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Denkmalpflege in Bremen, Band 18

Gotik

Denkmalpflege in Bremen, Band 18
Denkmalpflege in Bremen, Band 18

Gut 800 Jahre ist es her, dass deutsche Baumeister, die in französischen Bauhütten Erfahrungen gesammelt hatten, ihr erworbenes Wissen mit nach Deutschland brachten. So hielt die Gotik mit ihrem typischen Kreuzrippengewölbe, dem Spitzbogen und dem Strebewerk mit Strebepfeiler und Strebebogen sowie ihrer Vertikaltendenz Einzug in den deutschen Kirchenbau. Die Bremer Unser Lieben Frauen Kirche (1220) gehört neben der Elisabethkirche (1235) in Marburg und der Trierer Liebfrauenkirche (um 1227) zu den ersten Kirchen in Deutschland, an denen die neuen konstruktiven und gestalterischen Elemente in Erscheinung treten.

Die Autor:innen von Heft 18 haben es sich zur Aufgabe gemacht, die letzten noch auffindbaren Relikte aus gotischer Zeit in Bremen aufzuspüren. Dabei fördern sie teils überraschende Ergebnisse zu tage: Beispielsweise führt die Untersuchung der Kirche Unser Lieben Frauen zu der neuen Erkenntnis, dass es sich hier um einen frühgotischen Zentralbau handelt. Am Beispiel der ehemaligen Franziskanerklosterkirche St. Johann zeigt sich die besondere Bauweise der Baumeister der Bettelorden. Sie legten großen Wert darauf, ihre Kirchen in betonter Schlichtheit, ohne hohe Türme und Querschiffe, zu errichten. Mit der Erforschung der Gewölbe der Komtureikirche St. Elisabeth und des ehemaligen Katharinenklosters, einst eine Ordensniederlassung der Dominikaner, werden Elemente der gotischen Bauweise sichtbar gemacht. Außerdem wird deutlich, welche Bedeutung diese Zeugnisse gotischer Backsteinbaukunst für die Baupolitik der Nachkriegszeit hatten.

Neben Sakralbauten stehen profane Bauten, wie das heute noch existierende Haus »Spitzen Gebel« und die Ergebnisse einer archäologischen Untersuchung am sogenannten Balleer’schen Haus am Markt im Fokus. Die Analyse der verwendeten Naturwerksteine beim Bau des gotischen Bremer Rathauses zu Beginn des 15. Jahrhunderts erklärt nicht nur ihre Beschaffenheit, sondern auch woher und auf welchen Wegen sie nach Bremen kamen.

Unter der Rubrik »Aktuelle Praxisberichte« werden am Ende des Heftes außerdem Sanierungs-Beispiele aus der praktischen Denkmalpflege sowie eine Auswahl von neu unter Schutz gestellten Objekten aus dem Tätigkeitsfeld der Inventarisation vorgestellt.

Mit Beiträgen von Dieter Bischop, Jessica Hänsel, Jürgen Pätzold, Marianne Ricci, Uwe Schwartz, Georg Skalecki, Ottmar Struwe und Achim Todenhöfer.

Der Herausgeber
Das Landesamt für Denkmalpflege ist die zentrale Fachbehörde für alle Fragen zu Denkmalschutz und -pflege im Land Bremen. Die gesetzlichen Hauptaufgaben sind die Unterschutzstellung, die Erforschung und die Pflege der erhaltenswerten Kulturdenkmäler in Bremen. Prof. Dr. Georg
Skalecki leitet das Amt.

Georg Skalecki (Hg.)
Denkmalpflege in Bremen
Heft 18: Gotik
156 S., 128 Abbildungen
Softcover
Euro 8.90
ISBN 978-3-8378-1060-8