruktur des Landes und tragen zur sozialen Vernetzung bei.
Geöffnet: 11:00 h–14:00 h; Ausstellung über die Geschichte und Entwicklung des Schulgebäudes im Foyer;
Führungen durch das Schulgebäude und über das Schulgelände: 11:30 h und 12:30 h, ca. 30 Min.
Anfahrt: Straßenbahnlinien 1 und 4 (Haltestelle Metzer Straße), Buslinien 22 und 24 (Haltestelle Verdunstraße).

Oelzweig-Haus (Kurfürstenallee 8, Schwachhausen)

Die 1911 von den Architekten Hans und Heinrich Lassen errichtete Villa zählt zu den eindrucksvollen Wohnbauten ihrer Zeit. Klassizistische Formen verbinden sich mit Jugendstil-Einflüssen zu einem harmonischen Gesamtbild. Besonders sehenswert ist der Kamin mit charakteristischen Vogeler-Jugendstilelementen. Heute ist das Haus Sitz der Johannis-Loge zum Oelzweig und sonst nicht öffentlich zugänglich. Führungen sowie Gespräche und Vorträge vermitteln Einblicke in die Geschichte des Hauses und die Traditionen der Freimaurerei. Gespräche und Vorträge ergänzen das Programm und eröffnen zusätzliche Perspektiven.
Geöffnet: 11:00 h–16:00 h; Führungen: alle 30 Minuten; Vorträge und Gespräche zur Freimaurerei; Kaffee und Tee.
Ein Treppenlift ist vorhanden.

Bremer Logenhaus (Kurfürstenallee 15, Schwachhausen)

Die repräsentative Villa in der Kurfürstenallee 15 wurde von 1920 bis 1922 nach Plänen des renommierten Bremer Architekten Carl Krahn (1881–1956) erbaut. Sie zählt zu den herausragenden Beispielen großbürgerlicher Bremer Baukultur des frühen 20. Jahrhunderts. Mit ihrer streng symmetrischen Fassade, dem hohen Walmdach sowie Anklängen an den norddeutschen Backsteinbarock verbindet die Villa traditionelle Gestaltungselemente mit einer für Carl Krahn charakteristischen eleganten Schlichtheit. Das Gebäude gilt als eines seiner bedeutendsten Werke.
Als Bremer Logenhaus dient das Gebäude mehreren Freimaurerlogen als Versammlungsort. Führungen stellen die Architektur des Hauses und seine heutige Nutzung vor.
Geöffnet: 10:00 h–16:00 h; Führungen: begleitete Besichtigungen nach Bedarf.

Riensberger Friedhof (Friedhofstraße 51, Schwachhausen)

Der Riensberger Friedhof wurde zwischen 1872 und 1875 nach Plänen des Landschaftsgärtners Carl Jancke als einer der ersten Parkfriedhöfe Deutschlands angelegt. Mit ihren geschwungenen Wegen, Baumgruppen und Sichtachsen folgt die weitläufige Anlage dem Ideal eines naturnah gestalteten Friedhofs und verbindet Erinnerungsort, Bürgerkultur und Landschaftsraum miteinander. Zahlreiche kunstvoll gestaltete Grabmäler Bremer Familien prägen das historische Erscheinungsbild. Im Sinne des diesjährigen Mottos „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ lässt sich der Riensberger Friedhof als vernetzte Erinnerungslandschaft verstehen. Wege, Grabfelder sowie Wasser- und Versorgungsstrukturen bilden ein räumliches Netzwerk. Gleichzeitig entstehen hier Soziale und kulturelle Verbindungen zwischen Generationen und Familien. Als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verbindet der Friedhof historische Gartenkunst, Erinnerungskultur und ökologische Funktionen zu einem bis heute wichtigen Bestandteil der städtischen Infrastruktur.
Geöffnet: 08:00 h–19:00 h; Führung: 15:00 h–16:00 h mit Christine Renken; Treffpunkt: Haupteingang, Friedhofstraße 51.

Sendesaal Bremen (Bürgermeister-Spitta-Allee 45, Schwachhausen)

© C. Altmann
© C. Altmann

Der ehemalige Sendesaal von Radio Bremen wurde 1952 als Musikstudio und Konzertsaal nach Entwürfen des Bremer Architekten Hans Storm unter Beteiligung des Akustikers Dr. Walter Kuhl errichtet. Er zählt zu den frühesten neu errichteten größeren Hörfunkstudios im Nachkriegsdeutschland. Dem Bau liegt das in den 1930er-Jahren für Rundfunkstudios entwickelte Prinzip einer federnd gelagerten Raum-in-Raum-Konstruktion zugrunde, das erstmals in den NBC-Studios der "Radio City" in New York umgesetzt wurde. Der Sendesaal besitzt Seltenheitswert und ist weitgehend im bauzeitlichen Originalzustand erhalten. Als technisches Infrastrukturdenkmal des Rundfunks steht er zugleich für ein kulturelles Netzwerk aus Technik, Akustik und Musik.
Der Sendesaal ist ein lebendiger Ort der Begegnung, an dem internationale Musiker*innen Konzerte geben und Aufnahmen entstehen – ein Beispiel für die fortwirkende Nutzung historischer Infrastruktur.
Führungen (Peter Schulze, Verein "Freunde des Sendesaales e. V."): 11:00 h, 13:00 h und 15:00 h, Dauer ca. 45 Min.

Aalto-Hochhaus (Berliner Freiheit 9, Neue Vahr Südost)

Das Aalto-Hochhaus steht für das Zusammenspiel von Architektur, Städtebau und gesellschaftlichem Wandel. Als Wahrzeichen der Neuen Vahr verkörpert das Hochhaus die Ideen des modernen Wohnens in der Nachkriegszeit. Das 1959–1962 nach Plänen des finnischen Architekten Alvar Aalto für die GEWOBA errichtete 22-geschossige Wohnhochhaus entstand als Mittelpunkt der Großsiedlung. Aalto entwickelte hier ein „Feierabendhaus“ für Berufstätige und Alleinstehende mit fächerförmigem Grundriss und Ausrichtung zur Abendsonne. Seit 1996 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Führungen mit Besuch von Dachterrasse und Wohnung (Rolf Diehl): 09:00 h, 12:00 h und 15:00 h, Dauer ca. 90 Min., max. 25 Personen je Führung, nicht barrierefrei. Anmeldung erforderlich per E-Mail:mail@rolfdiehl.de

Windmühle Oberneuland (Mühlenweg 34, Oberneuland)

Der Galerieholländer mit drehbarer Kappe wurde 1848 erbaut. Er ersetzte eine Bockwindmühle, die 1614 als erste Getreidewindmühle im Bremer Landgebiet errichtet worden war. Seit den 1970er-Jahren ist das technikgeschichtliche Denkmal als Außenstelle des Focke-Museums ein wichtiger Standort der Wissensvermittlung. Das Museum zeigt dort die ständige Ausstellung „Vom Korn zum Brot“. Unter diesem Titel findet auch ein museumspädagogisches Programm statt, in dem Schulklassen und Kindergartengruppen die Getreideverarbeitung kennenlernen.
Geöffnet: 10:00 h–17:00 h

Ehem. Siedlerstelle von Wilhelm und Helene Kaisen (Rethfeldsfleet 9, Borgfeld)

Im Sinne des diesjährigen Mottos „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ repräsentiert die ehemalige Siedlerstelle von Wilhelm und Helene Kaisen ein Denkmal, das weit über seine bauliche Funktion hinausweist – als Ort, der Geschichte, Erinnerungen und demokratische Werte miteinander verbindet. Die Wilhelm und Helene Kaisen-Stiftung erinnert an das Leben und Wirken des Bremer Nachkriegsbürgermeisters Wilhelm Kaisen (1945–1965) und seiner Frau Helene. Das 1933 errichtete Wohnhaus mit Garten, Gewächshaus und Scheune ist mit zahlreichen Originalgegenständen erhalten und als Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet. Audio-Guide, Film und Gruppenführungen bieten zusätzliche Einblicke in Biografie, Politik und Zeitgeschichte.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; buntes Programm mit Unterhaltung, Kaffee und Kuchen sowie dem Kaisen-Dienstwagen aus dem Focke-Museum.

Orangerie in Hasses Park (Rockwinkeler Landstraße 41–43, Oberneuland)

Heute sind Orangen selbstverständlich im Supermarkt erhältlich – vor rund 200 Jahren hingegen galten Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen oder Pomeranzen in Nordeuropa als kostbare Luxusgüter. Die Begeisterung für exotische Pflanzen war eng verbunden mit Handelswegen, Wissensaustausch und kulturellen Beziehungen – also mit historischen Netzwerken. Die Orangerie in Hasses Park, erbaut um 1790, erzählt von diesen Verbindungen. Als technische Infrastruktur zur Überwinterung empfindlicher Pflanzen ermöglichte sie die Kultivierung exotischer Gewächse im norddeutschen Klima. Besonders bemerkenswert ist die bis heute funktionstüchtige Mechanik zur Belüftung und Beschattung des Gewächshauses. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ wird die Orangerie als Teil historischer Handels- und Kulturnetzwerke sichtbar. Heute wird das Gewächshaus von der Tobias-Schule genutzt und gepflegt.
Führungen durch die Orangerie mit Architekt Dr. Stephan Strauß: 15:00 h und 16:00 h. Informationen zum Referenten: Historische Bauwerke. Nicht barrierefrei.

Villa Ichon (Oberneulander Landstraße 70, Oberneuland)

Das Anwesen liegt in einem historisch gewachsenen Landschafts- und Wegenetz gegenüber von Höpkens Ruh und Muhles Park. Bereits 1768 wurde hier ein barocker Garten angelegt, der später zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet wurde. Ab 1875 ließ Emma Holler die Anlage durch Wilhelm Benque neu gestalten. Die Villa Ichon bildet mit ihrem klassizistischen Wohnhaus und der weitgehend erhaltenen, kunstvoll ausgestatteten Innenarchitektur den baulichen Mittelpunkt des Ensembles. Besonders bemerkenswert ist die historische Wandmalerei im pompejanischen Stil im ehemaligen Gartensaal. Villa und Park stehen exemplarisch für das Zusammenspiel von Architektur, Gartengestaltung und gesellschaftlicher Nutzung. Das Gut befand sich bis in die 1970er-Jahre im Besitz der Familie Ichon. Heute ist das Gebäude Teil einer sozialen Infrastruktur: In der Villa befindet sich eine Seniorenresidenz. Der vordere Parkbereich ist öffentlich zugänglich.
Geöffnet: 12:00 h–16:00 h; Führungen mit Hausleiter Stefan Hubig, fortlaufend nach Bedarf. Kaffee und Kuchen im hauseigenen Restaurant.
Anreise: Buslinie 33, Haltestelle "Höpkens Ruh".
Parkplätze in begrenzter Zahl direkt vor der Villa Ichon sowie in den anliegenden Seitenstraßen.

Geführter Spaziergang durch Höpkens Ruh und Muhles Park – auf den Spuren einer über 800-jährigen Ortsgeschichte

Zwei ehemalige Landgüter, zwei denkmalgeschützte Parkanlagen und ein historisch gewachsenes Dorf: Bei einem Rundgang durch Höpkens Ruh und Muhles Park im Bremer Stadtteil Oberneuland werden die Parks als Teil eines Netzwerks aus Wegen, Besitzverhältnissen und landschaftlicher Infrastruktur erlebbar. Michael Blome berichtet über die Entstehung des Dorfes, die früheren Besitzer und die Entwicklung der beiden Anlagen als verbundene Orte innerhalb eines gewachsenen sozialen und räumlichen Gefüges. Ein Spaziergang für alle, die Heimatgeschichte im Kontext von Landschaft, Infrastruktur und historischen Netzwerken erleben möchten.
Termine: 11:30 h und 15:30 h; ca. 60 Min.; Treffpunkt: Parkeingang Oberneulander Landstraße;
Anfahrt: BSAG Linie 33, Haltestelle "Höpkens Ruh";
Parken: vor dem Restaurant oder gegenüber (Residenz Ichon).

Krankenhaus-Museum im Klinikum Bremen-Ost (Züricher Straße 40, Ellenerbrok-Schevemoor)

Im Sinne des Mottos "Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur" zeigt das Krankenhaus-Museum am Beispiel der Psychiatrie, wie eng medizinische Versorgung in gesellschaftliche und institutionelle Netzwerke eingebunden war. Das ehemalige St.-Jürgen-Asyl (heute Klinikum Bremen-Ost) wurde 1904 eröffnet und als ländliche "koloniale Anstalt" für Geistes- und Nervenkranke mit Pavillonsystem und landwirtschaftlicher Nutzung geplant. Es war ein eigenständig vernetztes Versorgungssystem und doch eng mit der Stadt Bremen verbunden. Auch die Architektur des Pavillonkomplexes macht diese funktional und landschaftlich vernetzten Konzepte bis heute sichtbar. Damit wird das Museum selbst zu einem "Infrastruktur-Denkmal", das die Entwicklung medizinischer Netzwerke veranschaulicht.
Führung: 15:00 h; Treffpunkt: Krankenhaus-Museum, Haus 43.

Osterholzer Friedhof (Osterholzer Heerstr. 33/34, Osterholz) – Mit dem Fahrrad den Osterholzer Friedhof entdecken – Netzwerke der Erinnerung

Die Stadt Bremen ließ zwischen 1910 und 1925 nach Riensberg und Walle den größten städtischen Friedhof auf dem alten Vollhof "Kämenade" nach Entwürfen der Berliner Architekten Franz Seeck und Paul Freye anlegen. Mit seiner klar gegliederten Anlage aus Wegen, Quartieren und Grünräumen gilt der Osterholzer Friedhof als bedeutendes Beispiel moderner Friedhofsplanung
und städtischer Infrastruktur des frühen 20. Jahrhunderts.
Zugleich spiegelt der Friedhof historische Netzwerke von Erinnerung, Stadtentwicklung und gesellschaftlichem Wandel wider. Hier fanden Menschen unterschiedlichster Herkunft ihre letzte Ruhestätte, darunter auch die meisten in Bremen umgekommenen Kriegstoten sowie Hunderte muslimische Mitbürger*innen, jeweils auf mehreren Gräberfeldern. Damit ist der Friedhof nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Zeugnis der vielfältigen Verbindungen zwischen Geschichte, Gemeinschaft und urbaner Entwicklung.
Führung mit dem Fahrrad (Horst Massmann, Osterholzer Geschichtswerkstatt): 10:00 h; Treffpunkt: Haupteingang Osterholzer Heerstraße.

Arberger Mühle (Arberger Heerstr. 90, Arbergen)

Die Arberger Mühle, ein Galerieholländer von 1803, ist die älteste Windmühle Bremens. Errichtet durch die Mühlenbaumeister Martens und Bruns war sie bis 1968 ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Mehlversorgung. Passend zum Motto des Tags des offenen Denkmals "NetzWerke: Denkmale & Infrastruktur" zeigt die Mühle eindrucksvoll, welche Bedeutung technische Bauwerke für die Versorgung und das gesellschaftliche Leben hatten. Mühlen waren nicht nur Orte der Produktion, sondern auch Treffpunkte und Kommunikationszentren der Landbevölkerung. Heute steht die Arberger Mühle für ein neues Netzwerk aus Kultur, Begegnung und Teilhabe. Als Teil des Stiftungsdorfes Arberger Mühle der Bremer Heimstiftung beherbergt sie das offene inklusive Christian-Weber-Kunstatelier der HKS Ottersberg und bietet Raum für Ausstellungen, Konzerte, Tagungen und gemeinschaftliches Leben. Das technische Baudenkmal verbindet damit Geschichte und Gegenwart auf lebendige Weise.
Geöffnet: 11:00 h–15:00 h; Eröffnungsfeier zum Tag des offenen Denkmals: 11:00 h, keine Anmeldung erforderlich.
Führungen mit Werner Möller nach Bedarf.
Fotoausstellung: Karl-Heinz Quensel: "Der letzte Müllermeister der Arberger Mühle";
Ausstellung: Heiner Kemna: Skulpturen und Fotografie "Künstlerische Fußabdrücke eines Arbergers".
Im inklusiven Kunstatelier im Untergeschoss des Mühlenanbaus wird das neu errichtete Fundament der Arberger Mühle künstlerisch gestaltet. Ein Projekt des An-Instituts Außerhaus
– urban relations in rural spaces e.V. der HKS Ottersberg. Gefördert durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.
Anfahrt: Mit dem Zug RS1 ab Bremen Hauptbahnhof in Richtung Verden bis zum Bahnhof Mahndorf, anschließend mit der Buslinie 40 bis zur Haltestelle Colshornstraße (Fahrtzeit ca. 20 Minuten).
Alternativ mit den Straßenbahnlinien 2 oder 10 bis zur Haltestelle Föhrenstraße, von dort weiter mit der Buslinie 40 bis zur Haltestelle Colshornstraße (Fahrtzeit ca. 45 Minuten).
Parkmöglichkeiten: Arberger Heerstraße 90.

St. Johannis, ev.-luth. (Arberger Heerstr. 69, Arbergen)

Der mittelalterliche Turm aus Feldsteinmauerwerk stammt aus dem Ende des 12. Jahrhunderts, das Kirchenschiff wurde 1719 errichtet. Im Inneren befinden sich ein romanischer Taufstein sowie ein eindrucksvoller barocker Kanzelaltar. Die Kirche St. Johannis steht beispielhaft für historische Netzwerke aus Glauben, Gemeinschaft, Handwerk und regionaler Entwicklung. Über Jahrhunderte hinweg war sie nicht nur religiöser Mittelpunkt, sondern auch Teil der sozialen und kulturellen Infrastruktur Arbergens.
Geöffnet: 10:30 h–17:00 h; Gottesdienst mit Begrüßung der neuen Konfirmanden: 10:30 h–11:30 h;
Turmbesteigungen: 12:00 h, 14:00 h und 16:00 h; Mittagsgebet, anschließend stille Kirche: 13:00 h–14:00 h; Orgelklänge (wiederholend):15:00 h–16:00 h.
Ganztägige Aktivitäten von 12:00 h bis 17:00 h: Rallye für alle Altersgruppen: "Die Kirche muss im Dorf bleiben – Kirche entdecken" mit Fragen, Detailfotos und der Suche nach der Kirchenmaus; "Wo sind unsere Turmfalken?"; Stockbrotbacken in der Jurte der CPD-Pfadfinder.

Schule Auf der Hohwisch und Schulmuseum Bremen (Auf der Hohwisch 61–62, Hastedt)

Die Schule Auf der Hohwisch entstand, als das Dorf zum Stadtteil wurde: Im Jahr 1902 wurde Hastedt nach Bremen eingemeindet. Zwei Jahre später erbaute man das imposante Jugendstilgebäude als Volksschule. Zusammen mit dem Schulmuseum Bremen beherbergt es noch heute eine Grundschule.

Geöffnet: 11:00 h–16:30 h;
Führung mit Frau Hellwig: "Von der Volksschule zum Denkmal", 11:00 h–12:00 h; Treffpunkt: Schuleingang.
Die beiden historischen Schulen am Alten Postweg und Auf der Hohwisch prägten den Stadtteil als wichtige Elemente der Infrastruktur. In einer Führung stellt Frauke Hellwig, Leiterin des Schulmuseums, Spuren zur Denkmalgeschichte des Gebäudes Auf der Hohwisch und das "Netzwerk Schule" im Stadtteil Hastedt vor.

Führung mit Horst Massmann: "Spurensuche – Geschichte eines Museums": 15:00 h–16:00 h;
Treffpunkt: Schuleingang.
Wie ist das Schulmuseum entstanden? Und welche Geschichten stecken hinter der Sammlung und den Objekten? Horst Massmann, der schon in den 1980er-Jahren am Aufbau des Schulmuseums wesentlich beteiligt war, führt durch die Dauerausstellung.

Olbers-Planetarium Bremen in der ehemaligen Hochschule für Nautik (heute Hochschule Bremen), Werderstraße 73, Bremen-Neustadt

1955–1958 wurde auf dem Stadtwerder nach Plänen von Bernhard Wessel eine neue Seefahrtschule errichtet – ein bedeutendes Beispiel der Bremer Nachkriegsmoderne. Das Gebäude steht für die maritime Bildungsinfrastruktur einer Zeit, in der die Ausbildung von Seeleuten bereits eng in
internationale wissenschaftliche und technische Netzwerke eingebunden war. Im Gebäude befindet sich das Olbers-Planetarium,
das ursprünglich der Lehre der astronomischen Navigation diente. Hier wurde vermittelt, wie sich mithilfe der Sterne weltweit präzise Positionen auf See bestimmen lassen – ein anschauliches Beispiel für globale Wissens- und Navigationsnetzwerke. Heute wird das Planetarium für ein
breites Publikum genutzt und verbindet historische Wissenschaftspraxis mit moderner Wissensvermittlung.
Kurzvorträge zum Planetarium sowie zum Gebäude und zur Institutionsgeschichte: 14:00 h und 15:00 h;
Anmeldung über planetarium-bremen oder telefonisch unter: 0421-408899300.

Friedhof Huckelriede (Habenhauser Landstr. 70, Huckelriede)

Der Huckelrieder Friedhof ist der größte und gestalterisch bedeutendste Bremer Friedhof der Nachkriegszeit. Planungsbeginn war 1948, Fertigstellung 1968 mit der sog. Feierhalle, deren Inneres durch die Führung zugänglich gemacht wird.
In mehrfacher Hinsicht lässt sich der Huckelrieder Friedhof mit dem diesjährigen Denkmaltagsmotto "Netzwerke und Infrastruktur" in Verbindung bringen – zunächst als Bestandteil kommunaler Infrastruktur. Zudem ist er ein wichtiges Element im Grün- und Freiraumnetz des Bremer Gartendirektors Erich Ahlers. Nicht zuletzt wird er von einem bemerkenswerten Wegenetz erschlossen. Diesem folgend zeigt der Rundgang die gestalterischen Qualitäten der Anlage, die in der Tradition des deutschen Parkfriedhofs steht.
Die von Gerhard Müller-Menckens, Bremen, geschaffenen Hochbauten, insbesondere die monumentale Eingangshalle, zeigen deutlich die Vorbildwirkung des schwedischen Funktionalismus (Stockholmer Skogskyrkogården von Gunnar Asplund).
Neben künstlerischen und historischen Aspekten soll auch die aktuelle Fortentwicklung der Anlage durch den Wandel der Bestattungskultur thematisiert werden.
Führung: Dr. Rolf Kirsch, Denkmalpfleger i. R.,
Treffpunkt vor der Eingangshalle, 14:30 h, Dauer ca. 90 Min.

Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld (Kirchweg 190/200, Neustadt)

Die zwischen 1874 und 1895 errichtete Industrieanlage erzählt ein bedeutendes Kapitel Bremer Industriegeschichte. Koch & Bergfeld gehörte bis vor dem Zweiten Weltkrieg zu den führenden Herstellern von Silberwaren in Deutschland. Wo einst edles Tafelsilber und kunsthandwerkliche Silberwaren gefertigt wurden, entstehen heute neue Nutzungen in den historischen Gebäuden.
Geöffnet: 11:00 h–15:00 h;
Ausstellung zur Silberwarenherstellung: 11:00 h–15:00 h;
Vortrag (Dr. Alfred Löhr): 11:30 h–12:00 h "Entwicklung des Bremer Silbers vom Handwerks- bis zum Industrieprodukt, Etablierung der Firma Koch & Bergfeld";
Führung (Dr. Stephan Strauß und Ahmad Sheikhouni): 12:15 h–13:15 h "Baugeschichte und Produktionsabläufe";
Führung (Thomas Stefes und Kai Grünenwald): 13:15 h–14:15 h "Transformation des Fabrikareals";
Vortrag (Dr. Alfred Löhr): 14:15 h–14:45 h "Aufschwung von Koch & Bergfeld und stilgeschichtliche Besonderheiten ihrer Produkte".
Treffpunkt: Grünenwalds Grillinstitut; eingeschränkt barrierefrei.

Altes Pumpwerk (Salzburger Str. 12, Findorff)

Das Alte Pumpwerk in Bremen-Findorff ist ein anschauliches Beispiel für das Zusammenspiel von Denkmalschutz und städtischer Infrastruktur. 1913–1915 im Zuge der Modernisierung der Bremer Abwasserentsorgung errichtet, war es einst ein zentraler Knotenpunkt im städtischen Versorgungsnetz. Heute vermittelt das denkmalgeschützte Bauwerk eindrucksvoll die Geschichte der Stadtentwässerung und Stadthygiene und macht verborgene Infrastruktur erlebbar. Im Sinne des Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" verbindet das Pumpwerk technische und
soziale Netzwerke – als Teil des städtischen Kanalisationssystems und durch die Menschen, die sich ehrenamtlich für seinen Erhalt und seine museale Nutzung engagieren.
Geöffnet: 12:00 h–18:00 h;
Führung: "Vom Goldeimer zur modernen Stadtentwässerung" durch Maschinenhalle, Ausstellung und unterirdischen Kanal: regelmäßig 13:00 h–17:00 h.
Videoschau zu Seuchen, Hygiene und Technik: ab 12:30 h fortlaufend. Das Museum kann auch individuell mithilfe des Leitsystems "Kalle" erkundet werden, das anschaulich durch die Zeit vor der Kanalisation führt. Highlights sind die imposanten Pumpen und der begehbare Kanal.
Die Maschinenhalle und ein WC sind barrierefrei.

Kaisenhausmuseum (Waller Feldmark, Behrensweg 5a, Walle)

In der Wohnungsnot nach dem II. Weltkrieg rief Bürgermeister Wilhelm Kaisen die Bremer dazu auf, sich selbst ein Dach über dem Kopf zu schaffen. So entstanden in den Parzellengebieten die bundesweit einzigartigen „Kaisenhäuser“. Sie bezeugen gelebte Solidarität: von gegenseitiger Hilfe beim Hausbau bis zum Aufbau der Infrastruktur mit Wasser und Strom. Die „Kaisenhäusler“ schufen dies eigenständig. Das Kaisenhausmuseum zeigt anhand von Originalexponaten die Zeit des Überlebenskampfes, des Wiederaufbaus und der Zusammenarbeit. Zeitzeugen, ein Film und Gruppenführungen geben Einblicke. Ein Kurzvortrag "Vom Eisenwarenhandel bis zur Kirche" erzählt von der selbst geschaffenen Infrastruktur in der Waller Feldmark. Eine Sonderaktion lädt zur gelebten Solidarität ein: Vernetzt – Verstrickt! Aus Wollspenden werden vor Ort, ganz wie früher, Wollsocken gestrickt. Der Erlös verkaufter Socken wird dem Verein gespendet.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; Führungen nach Bedarf, max. 10 Pers. gleichzeitig. Nach der Besichtigung laden gedeckte Tische und selbst gemachter Kuchen zur Kaffeepause im Garten ein.
Anfahrt siehe https://www.kaisenhaus.de/Anfahrt
Café und Hauptausstellungsraum sind barrierefrei zugänglich.

Die HAG-Straße: Ein Vorbild für Bauhaus. Treff: Hafenmuseum Bremen, Am Speicher XI

An kaum einem anderen Ort Bremens lassen sich die Anfänge der Industriearchitektur so deutlich ablesen wie am Holz und Fabrikenufer in der Überseestadt. Denkmalgeschützte Gebäude und Traditionsunternehmen machen Industrie- und Architekturgeschichte erlebbar. Noch immer stellt dieses Hafenufer die größte Rohkaffee-Drehscheibe Nordeuropas dar. Nicht mehr in Betrieb, aber als weltweit wichtiges Industriekultur-Denkmal erhalten: die Kaffee-HAG-Fabrikstraße.
Der Bremer Kaffeekaufmann Ludwig Roselius entwickelte das erste Verfahren zur Entkoffeinierung und war wegweisend im Marketing sowie in der Gestaltung
seiner Firmengebäude. Zur Zeit ihrer Entstehung galt die HAG-Straße weltweit als Vorbild einer neuen Industrieproduktion.
Lange vor Gründung des Bauhaus fertigte Walter Gropius vor Ort eine Skizze an und bezeichnete die Industriearchitektur der HAG-Straße als wegweisend.
Der Spaziergang entlang dem Hafenufer führt zu Industriegebäuden, die als Zeitzeugen die Geschichte des gesellschaftlichen Wandels erzählen. Krönender
Abschluss ist der Besuch des Marmorsaals, des einzigen denkmalgeschützten Innenraums der HAG-Straße.
Führung mit Christine Glenewinkel: 11:00 h;
Treffpunkt: Hafenmuseum Bremen, Am Speicher XI 1, 28217 Bremen.

Führung durch die Getreideverkehrsanlage (Gröpelinger Fährweg/Gustav-Böhrnsen-Str., Walle/Überseestadt)

Auf einem 2-stündigen Rundgang durch eine Getreideumschlagsanlage aus dem 19. Jahrhundert lassen sich die gewaltigen Anlagen, Förderbänder, Silos und der monumentale Verladebahnhof tief im Inneren dieses Industriedenkmals erleben. Heute wird das gewaltige Silo am Getreidehafen von der Firma J. MÜLLER betrieben, die eine Besichtigung dieses eindrucksvollen Industriedenkmals ermöglicht. Den Sicherheitshinweisen auf dem Betriebsgelände ist Folge zu leisten.
Führungen: 11:00 h und 14:00 h (Verein "Kultur Vor Ort" in Kooperation mit dem Betreiber J. MÜLLER GmbH);
Treffpunkt: Getreideanlage, Gröpelinger Fährweg / Wendeplatz Pier 2; Hinweise: Teilnehmerzahl begrenzt, Voranmeldung unbedingt erforderlich, Tel.: 0421-9899700 oder per E-MAIL:info@kultur-vor-ort.com
Haftungsausschluss, Fotografierverbot. Allergiker und Asthmatiker müssen mit Getreide- und Futtermittelstaub rechnen.
Unkostenbeitrag: 10 €, ermäßigt 9 €.
Anfahrt: Straßenbahn 3, Haltestelle Use Akschen oder Goosestraße.

Gewerkschaftsblock (Gröpelinger Heerstraße 60/62, Gröpelingen)

Die zwischen 1924 und 1929 errichtete Wohnanlage an der Gröpelinger Heerstraße war die erste Großsiedlung Bremens und markiert den Übergang vom traditionellen Bremer Haus zum modernen Mietwohnungsbau. Als bedeutendes Zeugnis des frühen sozialen Wohnungsbaus erzählt sie von der Wohnungsnot
der 1920er-Jahre und von neuen Ideen für gesundes, lichtes und bezahlbares Wohnen. Die von der GEWOBA errichtete und von großzügigen Grünflächen umgebene Siedlung prägte die Entwicklung des Bremer Westens nachhaltig. Ursprünglich in kräftigem Bordeauxrot mit maigrünen Akzenten gestaltet, erhielt sie den Beinamen
"Roter Block". Heute ist die historische Farbigkeit wieder erlebbar.
Führung mit Nurdan Gülbas (GEWOBA): 13:30 h;
Treffpunkt: Gröpelinger Heerstraße 60/62.

Grundschule am Halmerweg (Halmerweg 71, Gröpelingen)

Die Grundschule am Halmerweg zählt zu den bedeutendsten Schulbauten der Nachkriegszeit in Bremen. Die zwischen 1956 und 1965 nach Plänen des Bremer Architekten Gerhard Müller-Menckens entstandene Pavillonschule verbindet innovative Architektur mit neuen pädagogischen Ideen. Drei um 45 Grad gegeneinander verschwenkte zweigeschossige Pavillons mit je acht Klassenräumen sind über einen geschwungenen Wandelgang mit dem Zentralgebäude verbunden – ein architektonisches „NetzWERK“, das Wege, Begegnung und gemeinsames Lernen fördert. Herzstücke der Anlage sind die achteckigen Klassenräume, die durch ihre
offene Form Gruppenarbeit begünstigen, optimale Belichtung ermöglichen und den klassischen Frontalunterricht aufbrechen sollten. Die zentrale Halle in den Pavillons mit ihren großzügigen geschwungenen Treppenräumen diente nicht nur der Erschließung, sondern auch als Ort für Theater, Versammlungen und Gemeinschaft. Kunstvolle Keramikmosaike der Bremer Künstlerin Elisabeth Pluquet-Ulrich prägen bis heute diese Räume.
Gegenüber der Pavillons befindet sich das eingeschossige Zentralgebäude mit dem unter einem Tonnendach gelegenen sogenannten "Marktplatz" – ein multifunktionaler Ort: Pausentreffpunkt, Aula, Versammlungsort auch für das Quartier.
Führung mit Eberhard Syring (Architekturhistoriker) und Ihno Pieper (Schulleiter): 11:00 h;
Treffpunkt: am Schultor.

ArcelorMittal Bremen – Industrie, Netzwerke und Erinnerung an NS-Zwangsarbeit (Bustour ab Bahnhof Oslebshausen)

Das Bremer Stahlwerk ist mehr als ein Industriebetrieb – es ist eine Stadt in der Stadt. Seit über hundert Jahren prägt der Standort den Industriehafen in Oslebshausen und ist über Hafen, Schiene und Straße in regionale und internationale Produktions- und Transportnetzwerke eingebunden.
Die Geschichte beginnt 1908 mit der Norddeutschen Hütte, die Roheisen in Hochöfen produzierte. In den 1950er-Jahren entstand ein integriertes Hüttenwerk mit Hochöfen, Stahlwerk und Walzwerken. Aus der Klöckner-Hütte wurden später die Stahlwerke Bremen; heute gehört der Standort zum Arcelor-Mittal-Konzern.
Auch die NS-Zeit ist Teil der Geschichte: Zwangsarbeiter*innen mussten im Werk arbeiten. Eine Gedenktafel erinnert an das Zwangslager Riespott und die Schicksale der Betroffenen.
Die Bustour führt über das Werksgelände und vermittelt Einblicke in die industrielle Infrastruktur. Zum Abschluss erfolgt ein Halt an der Gedenktafel, die an die Zwangsarbeit erinnert.
Bustour: 14:00 h (ca. 90 Min.), ArcelorMittal Bremen & Geschichtswerkstatt Gröpelingen e.V.;
Treffpunkt: Vorplatz Oslebshauser Bahnhof. Anmeldung vom 31.08. bis 06.09.2026 unter E-MAIL:anmeldung@geschichtswerkstatt-groepelingen-bremen.de
Teilnehmerzahl begrenzt. Foto- und Filmaufnahmen sind nicht gestattet.

BREMEN-NORD

Altes Packhaus Vegesack (Alte Hafenstr. 30, Vegesack)

Das Alte Packhaus Vegesack zählt zu den ältesten und bedeutendsten historischen Gebäuden des Stadtteils. Der Ursprungsbau entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der rückwärtige Speicheranbau wurde 1753 errichtet.
Als ehemaliges Wohn- und Packhaus war das Gebäude eng mit dem Hafenbetrieb Vegesacks verbunden und Teil eines historischen Netzwerks aus Schifffahrt, Warenverkehr und Handel entlang der Weser.
Heute verbindet das denkmalgeschützte Ensemble Geschichte und Gegenwart auf neue Weise: Mit der Kultureinrichtung "KITO" und dem Overbeck-Museum ist das Alte Packhaus ein lebendiger Ort für Kunst, Musik und Begegnung. Damit steht es beispielhaft für den Wandel vom wirtschaftlichen Knotenpunkt zum kulturellen "NetzWERK" und zeigt, wie historische Infrastruktur neue Funktionen und gemeinschaftliche Bedeutung erhalten kann.
Ausstellung: Noch bis zum 15.11.2026 zeigt das Overbeck-Museum die Ausstellung "material girls V" mit Werken von sieben zeitgenössischen Bremer Künstlerinnen sowie von Fritz und Hermine Overbeck.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; Führung: 14:00 h, "Ein Blick hinter die Kulissen des KITO".

Thiele-Speicher (Alte Hafenstr. 44, Vegesack)

Ehem. Pack- und Lagerhaus am Vegesacker Hafen, um 1800. Giebelfront mit Ladepforten und Kranbalken. Erfolgreiche Umnutzung als Domizil des Fecht-Clubs Bremen-Nord (FCBN) und des Kutter- und Museumshafens Vegesack e.V.
Geöffnet: 12:00 h–17:00 h; Führungen fortlaufend nach Bedarf;
Vorstellung des Fechtsports mit Demonstrationen.
Nicht barrierefrei.

Seenotrettungs-Versuchskreuzer „Bremen“ (Liegeplatz Museumshaven Vegesack, Zum Alten Speicher)

Das Schiff wurde 1931 auf der Werft Lürssen als Motorrettungsboot KONSUL KLEYENSTÜBER gebaut. In den Jahren 1951 bis 1953 erfolgte der Umbau zu einem Versuchs-Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Dabei erhielt das Schiff seinen Namen "BREMEN". Bis 1965 war es im Einsatz und steht exemplarisch für die Entwicklung moderner Seenotrettungstechnik sowie die maritimen Infrastrukturen der Küste. Nach verschiedenen späteren Nutzungen wurde es 2013 vor der Verschrottung bewahrt und als technisches Denkmal unter Schutz gestellt. Heute erinnert es im Museumshaven Vegesack an die Geschichte der Seenotrettung im norddeutschen Küstenraum.
Open Ship: 11:00 h–17:00 h, Besichtigung von Deck, Maschinenraum und Fahrständen. Zugang in Gruppen von max. vier
Personen. Kinder ab 6 Jahren sind willkommen.
Die Crew freut sich über interessierte – insbesondere junge – Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und das Schiff mitbetreuen möchten. Interessierte können sich vor Ort melden.
Nicht barrierefrei.

LÖSCHBOOT 1 (Liegeplatz Museumshaven Vegesack, Zum Alten Speicher)

Das Feuerlöschboot wurde 1941 auf der Pahlwerft in Hamburg-Finkenwerder für die Kriegsmarine gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es als Leihgabe der US-Armee zur Bremerhavener Feuerwehr und wurde 1954 von der Stadt übernommen. Bremen war bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine der ersten Städte in Deutschland mit eigenen Feuerlöschbooten. 1994 außer Dienst gestellt, liegt das Löschboot heute im Museumshaven und gehört seit 2007 dem Schifferverein Rekum und Umgegend von 1919 e.V. Es ist voll funktionsfähig und fahrtüchtig.
Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" steht das Löschboot 1 für die Bedeutung städtischer Sicherheits- und Rettungsinfrastruktur auf dem Wasser sowie für das Zusammenspiel von Hafen, Stadt und technischen Einsatzkräften. Open Ship: 11:00 h–17:00 h;
Führungen fortlaufend nach Bedarf. Kinder willkommen!
Nicht barrierefrei.

HAUS SEEFAHRT (Seefahrtstraße 25, Grohn)

Die 1545 gegründete Stiftung HAUS SEEFAHRT gilt als ältester noch existierender Sozialfonds Europas. In dem 1951–55 von W. Wortmann und E. R. Schott erbauten neuen Seefahrtshof wohnen bedürftige Seeleute, ihre Witwen sowie Nautik-Studierende. Am Eingang das Portal des alten Seefahrtshofes von 1665. 1997/98 um ein Gemeinschaftsgebäude erweitert, darin neuer "Wappensaal" mit historischem Wandschmuck.
Führungen (mit Wappensaal): 10:00 h, 12:30 h; Treffpunkt am Seefahrtstor. Gruppengröße jeweils max. 20 Personen.
Anmeldung erforderlich vom 07.09. bis 09.09.2026, von 10:00 h bis 16:00 h unter Tel. 0421 361-10040.
Besichtigung außerhalb der Führungszeiten nicht möglich, keine Parkmöglichkeit auf dem Gelände des Seefahrtshofes.

Constructor University (Campus Ring 1, Bremen-Grohn)

Vom Kasernenareal zum Campus Der Campus der Constructor University in Bremen-Grohn zeigt eindrucksvoll, wie historische Infrastruktur durch neue Nutzungen lebendig bleibt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Wehrmachtskaserne, des Camp Grohn der US Army und später bis 1999 der Roland-Kaserne der Bundeswehr, entstand ab 2000 eine internationale Campus-Universität.
Im Mittelpunkt der Führung steht die Amerikanische Kapelle von 1947 – ein seltenes Zeugnis der US-amerikanischen Besatzungszeit.
Ihre Architektur orientiert sich an den protestantischen Kirchen Neuenglands und sollte den stationierten Soldaten ein vertrautes Stück Heimat vermitteln.
Heute erinnert sie an die Umbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg. Vorgestellt wird außerdem die erfolgreiche Umwandlung des Kasernenareals: Historische Bestandsgebäude und moderne Neubauten bilden die Campus Center der Constructor University, Infrastruktur eines lebendigen Hochschulcampus.
Führung mit Dr. Rüdiger Ritter (Constructor University) und Christof Steuer (ehem. Bauamt Bremen-Nord): 15:00 h;
Treffpunkt: Pforte an der Bruno-Bürgel-Straße.
S-Bahn-Verbindung: RS 1, H Haltestelle Schönebeck/Grohn.

Ev.-luth. Kirche St. Michael (Friedrich-Humbert-Str., Grohn)

Die Ev.-luth. Kirche St. Michael wurde 1906–1908 nach Plänen des hannoverschen Kirchenbaumeisters Karl Mohrmann errichtet. Der markante
Bruchsteinbau mit seinem weithin sichtbaren Turm prägt das Ortsbild von Grohn.
Die Kirche steht seit jeher in vielfältigen Verbindungen innerhalb des Stadtteils und ist damit Teil lokaler Netzwerke des kirchlichen und gemeinschaftlichen Lebens.
Gottesdienst: 10:00 h (Pastorin Frauke Löffler), anschließend Taufgottesdienst bis 12:45 h; Turmbesichtigung: 13:00 h;
Kirchenführung: 13:30 h (ca. 60 Min.); Turmbesteigung: 14:30 h.
An der Turmbesteigung kann jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Personen teilnehmen. Die Kirche ist barrierefrei zugänglich, der Turm ist nicht barrierefrei.

Schloss Schönebeck (Im Dorfe 5, Schönebeck)

Schloss Schönebeck, ein barockes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, beherbergt heute das Heimatmuseum des Heimat- und Museumsvereins für Vegesack und Umgebung e. V. Die Dauerausstellung in dem zweigeschossigen Backstein-Fachwerkbau mit seiner Prunkfront von 1705 vermittelt eindrucksvoll die Geschichte der Region – vom Walfang über das Bootsbauerhandwerk bis zu den Sammlungen des Afrikaforschers Gerhard Rohlfs.
Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" wird das Schloss selbst als Teil historischer Netzwerke des Handwerks und der regionalen Wirtschaft erfahrbar: als Ort, an dem sich über Jahrhunderte Lebens-, Arbeits- und Wissenswelten der Region miteinander verbunden haben.
Geöffnet: 10:30 h–17:00 h; Führungen: 11:00 h und 15:00 h.
Das Schlosscafé lädt im Anschluss mit Kaffee und Kuchen zum Verweilen ein.

Wätjens Park (Landrat-Christians-Str., Blumenthal)

Wätjens Park ist ein bedeutender historischer Landschaftspark und Teil eines Netzes aus Wegen und Grünräumen. Im Sinne des Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" verbinden sich hier Landschaftsgestaltung, historische Wegeführungen und Bauwerke zu einer bis heute erlebbaren Kulturlandschaft und einem besonderen Naherholungsort. Ab 1830 ließ der Bremer Kaufmann und Reeder Diedrich Heinrich Wätjen hier einen Landsitz mit Parkanlage anlegen, gestaltet vom Landschaftsgärtner Isaak Altmann nach englischem Vorbild. Entscheidend geprägt wurde die Anlage durch Christian Heinrich ("Christel") Wätjen, der den Besitz erweiterte und das Wohnhaus 1858–1864 durch eine schlossartige Villa im Stil der englischen Tudorgotik ersetzen ließ (Architekt: Heinrich Müller). Die historischen Wege prägen den Park bis heute; ein Radweg nutzt Teile dieser Strukturen. Trotz einiger Veränderungen und Verluste lässt sich die historische Gestaltung des Parks noch immer gut erleben.
Geöffnet: Permanent; Führung (Rainer Frankenberg): 11:00 h, ca. 90 Min.; Treffpunkt: Sandsteintor an der Einmündung "Am Forst"/Landrat-Christians-Str. Parkmöglichkeit: am Sportplatz Löh, Am Forst, gegenüber dem Parkhaupteingang.

Burg Blomendal (Auestr. 9–9b, Blumenthal)

Burg Blomendal wurde 1354 als Wasserburg der Ritter de Omunde errichtet – Teile des ursprünglichen Baus sind bis heute erhalten. Besonders beeindruckend sind die Deckenmalereien aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, allen voran die prachtvoll erhaltene Tugenddecke von 1618. Die kleine Ortschaft Blumenthal entwickelte sich aufgrund seiner geografischen und besonderen zollrechtlichen Gegebenheiten im 19. und 20. Jahrhundert zu einem florierenden Industriestandort, während die Burg zum Sitz der preußischen Kreisverwaltung wurde. Eine Fotoausstellung zeigt die Veränderungen der Burg Blomendal und wird live von Slawa Starchevskyi am Klavier begleitet. Parallel wird ein historischer Dokumentarfilm über die Entwicklung des Ortes gezeigt.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; Führungen finden stündlich von 11:00 h bis 13:00 h und 15:00 h bis 17:00 h statt.
Kaltgetränke, Kaffee und hausgemachter Kuchen laden zu einem gemütlichen Beisammensein ein.
Nicht barrierefrei.

Bremerhaven

Große Kirche bzw. Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche, ev. (Bürgermeister-Smidt-Str. 45, Mitte)

Mit ihrem 80 Meter hohen Turm prägt die Große Kirche seit dem 19. Jahrhundert das Stadtbild Bremerhavens. Die neugotische Backstein-Hallenkirche wurde 1853–1855 nach Plänen von Simon Loschen errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt; Turm und Teile der Außenmauern blieben erhalten. Der behutsame Wiederaufbau orientierte sich am ursprünglichen Erscheinungsbild. Heute ist die Kirche ein bedeutendes Denkmal der Stadtgeschichte. Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" verweist die Kirche auf die engen Verbindungen zwischen Schifffahrt, Stadtgesellschaft und Kirche. So setzten sich bereits vor ihrem Bau 21 Kapitäne für ihre Errichtung ein. Zugleich diente der weithin sichtbare Turm über Jahrzehnte der Schifffahrt als Orientierungspunkt. Aktuell knüpft die Kirchengemeinde neue
Netzwerke in die Stadtgesellschaft mit der Offenen Kirche, vielen Konzerten und besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen.
Gottesdienst: 11:00 h; Geöffnet: 12:00 h–15:00 h;
Kirchenführung durch Frau Waltraud Albrecht: 12:30 h.
Barrierefreier Zugang (Rampe) im Nordwesten nach Anmelden in der Kirche möglich.

Stadttheater Bremerhaven (Theodor-Heuss-Platz 10, Mitte)

Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" lädt das Stadttheater Bremerhaven zu einer besonderen Führung ein. Das Haus wurde am 18. September 1944 nahezu vollständig zerstört; erhalten blieb lediglich die markante Jugendstilfassade des Architekten Kaufmann.
Der anschließende Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ist selbst ein Beispiel gelebter städtischer Netzwerke: Mit Unterstützung und zahlreichen Spenden der Bremerhavener Bevölkerung konnte das Theater als kultureller Mittelpunkt der Stadt wieder entstehen. Bei der Führung mit Intendant Lars Tietje wird nicht nur die Geschichte des Hauses und seiner Architektur vermittelt, sondern auch die Bedeutung des Theaters als Teil kultureller und städtischer Infrastruktur beleuchtet – als Ort, an dem sich soziale, künstlerische und historische Netzwerke bis heute verdichten.
Führung mit Lars Tietje (Intendant des Stadttheaters Bremerhaven): 13:00 h; Treffpunkt: vor dem Haupteingang.

Stadtrundgang: Geschichte der Brücken in Bremerhaven

Der Stadtrundgang widmet sich der Geschichte der Bremerhavener Brücken – von historischen Dreh- und Klappbrücken bis hin zu modernen Technikdenkmalen. Als zentrale Bestandteile der Infrastruktur verbinden Brücken Orte, Verkehrswege und wirtschaftliche Räume und stehen damit im Sinne des Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" für die Entstehung und Entwicklung urbaner Netzwerke. Zugleich spiegeln sie Hafenentwicklung, Industrialisierung und städtebaulichen Wandel wider und werden als Zeugnisse der Hafen und Stadtgeschichte im Spannungsfeld von Funktionalität und Ästhetik betrachtet. Der Wandel Bremerhavens vom Arbeitshafen zum modernen Erlebnisquartier "Havenwelten" wird dabei sichtbar.
Führung mit Dr. Dirk J. Peters (Industriearchäologe), Andreas Geywitz (Bauordnungsamt), Heiner Behrens (BEAN) und Dr. Julia Kahleyß (Stadtarchiv): 15:00 h–17:00 h, Dauer: ca. 2–2,5 Stunden; Start: Alte Geestebrücke.

Schifffahrtsmuseum, Leibniz-Institut für maritime Geschichte (Hans-Scharoun-Platz 1, Mitte)

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) ist eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Es vermittelt die maritime Geschichte als bedeutenden Teil unseres kulturellen Erbes und macht dabei historische Netzwerke von Handel, Schifffahrt und globalem Austausch sichtbar – ganz im Sinne des Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur". Zugleich ist das Museum selbst Teil eines überregionalen Forschungsverbunds und damit in ein enges Netzwerk wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen eingebunden.
Geöffnet: 10:00 h–18:00 h. Freier Eintritt auf die Museumsschiffe sowie in die Kogge-Halle und in den Bangert-Bau, wo die Dauerausstellung "Schiffswelten – Der Ozean und wir" sowie die Sonderausstellungen "Tiere an Bord – Wissen, Ware, Wunder" und "Still stehen: Zur Situation von Seeleuten und Geflüchteten während der Pandemie" zu sehen sind.
Öffentliche Führungen: 11:00 h und 16:00 h, "Das Feuerschiff ELBE 3: Orientierungshilfe auf See";
Treffpunkt: Eingang Schiffswelten. Anmeldung erforderlich unter besucherservice@dsm.museum
Nach ihrer Sanierung präsentiert sich die ELBE 3 in leuchtendem Rot und erinnert an ihre frühere Rolle als Feuerschiff, das als schwimmendes Seezeichen fest verankert auf der Elbe anderen Schiffen Orientierung bot. Sie steht im Zentrum eines Rundgangs zur Entwicklung und Bedeutung von Lichtsignalen in der Schifffahrt.
Die Museumsschiffe sind nicht barrierefrei zugänglich.
Öffentliche Führung: 15:00 h: Scharoun-Bau;
Treffpunkt: Eingang Scharoun-Bau; Anmeldung erforderlich unter besucherservice@dsm.museum
Ein Highlight ist der Rundgang durch den Scharoun-Bau, der seit mehr als sieben Jahren geschlossen ist. Teilnehmende haben die Möglichkeit, mehr über die besondere Architektur und die Zukunft des Gebäudes zu erfahren.

Info-Stand des DSD-Ortskuratoriums am Halbportalkran, Am Längengrad 18

Der Informationsstand des DSD-Ortskuratoriums befindet sich am Halbportalkran vor dem ehemaligen Koggenbräu-Gebäude, Am Längengrad 18.
Hier erhalten Sie Informationen zur Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und zu den Denkmalen in der Region.
Unsere ehrenamtlich Engagierten freuen sich auf Ihren Besuch und beantworten gerne Ihre Fragen.

"Schulschiff Deutschland" (Liegeplatz Neuer Hafen, beim Deutschen Auswandererhaus, Mitte)

Der stattliche Dreimaster lief 1927 bei der Tecklenborg-Werft in Bremerhaven vom Stapel. Er ist das letzte der für den Deutschen Schulschiff-Verein (DSV) erbauten Segelschulschiffe und steht bis heute unter dessen Obhut. Als letztes deutsches Vollschiff unter deutscher Flagge ist es ein bedeutendes Zeugnis maritimer Ausbildungsgeschichte. Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" erinnert das Schiff an die Ausbildungs- und Wissensnetzwerke der Seefahrt. Über Generationen hinweg diente es der Schulung des nautischen Nachwuchses und war damit Teil der Infrastruktur, auf der die maritime Wirtschaft beruhte. Der Erhalt dieses einzigartigen Kulturdenkmals wird bis heute
durch das Engagement des Deutschen Schulschiff-Vereins und zahlreicher Ehrenamtlicher getragen.
Open Ship: 10:00 h–16:00 h; Führungen nach Bedarf.
Für das leibliche Wohl ist mit Getränken und leckeren Snacks gesorgt.

Dampfeisbrecher "Wal" (Liegeplatz Neuer Hafen, beim Deutschen Auswandererhaus, Mitte)

Der Dampf-Eisbrecher „Wal“ wurde 1938 auf der Werft Oderwerke Stettin für den Einsatz auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute Nord-Ostsee-Kanal) gebaut. Als eines der letzten dampfgetriebenen Seeschiffe weltweit markiert er den Abschluss der technischen Entwicklung dieser Schiffsgattung in Deutschland. 1990 wurde die „Wal“ als letztes dampfbetriebenes Schiff des Bundes außer Dienst gestellt. Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" erinnert die "Wal" an die technische Infrastruktur der Schifffahrt. Als Eisbrecher hielt sie Wasserwege auch im Winter offen und trug dazu bei, Verkehr, Handel und Versorgung aufrechtzuerhalten.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; Open Ship mit Führungen.
Crew-Mitglieder stehen für Informationen zur Verfügung. Im Salon werden kleine Speisen und Getränke angeboten, bei gutem Wetter auch auf dem Bootsdeck.

Dampfer "Welle" (Liegeplatz Neuer Hafen, beim Dampfeisbrecher "Wal", Mitte)

Letztes erhaltenes Dienstschiff der Weserkorrektion, Stapellauf 1915 als Bereisungs- und Schleppdampfer. Entsprechend dem damaligen Stand der Technik wurde die "Welle" mit einem Doppelschraubenantrieb und zwei Dreifachexpansions-Dampfmaschinen ausgestattet.
Zum Gastronomieschiff umgebaut, sank die "Welle" 1994 an der Bremer Schlachte.
Seit ihrer Bergung wird sie vom 1998 gegründeten "Verein Dampfer Welle e.V." gepflegt und in den Auslieferungszustand von 1915 zurückversetzt. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Open Ship: 11:00 h–16:00 h.

Seitentrawler "GERA" (Liegeplatz am Schaufenster Fischereihafen, Fischkai, Geestemünde)

Als letzter erhaltener deutscher Seitentrawler steht die "GERA" exemplarisch für die engen Netzwerke der Hochseefischerei, in denen Schiffe, Häfen und maritime Infrastruktur eng miteinander verflochten waren. Die 1959 in Wolgast vom Stapel gelaufene "GERA" wurde vom Fischkombinat Rostock betrieben. Als schwimmendes Hochseefischereimuseum blieb ihre technische Ausrüstung vollständig erhalten und vermittelt eindrücklich die Arbeits- und Lebenswelt der damaligen Fischerei. Schiffe dieses Typs prägten einst den Alltag und Betrieb im Fischereihafen nachhaltig.
Außenstelle des Historischen Museums Bremerhaven.
Open Ship: 11:00 h–18:00 h.

Ehem. Gasthof zum "Schloß Morgenstern" mit Friesenstube (Burgstr. 1, Weddewarden)

Mitte des 19. Jahrhunderts entstand hier der Gasthof "Schloß Morgenstern". Bereits 1518 wurde an dieser Stelle die 1517 erbaute Zwingburg Morgenstern von den Wurster Friesen gestürmt – ein symbolträchtiger Ort für den Freiheitskampf des Landes Wursten. Deshalb wurde der Gasthof im 19. Jahrhundert für den Schriftsteller Hermann Allmers und seine Weggefährten aus Wursten und Bremerhaven zu einem Bezugspunkt regionaler Erinnerung und Geschichtsdeutung. Ihren Treffpunkt im Gasthof richteten die "Männer vom Morgenstern" um Allmers 1882 als "Friesenstube" im altdeutschen Stil ein. Damit steht der Ort beispielhaft für historische und kulturelle Netzwerke über Generationen hinweg.
Die Gruppe aus städtischen Honoratioren und Hofbesitzern entwickelte sich bald zu einem wissenschaftlich geprägten Heimatbund.
Seit 2012 hat der Bund hier seinen Sitz.
Geöffnet: 14:00 h–17:00 h; Führungen nach Bedarf; Kaffee und Kuchen.
Ab 16:00 h werden ausgewählte Geschichten über Lieblingsdenkmale vorgetragen und miteinander geteilt – als lebendiges Netzwerk persönlicher Erinnerungen.

Tag des Denkmals · Landesamt für Denkmalpflege