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Tag des offenen Denkmals® am 13.09.2026

"NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur"

Bei freiem Eintritt werden wieder zahlreiche Denkmäler geöffnet sein, die sonst im Alltag für das interessierte Publikum nicht zugänglich sind.

"NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" – das diesjährige Motto des Tags des offenen Denkmals mag zunächst technisch klingen, öffnet jedoch den Blick auf vielfältige Verbindungen zwischen Bauwerken, Menschen und Gesellschaft. Denkmale stehen selten für sich allein, sondern sind Teil größerer Netzwerke aus Technik, Wissen, Wirtschaft, Mobilität und sozialem Austausch – damals wie heute. Das diesjährige Programm zeigt diese Vielfalt eindrucksvoll: von den Bremer Mühlen wie der Mühle am Wall oder der Arberger Mühle, die von historischen Versorgungs- und Wirtschaftssystemen erzählen, über Kirchen wie den St. Petri Dom oder die Große Kirche Bremerhaven bis hin zu den Friedhöfen Riensberg und Huckelriede als Orte religiöser, gesellschaftlicher und kultureller Erinnerung. Auch die Wallanlagen, Burg Blomendal, das Schulschiff Deutschland und die Brücken in Bremerhaven zeigen unterschiedliche Formen der Vernetzung. So entsteht ein vielschichtiges Bild von Infrastruktur, das weit über Straßen und Bahnhöfe hinausgeht und Denkmale als Knotenpunkte unserer Geschichte erfahrbar macht.

Eröffnung
Der Tag des offenen Denkmals® wird am Sonntag, 13. September 2026 um 11:00 Uhr in der
Arberger Mühle, Arberger Heerstraße 90, 28307 Bremen, feierlich eröffnet.

Die Grußworte sprechen:

  • Werner Möller, Eigentümer der Arberger Mühle
  • Dr. Andreas Mackeben, Abteilungsleiter, Senator für Kultur
  • Dr. Wolfram Seibert, Leitung Ortskuratorium Bremen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • Dr. Christine Onnen, Leiterin und Landeskonservatorin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie

Musikalischer Rahmen: Erwan Tacher & Martin Gruel

Anfahrt: Mit dem Zug RS1 ab Bremen Hauptbahnhof in Richtung Verden bis zum Bahnhof Mahndorf, anschließend mit der Buslinie 40 bis zur Haltestelle Colshornstraße (Fahrtzeit ca. 20 Minuten).
Alternativ mit den Straßenbahnlinien 2 oder 10 bis zur Haltestelle Föhrenstraße, von dort weiter mit der Buslinie 40 bis zur Haltestelle Colshornstraße (Fahrtzeit ca. 45 Minuten).
Parkmöglichkeiten: Arberger Heerstraße 90.

Parallel zum Tag des offenen Denkmals findet der 21. swb-Marathon statt. Bitte beachten Sie mögliche Straßensperrungen; Informationen zum Streckenverlauf finden Sie unter swb-Marathon

Zur Teilnahme an der Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.

Programm
BREMEN
BREMEN-NORD
BREMERHAVEN

Programmhefte liegen ab Mitte August 2026 an verschiedenen öffentlichen Stellen aus: Stadtbibliothek, Bremer Touristik Zentrale, Rathaus, Kapitelsaal 8, St. Petri Dom, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

BREMEN

Bremer Orgelsonntag

Zeitgleich mit dem Tag des offenen Denkmals lädt der Bremer Orgelsonntag zu besonderen Klangerlebnissen an sehenswerten Orten ein:
Propsteikirche St. Johann – Breil/Sauer-Orgel (Felix Mende): 15:00 h.
St. Petri Dom – Orgelvorstellung und moderiertes Kurzkonzert an der Silbermann-Orgel (Stephan Leuthold) in der Westkrypta um 16:00 h.
Kurzkonzert an der Sauer-Orgel (Stephan Leuthold): 16:30 h–17:00 h. Treffpunkt: Aufgang zur Westempore.
17:15 h kleiner Spaziergang an der Weser mit Eisessen, „Kaffeesieren“ auf dem Weg zur St.-Martini-Kirche.
St.-Martini-Kirche – Musikalische Andacht an der Ahrend-Orgel (Katja Zerbst): 18:00 h.

Weitere Informationen über die Propsteikirche St. Johann, den St. Petri Dom und die St. Martini-Kirche befinden sich in den jeweiligen Abschnitten dieser Internetseite. Eintritt jeweils frei, Spenden erbeten. Veranstalter des Bremer Orgelsonntags: Johann Sebastian Bach-Gesellschaft Bremen e.V., www.bachgesellschaft.de

Baumwollbörse (Wachtstr. 17–24, Altstadt)

Die Bremer Baumwollbörse wurde von 1900 bis 1902 nach Plänen von Johann Poppe als erstes Eisenskelettgebäude der Stadt im Stil der Neorenaissance errichtet. Sie diente als Kontorhaus für den florierenden Baumwollhandel und steht exemplarisch für Bremen als Knotenpunkt internationaler Handelsnetzwerke. Hier trafen Händler, Makler und Reedereien aufeinander; zugleich war das Gebäude in die Infrastruktur aus Hafenwirtschaft, Eisenbahnverkehr und globalen Warenströmen eingebunden. Die aufwendig gestaltete Innenausstattung ist bis heute weitgehend erhalten. Die ursprünglich reich verzierten Fassaden wurden in den 1920er-Jahren aufgrund starker Verwitterung vereinfacht; weitere kleinere Veränderungen folgten infolge von Kriegsschäden.
Führungen: 11:30 h, 12:00 h, 13:30 h, 14:00 h und 14:30 h, Dauer 60 Min., max. 20 Personen pro Gruppe.
Kostenlose Eintrittskarten an der Rezeption der Baumwollbörse vom 07.09. bis 11.09.2026, 14:00 h–17:00 h.

Ehem. Sparkasse am Markt (Am Markt 12, Altstadt)

Die markante Rokoko-Fassade der früheren Sparkasse prägt den Bremer Marktplatz und ist ein herausragendes Beispiel für die Wiederverwendung historischer Architekturteile im Stadtraum.
Ursprünglich zierte sie ab 1755 das Hoffschlägersche Wohnhaus an der Schlachte 31 B und wurde vermutlich von Theophilus Wilhelm Frese gestaltet. Nach Kriegsschäden 1944 geborgen, wurde sie 1957/58 an ihrem heutigen Standort wiederaufgebaut.
Die Ausstellung zur 200-jährigen Geschichte der Sparkasse in Bremen zeigt die Entwicklung der Sparkassenidee als Teil städtischer Finanz- und Versorgungsstrukturen. Damit wird ein Aspekt wirtschaftlicher Infrastruktur sichtbar, der ebenfalls zum Motto des Tags des offenen Denkmals 2026 „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ passt.
Geöffnet: 12:00 h–16:30 h. Ausstellung: "200 Jahre Die Sparkasse in Bremen #möglichmachen seit 1825" in der ehemaligen Kassenhalle, [FETT Führung)
zur Ausstellung fortlaufend nach Bedarf; nicht barrierefrei.

St. Petri Dom, ev., und Dommuseum (Am Dom 1, Altstadt)

Der erste Bremer Dom wurde 789 durch Bischof Willehad geweiht, jedoch bereits 792 wieder zerstört. Der heutige Bau geht im Kern auf das 11. und 12. Jahrhundert zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und erweitert. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Geöffnet: 11:00 h–17:00 h; Gottesdienst: 10:00 h mit Pastor Christian Naegeler und Stephan Leuthold an der Orgel; offene Kirche ab 11:30 h.
Foto-Rallye: 13:00 h. Suche nach versteckten Details im Dom, die im Alltag leicht übersehen werden.
Führung durch die Gewölbe des Doms: 14:00 h. Der Rundgang zeigt die unterschiedlichen Gewölbeformen, insbesondere
das Netzgewölbe im Nordschiff, und erläutert deren Entstehung.
Da der Tag des offenen Denkmals mit dem Orgelsonntag zusammenfällt, steht der Dom anschließend ganz im Zeichen der Musik:
Kurzkonzert an der Silbermann-Orgel (Stephan Leuthold) in der Westkrypta um 16:00 h;
Kurzkonzert an der Sauer-Orgel (Stephan Leuthold): 16:30 h–17:00 h; Treffpunkt: Aufgang zur Westempore.
Weitgehend barrierefrei, mit Ausnahme der Krypten, der Chorräume und des Dom-Museums.

Unser Lieben Frauen, ev. (Unser Lieben Frauen, Kirchhof 27, Altstadt)

Älteste Pfarrkirche Bremens (11. Jh.), ursprünglich dem Hl. Veit gewidmet und als Markt- und Ratskirche eng mit Handel, Politik und Stadtverwaltung verbunden. Als erste stadtbürgerliche und von der erzbischöflichen Domkirche unabhängige Pfarrkirche Bremens macht sie die engen Netzwerke von Religion, Politik und urbanem Leben in der mittelalterlichen Stadt bis heute sichtbar. Eindrucksvolle moderne Buntglasfenster von Alfred Manessier (1911–1993), neu gestaltete Friedenskapelle im Nordturm.
Ausstellung: "Du wurdest mit Flügeln geboren" des Künstlers Ulrich Schwecke.
Geöffnet nach dem Gottesdienst, ab ca. 12:00 h bis 18:00 h.

Rundgang: "Die Weserrenaissance in Bremen und was von ihr geblieben ist" Stadtwaage (Langenstraße 13, Altstadt)

Am Beispiel der Stadtwaage und des Gewerbehauses führt der Rundgang in die Geschichte zweier bedeutender Bauwerke ein, die um 1600 im Stil der Weserrenaissance errichtet wurden. Welche Funktionen erfüllten sie einst im Alltag der Hansestadt? Was geschah mit ihnen in der Nachkriegszeit? Die Führung beleuchtet ein bewegtes Kapitel Bremer Bau und
Stadtgeschichte.
Führung mit Kunsthistoriker Detlef Stein: 16:00 h;
Treffpunkt: An der Stadtwaage, Langenstraße 13.
Weitgehend barrierefrei.

St.-Martini-Kirche, ev. (Martinikirchhof 3–6, Altstadt)

Die Kirche St. Martini – jahrhundertelang die Kirche der Schiffer und Kaufleute – wurde 1229 zunächst als dreischiffige Basilika ohne Querschiff errichtet und 1376 zur frühgotischen Backsteinhallenkirche umgebaut. Ursprünglich außerhalb der Stadtmauer gelegen, war sie ein wichtiger Anlaufpunkt für reisende Kaufleute und Schiffsreisende und steht damit beispielhaft für die Netzwerke von Handel, Schifffahrt und städtischem Leben im mittelalterlichen Bremen.
Im Rahmen des Orgelsonntags: Musikalische Abendandacht an der Ahrend-Orgel mit Katja Zerbst, 18:00 h.
Geöffnet: 17:30 h–19:30 h. Barrierefreier Zugang über den Seiteneingang.

Propsteikirche St. Johann (Klosterkirchstr., Altstadt)

Ehemalige Klosterkirche des um 1225 gegründeten Franziskanerklosters, dreischiffige gotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, heute katholische Pfarrkirche. Der von Franz von Assisi gegründete Franziskanerorden war eine religiös-kulturelle Erneuerungsbewegung des Mittelalters mit gesamteuropäischer Ausstrahlung und steht beispielhaft für die engen geistlichen und gesellschaftlichen Netzwerke jener Zeit.
Geöffnet: 10:00 h–19:00 h; Messe: 11:00 h und 18:00 h;
Kurzkonzert (an der Breil/Sauer-Orgel: Felix Mende, Moderation: Stephan Leuthold): 15:00 h, ca. 30 Min.
Führung (Thomas Schlosser): 15:30 h, ca. 60 Min.

Kaisersaal im ehemaligen Hauptpostamt (Domsheide 15, Altstadt)

Um ihre verstreuten Dienstsitze zu bündeln, errichtete die Reichspost 1875–1879 an der Domsheide ein repräsentatives Dienstgebäude in Formen der Neorenaissance nach Entwürfen von Karl Schwatlo, Berlin. Als zentrale Drehscheibe des Nachrichten- und Postwesens steht das Gebäude beispielhaft für die Netzwerke von Kommunikation, Verwaltung und Verkehr im Deutschen Kaiserreich und passt damit besonders gut zum Motto des Tags des offenen Denkmals 2026 „Netz-WERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Eine Besonderheit ist der als Kaisersaal bezeichnete Festsaal der ehemaligen Wohnung des Oberpostdirektors, des damals ranghöchsten Reichsbeamten vor Ort. Mit den dort aufgestellten Büsten des Kaiser- und Kronprinzenpaares erhielt der Reichsgedanke in Bremen eine besonders repräsentative Ausdrucksform. Die allegorischen Wandmalereien von Arthur Fitger, Bremen, stellen heute eine große Seltenheit dar.
Führungen (Dr. Oliver Rosteck und Sebastian Rothe): jede volle Stunde von 12:00 h bis 16:00 h;
Treffpunkt: Alte Post, Eingang Domsheide.
Nicht barrierefrei.

Landgerichtsgebäude (Domsheide 16, Altstadt)

Das Landgerichtsgebäude mit der damaligen Untersuchungshaftanstalt entstand zwischen 1891 und 1895 sowie in einer Erweiterungsphase von 1902 bis 1906 nach Plänen der Oldenburger Architekten Ludwig Klingenberg und Hugo Weber. Der weitläufige Gebäudekomplex mit monumentalen Straßenfronten und mehreren Innenhöfen verbindet repräsentative Architektur mit funktionaler Gliederung. Die reich gestalteten historistischen Fassaden orientieren sich an der französischen Renaissance.
Im Inneren beeindrucken das kunstvoll ausgemalte Treppenhaus sowie der Schwurgerichtssaal mit seiner prunkvollen historistischen Ausstattung und seiner detailreichen Holzschnitzarbeit, in der sich dekorative Ornamente finden lassen. Als bedeutender Bau der Justiz- und Verwaltungsinfrastruktur des Deutschen Kaiserreichs steht das Landgerichtsgebäude exemplarisch für den Ausbau staatlicher Netzwerke im späten 19. Jahrhundert und greift damit das Jahresmotto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ auf.
Führung (Dr. Thorsten Prange, Vorsitzender Richter am Landgericht]: 10:30 h, ca. 120 Min., max. 20 Pers. Bitte Personalausweis mitbringen. Vor Beginn der Führungen finden [FETT Einlasskontrollen) statt. Anmeldung ausschließlich per E-Mail an: office@denkmalpflege.bremen.de in der Zeit vom 07. bis 10.09.2026 möglich.

Wilhelm Wagenfeld Haus (Am Wall 209, Mitte/Ostertor)

Das Wilhelm Wagenfeld Haus verbindet klassizistische Architektur mit einem lebendigen Ausstellungsprogramm zu Design und Alltagskultur. Es bewahrt den Nachlass des Bauhausschülers Wilhelm Wagenfeld und lädt dazu ein, Designgeschichte und Gegenwart zu entdecken. Das Gebäude wurde 1825–1828 als Strafvollzugsanstalt errichtet und während der NS-Zeit zur Internierung politischer Gefangener genutzt. Diese vielschichtige Geschichte prägt den Ort bis heute.
Geöffnet: 10:00 h–18:00 h.
Ausstellung: "Ein guter Anfang. 40 Jahre Blaumeier": Zum Jubiläum des Blaumeier-Ateliers treffen frühe Arbeiten der 1980er-Jahre auf aktuelle Werke der Gruppe "Blaue Sau".
Die Ausstellung gibt Einblicke in vier Jahrzehnte gemeinschaftlicher Kunstpraxis.

Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache (Am Wall 209, Mitte/Ostertor)

Die "Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache" wird vom Staatsarchiv Bremen betreut. Sie befindet sich im heutigen Wilhelm Wagenfeld Haus und bewahrt einen original erhaltenen Zellentrakt als Erinnerungsort an die Geschichte des Gefangenenhauses.
[FETT Aktionsprogramm: 11:00 h–14:00 h; 11:00 h: Kurzes Gedenken der Opfer von Faschismus und Krieg an der Skulptur "Freiheitskämpfer" von Fritz Cremer im Außenbereich;
11:15 h–12:00 h: Besuch des Zellentrakts mit Erläuterungen durch Stefan Heesch;
12:15 h: Lesung im Gewölbekeller des Wilhelm Wagenfeld Hauses: Edith Klein und Gerd Lieberum lesen aus dem Buch "Na Lütten. Briefe aus dem Konzentrationslager und Zuchthaus
1933–1937". Die Bremer Kommunistin Lore Buchholz veröffentlichte darin Briefe ihres Vaters Heinrich Buchholz, der als Gefangener der Gestapo in der Ostertorwache interniert
war.
13:15 h–14:00 h: Besuch des Zellentrakts mit Erläuterungen durch Stefan Heesch

Rutenberg-Villa, heute Ortsamt Mitte / Östliche Vorstadt (Am Dobben 91)

Die 1862–1864 vom Bauunternehmer und Baumeister Lüder Rutenberg für sich selbst errichtete Villa steht beispielhaft für das rasante Wachstum Bremens im 19. Jahrhundert. Rutenberg prägte mit seinen Wohnbauten die Entwicklung der Bremer Vorstädte wesentlich mit – in einer Zeit des Ausbaus städtischer Infrastruktur und neuer Verkehrs- und Versorgungsnetze.
Die Villa besitzt eine bedeutende bauzeitliche Ausstattung mit Wand- und Deckenmalereien im Erd- und Obergeschoss sowie einen Festsaal mit Musikempore. Heute ist das Gebäude Sitz des Ortsamts Mitte / Östliche Vorstadt und damit auch ein Ort kommunaler Netzwerke und der Bürgerbeteiligung.
Führungen mit Ortsamtsleiterin Astrid Dietze und Restauratorin Laura Blumenberg: 12:00 h und 13:00 h. Gruppengröße max. 20 Personen. Anmeldung erforderlich vom 07. bis
11.09.2026, 10:00 h–16:00 h unter 0421 361-10040.
Nicht barrierefrei.

Mühle am Wall (Am Wall 212, Altstadt)

Die Mühle am Wall, auch bekannt als Herdentorswallmühle, ist die letzte erhaltene von ehemals bis zu 15 Windmühlen in den Bremer Wallanlagen. Bereits 1699 hatte an dieser Stelle nachweislich eine Mühle gestanden. Nachdem die Vorgängermühle von 1815 durch einen Brand zerstört worden war, errichtete der Mühlenbaumeister Berend Erling die heutige Windmühle als Galerieholländer.
Nach einem weiteren Brand im Jahr 1898 wurde die Mühle originalgetreu wiederhergestellt. Heute erinnert sie an die Bedeutung von Getreidemühlen für die Versorgung der Stadt und die technische Infrastruktur vergangener Zeiten. Die Mühle am Wall war zudem in gewisser Weise Teil eines sozialen Netzwerks: Hier wurde nicht nur Getreide verarbeitet und die Bevölkerung versorgt, sondern es wurden auch Kontakte geknüpft.
Die Besichtigung des Mahl- und des Mehlbodens (im 4. und 5. OG) mit Oliver Kliebisch von Immobilien Bremen vermittelt Einblicke in die historischen Abläufe des Mühlenbetriebs und den früheren Arbeitsalltag des Müllers.
Besichtigung: 13:00 h–15:00 h und 15:30 h–17:00 h, alle 30 Min., Gruppengröße: max. 10 Personen. Hinweis: Teilnahme auf eigene Gefahr. Die Galerie darf nicht betreten werden.

Von der Festung zum Park – Führung durch die Wallanlagen (Ansgaritorhaus, Bürgermeister-Smidt-Str. 88, Altstadt)

Die Bremer Wallanlagen gingen aus der frühneuzeitlichen Stadtbefestigung hervor und wurden nach dem Schleifen der Bastionen im 19. Jahrhundert zu einem Landschaftspark umgestaltet. Heute zählen sie zu den größten und besterhaltensten historischen Parkanlagen dieser Art in Deutschland. Aus der ehemaligen militärischen Infrastruktur zur Verteidigung Bremens im Dreißigjährigen Krieg wurde im 19. Jahrhundert die heutige „blau-grüne“ Infrastruktur der Wallanlagen entwickelt. Diese umfasst Grün- und Wasserflächen, die in der dicht bebauten Stadt kühlend wirken, Staub binden sowie Räume für Erholung und Begegnung und zugleich wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten. Die Wallanlagen machen so den Wandel von militärischer Infrastruktur zu einem ökologisch und sozial wirksamen Stadtraum in besonderer Weise sichtbar.
Führung mit der Kunsthistorikerin und Autorin Christine Holzner-Rabe durch die Wallanlagen;
Treffpunkt: 16:00 h vor dem Ansgaritorhaus, Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) direkt gegenüber der Haltestelle "Am Wall".
Weitgehend barrierefrei.

Übersee-Museum (Bahnhofsplatz 13, Bahnhofsvorstadt)

Das zwischen 1891 und 1896 errichtete Museumsgebäude wurde nach Entwürfen der Bauinspektoren Heinrich Flügel und Ludwig Beermann erbaut. Bereits unter dem ersten Direktor, Hugo Schauinsland, wuchsen die Sammlungen rasch an, sodass das Gebäude zwischen 1907 und 1911 um einen zweiten Flügel mit Lichthof erweitert wurde. Das Übersee-Museum ist mit seiner in Europa einzigartigen Sammlungskombination aus Völker-, Natur- und Handelskunde ein besonderer Ort der Wissensvermittlung. Die Ausstellungen thematisieren die Vielfalt des Lebens in Kultur, Natur und Handel.
Geöffnet: 10:00 h–17:00 h;
Führung: "Haus-Reklame – Reliefs zur weiten Welt an der Fassade des Übersee-Museums" mit Dr. Michael Stiller, 11:00 h–12:00 h; Treffpunkt: 11:00 h im Foyer.
Führung: "Zwischen Hafen und Vitrine – Wie Netzwerke Bremer Kaufleute die Sammlung formten" mit Jan Waßmann, 14:00 h–15:00 h; Treffpunkt: 14:00 h im Foyer.
Anmeldung zu den Führungen unter www.uebersee-museum.de erforderlich.

Hauptbahnhof Bremen (Bahnhofsplatz 15, Bahnhofsvorstadt)

Mit seiner repräsentativen Backsteinarchitektur zählt der Bremer Hauptbahnhof zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Großstadtbahnhöfen des Historismus in Deutschland. Das vom hannoverschen Architekten Hubert Stier errichtete und 1890 eingeweihte Bauwerk verströmte einst mit schweren Eichenmöbeln, opulenten Kronleuchtern und üppig verzierten Wänden eine Atmosphäre, die im scharfen Kontrast zum heutigen durchfunktionalisierten Gebäude steht. Als zentraler Knotenpunkt des Eisenbahnverkehrs steht der Hauptbahnhof beispielhaft für die Netzwerke von Mobilität, Handel und Kommunikation. Spannend sind aber nicht nur die technischen und architektonischen Besonderheiten, sondern auch seine zahlreichen sozialhistorischen Aspekte.
Geöffnet: Jederzeit zugänglich; Führung durch den Hauptbahnhof mit Heiko Siemers (DB-Manager), Andreas Calic und Thomas Gehrmann (StattReisen Bremen e.V.): 13:00 h;
Treffpunkt: Eingang Übersee-Museum.

Focke-Windkanal (Emil-Waldmann-Straße 4, Mitte/Bahnhofsvorstadt)

Das Focke-Fluglabor war das Forschungslabor des Luftfahrtpioniers Henrich Focke, Mitgründer von Focke-Wulf und Entwickler des ersten voll funktionsfähigen Hubschraubers. Das 1963 errichtete Labor wurde bis 1975 für Forschung und Entwicklung genutzt und zwischen 2003 und 2010 restauriert.
Geöffnet: 14:00 h–18:00 h; Führungen: zur vollen und halben Stunde.

Landesarchäologie Bremen (An der Weide 50 a, Mitte/Bahnhofsvorstadt)

Seit mehr als 10.000 Jahren hinterlassen Menschen im Gebiet des heutigen Landes Bremen ihre Spuren. Archäologische Funde machen sichtbar, wie Siedlungen, Wege, Wasserläufe, Häfen und Handelsverbindungen entstanden und sich zu örtlichen Infrastrukturen entwickelten. Damit zeigen sie, wie soziale und räumliche Netzwerke das Leben der Menschen seit Jahrtausenden prägen. Die Landesarchäologie Bremen erforscht, dokumentiert und bewahrt diese Zeugnisse aus der Vergangenheit und eröffnet mit archäologischen Funden neue Perspektiven auf das diesjährige Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur".
Geöffnet: 11:00 h–14:00 h. Plakatausstellung: „Archäologie & Infrastruktur“, 2. Etage.

Ehem. "Lloydbahnhof" (Theodor-Heuss-Allee 2, Mitte)

Der 1913 für den Norddeutschen Lloyd errichtete Auswandererbahnhof wurde von R. Jacobs entworfen und orientiert sich in seiner Architektur an niederländischen Barockformen. Er war als wichtige Zwischenstation eingebunden in die Strukturen der transatlantischen Auswanderung über den Norddeutschen Lloyd zwischen Bahn, Hafen und Seeverkehr. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude mehrfach umgebaut; vom ursprünglichen Innenausbau ist heute vor allem das Treppenhaus erhalten. Die heutige Hotelnutzung bewahrt bauliche Spuren der Vergangenheit und verbindet sie mit neuen Funktionen.
Unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" wird der Lloydbahnhof als Knotenpunkt historischer Mobilitäts- und Auswanderungsnetzwerke erlebbar.
Geöffnet: 12:00 h–17:00 h; Führungen: 13:00 h, 14:00 h, 15:00 h und 16:00 h; Treffpunkt: Hotel-Lobby.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Kaffee und Kuchen in historischer Atmosphäre zu genießen.
Barrierefreiheit eingeschränkt, Aufzug nach Anmeldung.

Das Bremer Haus – Spaziergang zwischen Uhlandstraße und Graf-Moltke-Straße

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann Bremen, sich über die Grenzen der Altstadt hinaus auszudehnen. Die Vorstädte entstanden. Mit ihnen hielt ein besonderer Bautyp Einzug, der das Gesicht der Hansestadt bis heute prägt: das Bremer Haus. Bei einem kleinen geführten Spaziergang durch die Uhlandstraße und die Graf-Moltke-Straße werden einige dieser Häuser näher Blick in die Uhlandstraße betrachtet, der architektonischen und städtebaulichen Entwicklung des Viertels nachgespürt und das Wachstum Bremens beobachtet. Die Führung findet ausschließlich im öffentlichen Raum statt; Innenbesichtigungen der Wohnhäuser sind nicht vorgesehen.
Führung mit Denkmalpflegerin Dr. Lorena Pethig um 13:30 h; Treffpunkt: Graf-Moltke-Straße/Ecke Dammweg.
Weitgehend barrierefrei.

Freie Waldorfschule Bremen Touler Straße (Touler Str. 3, Gete)

Nach verschiedenen Standorten erhielt die Freie Waldorfschule Bremen in der Touler Straße ihr dauerhaftes Schulgebäude. Der Grundstein wurde 1972 gelegt, 1974 konnte der Bau bezogen werden. Entworfen wurde die Anlage von der Arbeitsgruppe Plastisch Organisches Bauen unter Leitung des Architekten Werner Seyfert, Filderstadt. Architektur und Außenanlagen folgen dem waldorfpädagogischen Konzept der zwölfjährigen Gesamtschule. Je nach Altersstufe entstehen unterschiedlich geformte Klassenräume mit runden oder polygonalen Grundrissen. Im Sinne des Mottos "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" lässt sich die Schule als Knotenpunkt verstehen. Schulen sind Orte des Austauschs, an denen Menschen lernen und sich über Generationen verbinden. Damit bilden sie einen wichtigen Teil der Bildungsinfrastruktur des Landes und tragen zur sozialen Vernetzung bei.
Geöffnet: 11:00 h–14:00 h; Ausstellung über die Geschichte und Entwicklung des Schulgebäudes im Foyer;
Führungen durch das Schulgebäude und über das Schulgelände: 11:30 h und 12:30 h, ca. 30 Min.
Anfahrt: Straßenbahnlinien 1 und 4 (Haltestelle Metzer Straße), Buslinien 22 und 24 (Haltestelle Verdunstraße).

Tag des Denkmals · Landesamt für Denkmalpflege