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Tag des offenen Denkmals

Sonntag, 9. September 2012

Blick auf den Marktplatz
Blick auf den Marktplatz

Am 9. September 2012 findet zum 20. Mal deutschlandweit der Tag des offenen Denkmals statt.

Erstmals ist die Freie Hansestadt Bremen Ort der bundesweiten Eröffnungsfeier dieser seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Zusammenarbeit mit der Landesdenkmalpflege der Länder ausgerichteten Veranstaltung.

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals steht unter dem Motto "Holz". Dieser Werkstoff wird seit Jahrtausenden in Kunst, Architektur und Handwerk verwendet. Neben Knochen und Stein wurde Holz schon in der Altsteinzeit zur Fertigung von Waffen und Geräten genutzt. Aus der Jungsteinzeit sind bereits Pflug, Wagen, Einbaum und Hausrat aus Holz nachgewiesen. In Mittel-, Nord- und Osteuropa wurden bis in geschichtliche Zeit Häuser fast ausschließlich aus Holz errichtet, ein bekanntes Beispiel sind die Pfahlbauten.

Am Tag des offenen Denkmals können beeindruckende Innenausstattungen, aufwendige Dachstuhlkonstruktionen, Holzskulpturen und Schiffe an zahlreichen Orten im Land Bremen besichtigt werden. Ebenfalls kann "lebendiges" Holz in Bremer Parks bestaunt werden.

Bürgermeister Jens Böhrnsen eröffnet die bundesweite Veranstaltung auf dem Marktplatz in Bremen am 9. September 2012 um 11.00 Uhr.

Grußworte werden gesprochen von Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Professor Georg Skalecki, Landeskonservator, und Dr. Rosemarie Wilcken, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Musikalisch wird die Eröffnung begleitet durch das Bläserensemble der Bremer Philharmoniker. Im Anschluss an die Eröffnungsfeier werden der Schulschiff Deutschland-Chor, gefolgt von dem Bremer Kaffeehaus-Orchester und dem Ensemble Windschlag für Unterhaltung auf dem Marktplatz sorgen. Ferner werden am Nachmittag in verschiedenen Denkmälern kleine Konzerte der Hochschule für Künste (HfK) dargeboten. Abschließend beginnt um 17.00 Uhr ein vom Deutschlandfunk in Kooperation mit dem Musikfest Bremen veranstaltetes Benefizkonzert aus der Reihe "Grundton D" im BLG-Forum in der Überseestadt. Der Erlös fließt in die Instandsetzung des Seglers "Schulschiff Deutschland".

"Holz", das zentrale Thema am Tag des offenen Denkmals ist vom Bremer Marktplatz aus leicht aufzuspüren, unter anderem in der Oberen Rathaushalle. Sie ist auf vielfältige Weise durch den Baustoff "Holz" geprägt, genannt seien nur das hölzerne Gehäuse der Güldenkammer oder die mit Holzschnitzereien reichverzierte Wendeltreppe.
Eine Etage tiefer, in der Unteren Rathaushalle, präsentieren Handwerksbetriebe aus Bremen und Bremerhaven Handwerkliches in Holz und Schiefer.

Auch in Bremen-Nord sind anschauliche Objekte zum Motto "Holz" zu finden: Beispielsweise verfügt das Haus Blomendal über bemalte Bohlen-Balken-Decken aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert.

Ein außergewöhnliches hölzernes Exponat, die Bremer Hansekogge von 1380, kann im Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven bewundert werden.

Darüber hinaus öffnen viele weitere Denkmäler, die keinen "hölzernen" Themenbezug haben, aber natürlich immer einen Besuch wert sind.

Programm
BREMEN
BREMEN-NORD
BREMERHAVEN
Programm Bremen PDF (pdf, 4.8 MB)
Programm Bremerhaven PDF (pdf, 1.2 MB)
Musikprogramm PDF (pdf, 3.2 MB)

Programmhefte liegen an verschiedenen öffentlichen Stellen aus: Stadtbibliothek, Bremer Touristik Zentrale, Rathaus, Kapitelsaal 8, Dom, Landesamt für Denkmalpflege.

Bremen

Bremer Rathaus
Bremer Rathaus

Rathaus
(Am Markt 21, Altstadt)

Das gotische Rathaus entstand in den Jahren 1405-1408. Es zeigt noch heute deutlich erkennbar den mittelalterlichen Palasttypus des querrechteckigen Saalgeschossbaus. Die prächtige Marktfront wurde unter Lüder von Bentheim als leitendem Steinhauer 1608-1612 unter niederländischem Einfluss in prunkvollen Formen der Spätrenaissance im Übergang zum Frühbarock mit einem reichen Bildprogramm neu gestaltet, sie feiert in diesem Jahr ihr 400-jähriges Bestehen. Die überragende Bedeutung des Bremer Rathauses spiegelt sich in seiner Ausweisung als UNESCO-Welterbe im Jahr 2004 wider. Der Baustoff Holz ist im Rathaus allgegenwärtig; man denkt spontan an das Gehäuse der Güldenkammer in der Oberen Halle und an das mittelalterliche Tragwerk der Unteren Halle. 1909-1903 wurde das Alte Rathaus durch einen Erweiterungsbau nach Entwurf des Münchner Architekten Gabriel von Seidl ergänzt.

Obere Halle und Neues Rathaus geöffnet: 13.00 h – 17.00 h. Achtung: letzter Einlass 16.30 h
Untere Halle geöffnet: 11.00 h – 17.00 h. Informationsstände der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Präsentation handwerklicher Leistungen im Bereich der Denkmalpflege und des Bauens im Altbaubestand durch Handwerksbetriebe aus Bremen und Bremerhaven, Post-Sonderstempel zur Bundes-Eröffnung des Denkmaltages in Bremen.
Ratskeller-Führung, inbegriffen: ein Glas Wein und ein Riesling-Trüffel, Treffpunkt Stadtmusikanten: 12:00 h – 13:00 h und 14:00 h – 15:00 h, je 40 Teilnehmer, Anmeldung erforderlich unter (0421) 3377871 oder unter kellerfuehrung@ratskeller.de, Unkostenbeitrag: 8 €

St. Petri Dom Bremen
St. Petri Dom Bremen

St. Petri-Dom
(Am Dom 1, Altstadt)

Der erste Bremer Dom, ein schlichtes Holzbauwerk, wurde 789 durch Bischof Willehad geweiht, jedoch bereits 792 wieder zerstört. Ihm folgten mehrere Nachfolger. Der heutige Bau geht im Kern auf das 11. und 12. Jahrhundert zurück, erlebte jedoch verschiedene Überformungen und Ergänzungen. Ältester Bauteil ist die 1066 geweihte Westkrypta. Um 1250 geschah die Einwölbung des zuvor mit flacher Holzdecke geschlossenen Bauwerks. Die spätgotische Nordschiffhalle entstand ab 1502 nach einem Brand im Jahr 1483. Das heutige Aussehen des Doms mit idealisierter Zweiturmfront wird geprägt durch die Restaurierung unter den Dombaumeistern Salzmann und Ehrhardt 1888-1901. Der Bremer Dom ist geschichtlich hoch bedeutsam als Zentrum der Christianisierung Nordosteuropas. Wichtigste hölzerne Ausstattungsstücke sind die Kanzel von 1638 und die in einer Seitenkapelle ausgestellten Wangen des mittelalterlichen Chorgestühls.

Geöffnet: 10.00 h – 18.00 h; Gottesdienst: 10.00 h; Führungen (Domführungs-Team): 12.00 h, 14.00 h, 16.00 h; Ausstellung "10 Jahre Jugendbauhütten" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Dom: Führungen durch die Ausstellung alle halbe Stunde von 12.00 h bis 17.00 h, Info-Stand der Jugendbauhütte Stade mit Hobelbank vor dem Dom 10.00 h – 18.00 h; Orgelvorführungen: 13.00 h, 15.00 h; Orgelkonzert: 17.00 h

Haus der Bürgerschaft
Haus der Bürgerschaft

Haus der Bürgerschaft
(Am Markt 20, Altstadt)

Das Haus der Bürgerschaft wurde in den Jahren 1962-1966 nach langwierigem und konfliktreichen Wettbewerbs- und Planungsvorlauf nach Entwurf von Wassili Luckhardt, Berlin, erbaut. Es ist neben dem Aalto-Hochhaus der wohl herausragendste Bau der Nachkriegsmoderne in Bremen. Als "gebaute Demokratie" sollte es den demokratischen Neubeginn symbolisieren. Der Bau zählt zu den besten Länderparlament-Entwürfen der jungen Bundesrepublik. Das charakteristische Zackenband des Dachgesimses an der Marktfront erinnert als Zugeständnis an die Traditionalisten an den langen Streit um die Neubebauung der Ostseite des Marktplatzes. Die Glasfronten zum Markt und zum Dom sind in Anlehnung an die Fensterbahnen von Rathaus und Schütting straff vertikal gegliedert. Pfeilerarkade und Schmuckfries mit Reliefplatten aus Aluminiumguss nach Entwürfen von Bernhard Heiliger zitieren Gestaltungselemente des Rathauses.
Geöffnet von 13.00 h – 17.30 h, Führungen alle halbe Stunde und nach Bedarf durch Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft und MitarbeiterInnen der Bürgerschaftskanzlei

HfK-Konzert, Leitung und Moderation: Prof. Marco Thomas: 16.00 h
Clarinetto-Ensemble: "Clarinets in Town" im Parlamentssaal

Haus Schütting
Haus Schütting

Schütting
(Am Markt 13, Altstadt)

Der Schütting wurde 1536/38 im Auftrag der Bremer Kaufmannschaft von dem Baumeister Johann dem Buschener aus Antwerpen errichtet und ist städtebaulich dem Rathaus gegenübergestellt. Von diesem Kernbau ist der Westgiebel erhalten, ein Treppengiebel spätgotischer Prägung. Der 1565 von dem Bremer Karsten Husmann geschaffene Ostgiebel gilt als frühester Renaissancegiebel Bremens. Unter Lüder von Bentheim wurde 1594 auch die Front zum Markt umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen die Balustrade über dem Hauptgesims und der reich gegliederte Zwerchgiebel. 1895-1899 entstand die heute noch bestehende Marktfront nach Entwürfen von Dombaumeister Max Salzmann. Im II. Weltkrieg wurde der Bau stark beschädigt; er wurde mit gediegen-traditionalistischer Innenausstattung wiederaufgebaut. Bei einer grundlegenden Restaurierung im Jahr 2009 erhielt der Schütting die kupferne Dachhaut der Vorkriegszeit zurück.

Führungen: 15.00 h – 17.00 h alle halbe Stunde und nach Bedarf

Unser Lieben Frauen-Kirche
Unser Lieben Frauen-Kirche

Unser Lieben Frauen-Kirche
(Unser-Lieben-Frauen-Kirchhof 27, Altstadt)

Die ehemalige Markt- und Ratskirche Unser Lieben Frauen beherrscht zusammen mit Dom und Rathaus die Silhouette der Innenstadt. Sie wurde zur ersten stadtbürgerlichen, von der erzbischöflichen Domkirche unabhängigen Pfarrkirche Bremens. Sie ist nach dem Dom das wichtigste Sakralbauwerk Bremens und entstand ab 1230 unter Erzbischof Gerhard II. in ihrer heutigen Form. Sie gilt als eine der am reinsten erhaltenen frühgotischen Hallenkirchen westfälischen Typs und weist große Ähnlichkeiten mit der ebenfalls unter Gerhard erbauten Aegidienkirche in Berne auf. Ältestes Bauteil ist der bereits um 1100 entstandene Südturm. Unter dem Nordschiff der Kirche befindet sich der sogenannte "Beinkeller", wahrscheinlich ursprünglich eine Karnerkapelle des 12. Jahrhunderts. Er wurde im 15. Jahrhundert von einer Allerseelen-Bruderschaft als Kapelle genutzt; aus dieser Phase sind Wandmalereien erhalten. Um 1300 erfolgte der Anbau eines vierten Schiffes, zwischen 1320-1350 der Neubau des Chores. In den Jahren 1958-1965 verlor die Kirche durch eine Neugestaltung des Inneren leider ihren mittelalterlichen Putz.

Geöffnet: 12.30 h – 17.30 h; Führung (Frau Klingenberg-Weigel): 15.00 h

Himmelssaal im Haus Atlantis
Himmelssaal

Böttcherstraße und
Himmelssaal im Haus Atlantis
(Böttcherstraße 2, Altstadt)

Das Haus Atlantis entwarf Bernhardt Hoetger 1929-31 nach Ideen von Ludwig Roselius und Herman Wirth als einen demonstrativ modernen Skelettbau u. a. für ein Institut zur Erforschung des sagenhaften Atlantis, mit einem Vortragssaal sowie Ausstellungs- und Clubräumen. Die Fassade war ursprünglich betont vertikal gegliedert durch bis in den Scheitel der Dachparabel geführte Stahlstützen. Dieses sichtbare konstruktive Gerüst bekam über der Eingangsachse ein von Hoetger entworfenes holzgeschnitztes archaisierendes Bildwerk mit dem Selbstopfer des gekreuzigten Odin als Symbol des Jahreskreislaufs vorgeblendet, den sogenannten Lebensbaum, der nicht erhalten ist. Die Skelettkonstruktion des Hauses verbirgt sich heute hinter einer von Ewald Mataré 1964-65 geschaffenen ornamentalen Backsteinwand. Von den spektakulären Innenräumen Hoetgers erhalten sind das Treppenhaus, der Himmelssaal und der Kuppelraum. Das Haus Atlantis mit Himmelssaal ist heute Bestandteil des Hilton-Hotels und kann für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt werden.

Haus Atlantis geöffnet: 12.00 h – 18.00 h;
Führungen durch die Böttcherstraße und das Haus Atlantis (Udo Bölts, Archiv Böttcherstraße; Uwe Schwartz M.A., Landesamt für Denkmalpflege): 13:00 h, 15:00 h, Treffpunkt am marktseitigen Eingang zur Böttcherstraße beim Paula Becker-Modersohn-Haus, Dauer ca. 1 Stunde, die 13.00 h-Führung endet pünktlich zum Konzert im Himmelssaal

HfK-Konzert im Himmelssaal des Hauses Atlantis, Leitung: Prof. Hille Perl: 14.00 h
Descende de Jupiter, französische Musik des Barock für drei Bass-Violas da Gamba, Werke von Forqueray, Marais und Rameau/Hesse, gespielt vom Ensemble Conversations Galantes: Anja Engelberg, Nina Lehninger und Joshua Keller

Bitte beachten: Der Himmelssaal fasst maximal 100 Personen

Stadtwaage
Stadtwaage

Stadtwaage
(Langenstraße 13, Altstadt)

Die Stadtwaage wurde 1587-1588 von Lüder von Bentheim als dreigeschossiger repräsentativer Backsteinbau mit Werksteinschmuck errichtet und nach Kriegszerstörung unter Verwendung von geborgenem Material wiederaufgebaut. Die ehemalige Waagehalle im Erdgeschoss öffnete sich ursprünglich mit zwei frontalen und zwei seitlichen Torbögen. Die geschossweise Schichtung des Straßengiebels wird durch reich dekorierte Gurtgesimse betont; das Detail der im Giebelmauerwerk eingelegten Sandsteinstreifen ist vermutlich ostfriesischen Ursprungs. Die ohne tektonischen Zusammenhang rein dekorativ eingesetzten Pilaster sind als Loslösung von den Prinzipien der Renaissance und Vorbote barocker Gestaltung gewertet worden. Das Innere mit einem qualitätvollen Festsaal im Obergeschoss wurde von den Architekten Heuer und Anker gestaltet, die neue Rückfassade vom Denkmalpfleger Rudolf Stein.

Führungen mit Rundgang um das Bauwerk und Innenbesichtigung: 12.30 h, 13.30 h, Treffpunkt: Haupteingang

HfK-Konzert, Leitung: Ulrich Sprenger: 15.00 h
Ulrich Sprenger, Flügel, Marina Szudra und Ji Hwan Lee, Sopran: Lieder von Alban Berg, Benjamin Britten, Gabriel Fauré und Richard Strauss
Achtung: Beschränkung auf 100 Zuhörer, kostenlose Eintrittskarten erhältlich im FinanzCentrum der Sparkasse am Brill, Am Brill 1-3, in der Zeit vom 3. bis 7. Sept. 2012, 9.00 h – 18.00 h

Baumwollbörse
Baumwollbörse

Baumwollbörse
(Wachtstraße 17-24, Altstadt)

Das imposante, ursprünglich fünfgeschossige Bauwerk der Baumwollbörse wurde in den Jahren 1900-1902 an der Ecke Marktstraße/Wachtstraße nach Entwürfen von Johann Poppe, Bremen, als hoch spezialisiertes und überregional beachtetes Kontorhaus für den Bremer Baumwollhandel errichtet. Neue Konstruktionsweisen – es handelt sich um einen der ersten Bremer Eisenskelettbauten –, rationelle Grundstücksnutzung und äußerste Funktionalität verbanden sich mit einer üppigen Neorenaissance-Fassade und prunkvoller, bis heute erhaltener Innengestaltung. Die Baumwollbörse spiegelt den Rang Bremens als traditionell wichtigster deutscher Baumwollimporthafen wider. Die reich dekorierten ursprünglichen Fassaden wichen wegen früher Verwitterungsschäden nahezu vollständig einer zurückhaltenderen und moderneren Neufassung der Jahre 1922-1924. Nach Kriegsschäden ergaben sich in der Dachzone und am Eckturm weitere Veränderungen.

Führungen 12.00 h, 13.00 h, 14.00 h, 15.00 h, Gruppe max. 25 Pers. Alle Eintrittskarten sind bereits vergeben!

Roland - Schnoor
Roland, Schnoor

Guck mal an, ein Denkmal…! Eine Führung zu denkmalgeschützten Bauten in Bremen
"Das steht unter Denkmalschutz? – so ein Quatsch!" Diese Aussage hören die Stadtführer des Teams "Rosige Zeiten" häufig bei ihren Führungen, wenn es zum Beispiel um das moderne Gebäude der Bremischen Bürgerschaft am Marktplatz geht. Die Führung gibt Antworten auf die Fragen nach dem "Warum" und zeigt die Vielfalt der denkmalgeschützten Objekte in Bremen. Das berühmteste Denkmal ist das Rathaus, das zusammen mit dem Roland als Weltkulturerbe eingetragen ist. Warum eigentlich? – Und was bedeutet das für Bremen? Es gibt aber auch unbekannte Denkmale wie das Wasser- und Schiffahrtsamt und solche, die fast "unsichtbar" sind wie das Areal um die Schlachte. Die Böttcherstraße kam unter ungewöhnlichen Umständen erstmals zum Denkmalstatus; der Schnoor ist voller kleiner Denkmale und zugleich ein großes. Außerdem werden thematisiert: Grüne Denkmale und unbequeme Denkmale, das Leben im Denkmal und die Frage, wer entscheidet, was ein Denkmal wird.

Führungen (Katharina Rosen und ihr Team "Rosige Zeiten"): 12.00 h, 14.00 h, 16.00 h, Dauer: ca. 1 ½ Stunden, Treffpunkt: Am Roland auf dem Marktplatz

Treppenhaus im Gerichtsgebäude
Treppenhaus im Gerichtsgebäude

Schwurgerichtssaal im Gerichtsgebäude (Domsheide 16, Altstadt)
Das Gerichtsgebäude samt Untersuchungshaftanstalt wurde 1891-1895 und 1902-1906 nach Entwürfen von Ludwig Klingenberg und Hugo Weber aus Oldenburg erbaut. Der weitläufige, malerisch gegliederte Gebäudekomplex mit geschlossenen monumentalen Blockrandfronten und mehreren Binnenhöfen ist betont funktional gegliedert. Die historistisch behandelten Fronten sind aus dem Formengut französischer Renaissance (u.a. Blois) entwickelt und aus der erklärten Abneigung der Bauleitung gegen "Schablonentum und Massenfabrikate" von heimischen Künstlern und Handwerkern aufwendig dekoriert. Im Inneren faszinieren das kunstvoll ausgemalte und in den 1990er-Jahren restaurierte Treppenhaus und der Schwurgerichtssaal mit seiner außerordentlich gut erhaltenen, prunkvollen historistischen Ausstattung mit hölzerner Wandverkleidung und Kassettendecke.

Führungen (Norbert Larisch, Restaurator Roger Kossann): 11.00 h – 12.00 h und im Anschluss an das HfK-Konzert, Gesamtdauer mit Konzert 13.00 h – 14.30 h.

Achtung: Wegen der Sicherheitslage sind folgende Einschränkungen erforderlich: Pro Veranstaltung (Führung bzw. Konzert mit Führung) maximal 50 Personen. Alle Eintrittskarten sind bereits vergeben!

Waffen oder als Waffen nutzbare Gegenstände dürfen nicht mitgeführt werden. Einlass Treppenaufgang Hauptportal, links Aufgang zum Schwurgerichtssaal (nicht barrierefrei). Das Gebäude muss durch eine Sicherheitsschleuse betreten werden. Einlass nur mit Eintrittskarte unter Vorlage des Personalausweises!

HfK-Konzert, Leitung: Prof. Thomas Albert/Prof. Joachim Held: 13.00 h
Alte Musik für Gesang und Laute: "Musikalische Gerichtsszene"

Kaisersaal
Kaisersaal

Kaisersaal im ehemaligen Hauptpostamt (Domsheide 15, Altstadt)
Mit der Reichsgründung 1871 wurde das Post- und Telegraphenwesen in Bremen in die Reichsverwaltung integriert, zunächst als Kaiserliches Oberpostamt und seit 1874 als Kaiserliche Oberpostdirektion. Um ihre verstreuten Dienstsitze zu bündeln, errichtete die Reichspost 1875-1879 ein repräsentatives Dienstgebäude an der Domsheide in üppigen Renaissanceformen und in Anlehnung an das Rathaus von Antwerpen als breit gelagerte, zur Domsheide dreigeschossige Vierflügelanlage nach Entwürfen von Karl Schwatlo, Berlin. Eine Besonderheit ist der als Kaisersaal bezeichnete Festsaal der ehemaligen Wohnung des Oberpostdirektors, des damals ranghöchsten Reichsbeamten vor Ort. Mit den dort aufgestellten Büsten des Kaiser- und Kronprinzenpaares hatte der Reichsgedanke in Bremen einen äußerst repräsentativen Ort. Die dekorativen Wandmalereien von Arthur Fitger, Bremen, stellen heute eine große Seltenheit dar.

Führungen (Wilhelm Tacke): alle volle Stunde ab 12.00 h – 16.00 h, Treffpunkt: Alte Post, Eingang Domsheide

Propsteikirche St. Johann
Propsteikirche St. Johann

Propsteikirche St. Johann (Klosterkirchstraße, Altstadt)
Die heutige katholische Propsteikirche St. Johann war ursprünglich einem hier ansässigen Franziskanerkloster zugehörig, das 1241 gegründet worden war. Der Bau ist das einzige erhaltene Gebäude des ansonsten 1834 abgebrochenen ehemaligen Klosters und entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine langgestreckte dreischiffige und fünfjochige gotische Backstein-Hallenkirche mit zweijochigem Polygonalchor. Der durch den für Bettelordenskirchen typischen Turmverzicht umso monumentaler wirkende Westgiebel und das mächtige Dach überragen die Dächer des Schnoorviertels. Nachdem die Kirche im 17. und 18. Jahrhundert Glaubensflüchtlingen aus den spanischen Niederlanden und aus Frankreich als Gotteshaus gedient hatte, wurde sie 1816 der neu gegründeten katholischen Gemeinde übergeben und 1823 neu geweiht. Ein Rundgang führt durch den nach Kriegszerstörungen erneuerten hölzernen Dachstuhl.

Geöffnet: 14.30 h – 17.30 h
Dachstuhlführung: 15.00 h, 16.00 h. Achtung: Strenge Begrenzung der Gruppengröße auf 15 Personen, Haftungsausschluss, Zutritt nur mit Eintrittskarte (kostenlos), erhältlich im Atrium Kirche, Hohe Straße 7, 3. – 7. Sept., 10.00 h - 18.00 h, solange Vorrat reicht

Bohlenbalkendecke
Bohlenbalkendecke

Haus Heineken
(Sandstraße 3, Altstadt)

Das nach einem früheren Bewohner, dem Bürgermeister Christian Abraham Heineken (1752-1818), benannte zweigeschossige Backsteinhaus ist seit 1974 Dienstsitz des Landesamtes für Denkmalpflege. Das in seinen ältesten Bauteilen mittelalterliche Gebäude ist das letzte erhaltene Domherrenhaus Bremens. 1579 veranlasste der erzbischöfliche Kanzler Gideon Eggeling eine gründliche Instandsetzung; aus dieser Zeit stammt der rückwärtige Saalanbau mit einer bemalten, 1580 inschriftlich datierten Bohlenbalkendecke, der ältesten erhaltenen bemalten Balkendecke Bremens. Auf 15 Medaillonfeldern sind u.a. die fünf Sinne und die Kardinaltugenden allegorisch dargestellt. Nach 1744 wurde das Haus an den Kanzleidirektor Everhard Otto verkauft, der es tiefgreifend umbauen ließ. Der Straßengiebel wurde durch einen Neubau mit Walmdach ersetzt. Das sparsam ornamentierte barocke Sandsteinportal betont die Mitte der Straßenfront.

Geöffnet: 14.00 h – 16.30 h; Führungen (Dr. Rolf Kirsch) alle halbe Stunde, Beginn der letzten Führung: 16.00 h

St. Martini-Kirche
St. Martini-Kirche

St. Martini-Kirche
(Martinikirchhof 3-6, Altstadt)

St. Martini ist die jüngste der vier altbremischen Pfarrkirchen und lag außerhalb der Stadtmauer von 1200 nahe dem mittelalterlichen Flusshafen, der Schlachte. Die Kirche wurde im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts zunächst als dreischiffige, zweijochige Basilika erbaut. Der Baugrund ließ nur den Bau eines einzelnen Turmes im Nordwesten zu. Nach 1376 erfolgten der Umbau zur Hallenkirche und die Errichtung eines Polygonalchores. Eine im späten 15. Jahrhundert durchgeführte einjochige Verlängerung des Kirchenraumes nach Westen wurde im 19. Jahrhundert durch Umnutzung als Gemeindehaus rückgängig gemacht. Südlich des Chores wurde um 1550 ein Pastorenwohnhaus, nach seinem berühmtesten Bewohner Neanderhaus genannt, errichtet. St. Martini erfuhr im Bombenkrieg erhebliche Zerstörungen. Bedeutendste erhaltene hölzerne Ausstattungsstücke sind die von Hermen Wulff gestaltete Kanzel von 1597 und der prächtige Orgelprospekt von 1615/18.

Geöffnet: 11.00 h – 16.00 h; Führung (Dr. Eberhard Hagemann): 12.00 h

St. Stephani
St. Stephani

St. Stephani
(Stephanikirchhof, Altstadt)

Neben dem St.-Petri-Dom auf der höchsten Erhebung der Düne am Ostende der Altstadt hat St. Stephani auf dem nahezu ebenso hohen Steffensberg im äußersten Westen der Altstadt von jeher Bremens Stadtbild maßgeblich bestimmt. St. Stephani war 1139 zusammen mit St. Wilhadi zu einem Kapitel zusammengeschlossen worden und hatte als zweite bremische Kirche Pfarrgerechtigkeit erhalten. Die Kirche bestand damals vermutlich als dreischiffige Basilika. Nicht vor der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte der Umbau zur Hallenkirche. Nach starken Bauschäden wurde St. Stephani 1888-1891 durch Conrad Wilhelm Hase, wiederum als Basilika, erneuert. 1944 wurden die Kirche und alle umliegenden Gebäude der Steffensstadt nahezu vollständig zerstört. Den 1955 abgeschlossenen Wiederaufbau in vereinfachten Formen unter Verzicht auf das Südschiff leitete der Bremer Architekt Arthur Bothe. St. Stephani hat eine neue Nutzung als erste "Kulturkirche" Nordwestdeutschlands gefunden.

Geöffnet: 11.00 h – 18.00 h; Offenes Gemeindefest, Konzerte, Ausstellungen, offenes Atelier "Manessier-Fenster"

HfK-Konzert, Leitung: Prof. Detlef Bratschke: 15.00 h
Vokalensemble der HfK "Incipit Laudatio": Geistliche Vokalmusik des "Grand Siècle", Werke aus der Ära Ludwigs XIV von Couperin, Campra, Marais, Nivers und Visée. – Ausführende: Chiyuki Okamura und Christine Süßmuth, Sopran; Ekaterina Kuzminikh, Viola da Gamba; Hugo de Rodas Sanchez, Erzlaute; Torsten Übelhör, Orgel

Treppenhaus der Villa Ichon
Treppenhaus der Villa Ichon

Villa Ichon (Goetheplatz 4, Mitte/Ostertor)
Die Villa Ichon dient heute dem Verein Freunde und Förderer der Villa Ichon in Bremen für seine kulturelle Friedensarbeit. Sie wurde 1849 zunächst als Vorstadthaus des Spätklassizismus errichtet. 1871 ließ der damalige Besitzer Feuerstein das Haus durch Johann Georg Poppe, den bedeutenden Architekten des Historismus in Bremen, im Stil der Neorenaissance umbauen. 1893 erwarb Poppe selbst die Villa als Wohnsitz. Ab 1925 war die Villa Wohnhaus des Direktors der Bremer Schaubühne, die das benachbarte Schauspielhaus am Ostertor betrieb, das heutige städtische Theater am Goetheplatz. Nachdem in den späten 1960er-Jahren noch der Abriss gedroht hatte, erfolgte Anfang der 1980er-Jahre die denkmalgerechte, 1984 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnete Instandsetzung der Villa durch den Mäzen Klaus Hübotter und seinen Architekten Peter Schnorrenberger. Es handelt sich um eines der schönsten Wohnhäuser des Historismus in Bremen, mit sehr viel originaler, teilweise auch aus Holz bestehender Ausstattung.

Geöffnet: 14.00 h – 15.00 h; Vereinsmitglieder geben Auskünfte zum Gebäude; kleine Ausstellung zum Haus und zur Verleihung des Denkmalpreises

HfK-Konzert: Ensemble Suspiro Latino: Lateinamerikanische Musik. 16.00 h
Mitwirkende: Swantje Tams-Freier, Gesang); Nestor Cortés Garzón, Cello; Hugo de Rodas Sanchez, Gitarre

Kaufmannsladen Holtorf
Kaufmannsladen Holtorf

Kaufmannsladen Holtorf (Ostertorsteinweg 6, Mitte/Ostertor)
Das Geschäft "Wilhelm Holtorf Colonialwaren von 1874" ist einer der schönsten noch aktiven "Tante-Emma-Läden" Deutschlands und hat aufgrund seiner Schönheit und Seltenheit überregionalen Bekanntheitsgrad. Die Nachkommen des Gründers und ersten Inhabers Wilhelm Holtorf haben das Geschäft bis in die Gegenwart geführt. Um 1903 wurde das Ladenlokal umgebaut. Dabei wurde es durch Jugendstileinflüsse bereichert. Ein Einkauf bei Holtorf gehört eigentlich zu jedem seriösen Shopping-Bummel im "Viertel". Der Laden wird beherrscht durch die reich verzierten Einbauten aus dunklem Holz, die die Waren in Reih' und Glied aufmarschieren lassen und die Kulisse für ein nostalgisches Einkaufsgefühl bieten. Auch am Tag des offenen Denkmals kann man hier nicht nur sachkundige Informationen von den Ladenbetreiberinnen bekommen, sondern auch wie zu Kaisers Zeiten einkaufen.

Geöffnet: 14.00 h – 18.00 h

Tischlereimuseum
Tischlereimuseum

Tischlerei-Museum im "Viertel" (Köpkenstraße 18-20, Mitte/Ostertor)
Durch den Ankauf einer alten Tischlerei im Stadtteil Ostertor konnte eine historische Werkstatt vor Verfall und Abbruch bewahrt werden. Bei der Renovierung durch die Tischler-Innung Bremen und den Förderverein Tischlereimuseum Bremen wurde auf die Erhaltung des historischen Zustands großer Wert gelegt. Das Besondere der Werkstatt war die seinerzeit moderne Maschineneinrichtung und der Antrieb der Maschinen mit einer stationären Dampfmaschine über Transmissionsriemen, die unterhalb des Bodens angeordnet waren. Neben dem eigenen Betrieb wurden daher auch stets Lohnarbeiten für kleinere Tischlereien durchgeführt, deren Mechanisierung nicht so weit gediehen war. Die Ausstellung zeigt über 20 funktionsfähige historische Holzbearbeitungsmaschinen vornehmlich aus der Zeit vor 1900, dazu eine voll eingerichtete kleine "vormaschinelle" Tischlerwerkstatt des 19. Jahrhunderts.

Geöffnet: 11.00 h – 16.00 h, Erläuterungen und Maschinenvorführungen nach Bedarf, Achtung: nicht barrierefrei

Haus des Reichs
Haus des Reichs

Haus des Reichs (Rudolf-Hilferding-Platz 1, Mitte)
Das ehemalige Nordwollehaus entstand als opulenter Verwaltungssitz eines weltweit tätigen Großkonzerns 1928-1930 nach Entwürfen der Bremer Architekten-Brüder Hermann und Eberhard Gildemeister. Nach dem Konkurs der Nordwolle ging das Kontorhaus als "Haus des Reichs" in den Besitz des Staates über und ist heute Sitz der Finanzbehörden. Es handelt sich um eine ausgedehnte Vierflügel-Anlage mit im Mittel sechs Geschossen, von denen die beiden oberen so zurückgesetzt sind, dass sie im Straßenbild wenig zur Geltung kommen. Der Stahlbetonskelettbau mit Ausfachung und einer Verkleidung der Straßenfronten aus Obernkirchener Sandstein besitzt im Hof Putzfassaden mit Werksteingliederungen und Terrakottaformteilen. Verhaltene Moderne mischt sich mit Einflüssen des Expressionismus. Im Inneren beeindruckt eine gediegene und qualitätvolle Ausstattung im Sinne des Art Déco.

Eingangshalle und Innenhof geöffnet: 11.00 h – 18.00 h; Dachrestaurant "LaCantina" (mit Dachgarten, Rostbratwurst und anderen Grillspezialitäten auf der Sonnenterrasse, Spielwiese für Groß und Klein) geöffnet: 11.00 h – 17.00 h; Kurzführungen: 11.15 h ,14.00 h, 15.00 h; ggf. weitere Kurzführungen, nach Bedarf; Kinderführung "Die Affen sind los": 12.30 h; Expertenführung mit dem Holzrestaurator "Edle Hölzer in der Beletage": 14.00 h, 15.00 h (Achtung: Teilnehmerzahl aller Führungen jeweils auf 20 Personen begrenzt, Teilnahme nur mit kostenloser Eintrittskarte, Vergabe ab 11.00 h in der Eingangshalle, solange Vorrat reicht); Kinderrallye "Schäfchen zählen und Affen suchen": 11.00 h - 18.00 h. – Das Haus des Reichs ist barrierefrei!

Überseemuseum
Überseemuseum

Überseemuseum (Bahnhofsplatz 13, Mitte/Bahnhofsvorstadt)
Das 1891-1896 nach Entwürfen der bremischen Bauinspektion (Heinrich Flügel, Ludwig Beermann) mit Fassaden im Stil der italienischen Renaissance errichtete Museum folgte mit der Wahl des Lichthoftyps den damals aktuellen Tendenzen im Bau naturkundlicher Museen. Sein früher Erfolg und seine unter Gründungsdirektor Hugo Schauinsland schnell angewachsenen Bestände spiegelten sich darin, dass bereits 1907-1911 eine Vergrößerung des Bauwerks um einen zweiten Lichthof notwendig wurde. Das 1999 als eines der ersten Museums-Schaumagazine Deutschlands eingeweihte neue Magazingebäude nahm in gewisser Weise die ursprüngliche Museumskonzeption Schauinslands, nämlich die eines primär didaktisch orientierten Schaumuseums, wieder auf. Das Bremer Überseemuseum ist bis heute einzigartig durch die Kombination der Sammlungsgebiete Ethnographie, Naturkunde und Handelskunde.

Geöffnet: 10.00 h – 18.00 h; Vortrag (Dr. Hartmut Roder, Bremen als Deutschlands größter Holzhandelshafen): 15.00 h

HfK-Konzert, Leitung: Prof. Detlef Beier: 14.00 h
Jazz mit zwei Combos der HfK.
Combo 1: Philip Clodt – Saxophon, Johannes Roosen Runge – Trompete, Max Meyer – Gitarre, Elisabeth Hoppe –
Combo 2: Stefan Reich – Kontrabass, Mathias Dahm – Saxophon, Conrad Schwenke – E-Piano, Max Suhr – Schlagzeug

Focke-Windkanal
Focke-Windkanal

Focke-Windkanal
(Emil-Waldmann-Straße 4, Mitte/Bahnhofsvorstadt)

Im Innenhof eines unauffälligen Wohnhauses in Bahnhofsnähe schuf sich in einem Anbau der bedeutende Bremer Flugpionier und Konstrukteur des ersten flugfähigen Hubschraubers der Welt (1936) Henrich Focke (1890-1979) in Eigenarbeit unter Mithilfe seiner Söhne in den 1960er-Jahren mit einfachsten konstruktiven Mitteln ein Fluglabor mit einem gleichwohl besonders präzisen Niedergeschwindigkeits-Windkanal für private aerodynamische Studien. Nach dem Konkurs seines letzten Arbeitgebers Borgward (1961) hatte es Focke sein anhaltendes Interesse an der Lösung aerodynamischer Probleme nicht erlaubt, sich mit 71 Jahren bereits zur Ruhe zu setzen. Zahlreiche Zuwendungen ermöglichten die Instandsetzung des Technikdenkmals, darunter auch Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der voll funktionsfähige Windkanal wird von Mitgliedern des Vereins Focke-Windkanal e.V. vorgeführt und erklärt.

Geöffnet: 13.00 h – 18.00 h; Führungen (Verein Focke-Windkanal e. V.): nach Bedarf in kleinen Gruppen, Wartezeiten müssen wegen der Enge und Empfindlichkeit der Anlage einkalkuliert werden; Aktionen: Fragestunde, Propellerspielzeug

Holzfunde
Holzfunde

Landesarchäologie: Holzfunde, Holzdatierung (An der Weide 50 c, Mitte/Bahnhofsvorstadt)
2008 wurde die Landesarchäologie durch den Kampfmittelräumdienst über Holzfunde in der Feldmark des ehemals selbstständigen Dorfes Lankenau im Niedervieland informiert. Unter einer neuzeitlichen Verfüllung aus Abbruchschutt lagen in einer Grube bearbeitete kreisbogenförmige Holzsegmente und Holzbalken mit Zapfen, Holznägeln und Zimmermannszeichen und ein über 4 m langes Balkenkreuz aus Erlenholz. Alle Bauhölzer konnten entsprechend der Abbundzeichen des Zimmermanns zusammengefügt werden. Die Holzkonstruktion entpuppte sich als Bock einer Wasserschöpfmühle zur Entwässerung des Gebietes. Die Jahresring-Datierung ergab für das jüngste Bauholz eine Fällung im Herbst/Winter 1814. Die Anlage entstand wohl in der Klimaverschlechterung des Jahres 1816 in Europa – des "Jahres ohne Sommer", ausgelöst durch die Aschewolken des verheerenden Ausbruchs des Vulkans Tambora in Indonesien 1815 – mit der Folge extrem hoher Wasserstände in unserer Region. Erstmals seit der Ausgrabung sind diese Holzfunde beim Tag des offenen Denkmals in der Landesarchäologie zu sehen.

Geöffnet: 13.00 h – 17.00 h. Führungen durch die neuen Räume der Landesarchäologie: 13.00 h, 14.00 h, 15.00 h, 16.00 h. Wissenschaftliche Info-Tafeln stellen die repräsentativen Holzfunde der letzten Jahre vor.

Ehem. Bremer Stuhlrohrfabrik
Ehem. Bremer Stuhlrohrfabrik

Ehem. Bremer Stuhlrohrfabrik (Admiralstraße 96/Herbststraße, Findorff)
Die Entstehung der Bremer Stuhlrohr-Fabrik Menck, Schultze & Co. geht auf das Jahr 1876 zurück. Damals befanden sich das Handelskontor und eine vergleichsweise kleine Hinterhoffabrikation im Philosophenweg 22 in der Bahnhofsvorstadt. Mit der großen Stuhlrohrfabrik an der Admiralstraße expandierte die Firma am Ausgang des 19. Jahrhunderts in mehreren Bauabschnitten. Mit dem zuletzt um 1903 fertig gestellten, heute noch dreigeschossig erhaltenen Eckgebäude zur Herbststraße (Haus 1) verlegte die Firma auch die Hauptverwaltung und das Kontor an die neue Geschäftsadresse Herbststraße 31. Die ursprünglich um ein Vielfaches größere Industrieanlage ist ein Zeugnis der florierenden Stuhlrohrfabrikation in Norddeutschland an der Wende zum 20. Jahrhundert. In zahlreichen Stuhlrohrfabriken wurde damals das sogenannte Spanische Rohr verarbeitet, das heute unter der Bezeichnung "Rattan" geläufig ist. Heute werden in den verbliebenen Bauten Polstermöbel verkauft.

Führung (Martina Döhler, Menck, Schultze GmbH & Co. KG): 11.00 h, 13.00 h, 15.00 h, Treffpunkt: Eingang Admiralstraße 96. Kleine Präsentation mit Informationstafeln und Exponaten zur Geschichte der Stuhlrohrfabrikation bei Menck, Schultze & Co. Wegen Bauarbeiten ist die Besichtigung nur eingeschränkt und nur zu den Führungszeiten möglich.

Illuminierter Pumpensumpf
Illuminierter Pumpensumpf

Abwasserhauptpumpwerk I mit Museum (Salzburger Str. 12, Findorff)
Das Hauptpumpwerk 1 wurde in den Jahren 1913-1915 nach Entwürfen des Hochbauamtes II errichtet. Es entstand im Zuge der 1911 beschlossenen völligen Neuordnung und Modernisierung des Bremer Kanalisationswesens, der von der neugebildeten Tiefbauinspektion III entwickelten sogenannten "Generallösung". Gleichzeitig wurden zwei weitere gleichartige Anlagen erbaut, die ebenfalls noch heute vorhandenen, jedoch ihrer Maschinenparks verlustigen Pumpwerke 2 (Ritterhuder Heerstraße 44-52) und 3 (Senator-Apelt-Straße 11-17). Den drei Hauptpumpwerken kam die Aufgabe zu, die Abwässer nach vorheriger Reinigung mit Sandfängen, Grobrechen, sog. Riens'schen Scheiben etc. via Druckleitungen in die Weser zu pumpen. Seit 1996 außer Betrieb, dient das Hauptpumpwerk 1 mittlerweile als Museum der Abwasserentsorgung und wird von einem Verein, der sich hauptsächlich aus ehemaligen Bediensteten zusammensetzt, ehrenamtlich betreut.

Geöffnet: 11.00 h – 18.00 h; Führungen durch die historische Maschinenhalle, die Ausstellung zur Abwassergeschichte und –technik sowie den unterirdischen Kanal: alle halbe Stunde zwischen 11.00 h und 14.30 h sowie zwischen 15.30 h und 17.00 h, je nach Bedarf. Ständige Videoschau zur Abwassergeschichte und-technik.

HfK-Konzert, Leitung: Prof. Olaf Tzschoppe: 15.00 h
Shao Han Wu, Schlagzeug: Werke für Schlagzeug 1979-2008 von Huber, Finnisy, Martynciow, Roque Alsina und Tzschoppe

Andreaskirche
Andreaskirche

Andreaskirche, (Danziger Straße 20-22, Gröpelingen)
Die Andreaskirche ist ein eindrucksvolles Zeitzeugnis des kirchlichen Wiederanfangs in den materiellen Notzeiten nach dem II Weltkrieg. Sie entstand 1948-1949 nach einem Typenentwurf des bekannten Kirchenbaumeisters Otto Bartning, den dieser für das Notkirchenprogramm der Evangelischen Kirche in Deutschland entwickelt hatte. Insgesamt 48 Kirchen wurden deutschlandweit nach einem einheitlichen Baukastensystem mit vorgefertigten Holzbinderelementen montiert. Kostensparendes und gemeinschaftsstiftendes Kennzeichen der Kirchen war, dass die Gemeinden Teile der Bauausführung (Fundamentierung, nichttragende Wände) in Eigenleistung ausführten. Die Leistung Bartnings besteht darin, gerade aus dem Zwang zur Sparsamkeit einen würdevollen Sakralraum geschaffen zu haben, der maßgeblich durch das Material und die Form der tragenden Holzbinder geprägt wird.

Geöffnet: 11.30 h - 17.00 h; Führung (Frau Schwertfeger): 12.00 h; Suchspiel für Kinder: Was ist alles aus Holz?, 16.00 h

HfK-Konzert, Leitung: Prof. Joachim Held: 14.00 h
Englische Melancholie und italienische Glut – Lautenlieder für Laute und Gesang aus der späten Renaissance und dem frühen Barock; Werke von Dowland, Morley, Jones, Merula, Rossi, Felice und Kapsberger. Ausführende: David Leeuwarden, Karin Gyllenhammar, Laute und Gesang

Speicher XI
Speicher XI

Speicher XI (Am Speicher XI 1, Walle/Überseestadt)
Der heutige Speicher XI am inzwischen verfüllten Bremer Überseehafen, dem ehemaligen Hafen II, entstand 1947-49 durch Reparatur und Zusammenlegung der beiden 1910-1912 erbauten Speicher XI und XIII. Er gehört zu den wenigen erhaltenen Hochbauten der frühen Phase des Ausbaus der stadtbremischen Häfen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Entwürfe fertigte Georg Ludwig Nause von der bremischen Bauinspektion. Im Gegensatz zu den älteren, noch neogotisch gestalteten Speichern des 1888 eingeweihten Hafens I, des späteren Europahafens, die allesamt im Krieg zerstört wurden, ist die Ornamentik bereits zurückgedrängt. Der trotz Denkmalschutz lange abbruchgefährdete Speicher konnte durch mutiges Investoren-Engagement, durch ein kostenbewusstes Instandsetzungskonzept und gute Umnutzungsideen gerettet werden und beherbergt heute u.a. die Hochschule für Künste, mehrere kulturelle Einrichtungen, eine Gastronomie und ein Hafenmuseum. Er verfügt noch großenteils über die alte Holzdielung und die Holzbalken des Deckentragwerks.

Geöffnet: 11.00 h – 18.00 h; Vortrag zum 100-jährigen Jubiläum des Speichers (Cecilie Eckler-von Gleich, Kulturhaus Walle, Brodelpott): 11.00 h; Familien-Rallye "Speicherspuren" durch die Fotoausstellung "100 Jahre auf 400 m", Zeitaufwand ca. 30 min., es winken kleine Preise: 11.00 h – 17.30 h

Meierei
Meierei

Bürgerpark (Hollerallee, Findorff/Schwachhausen)
Der Bremer Bürgerpark ist einer der bedeutendsten Stadtparks des 19. Jahrhunderts in Deutschland und Bremens wichtigstes Gartendenkmal. Er wurde ab 1866 nach Plänen von Wilhelm Benque angelegt und ab 1906 nach Entwürfen von C. Ohrt um den Stadtwald erweitert. Er ist durch die bundesweit einzigartige Besonderheit gekennzeichnet, dass er durch bürgerschaftliches Engagement entstand und bis heute unterhalten wird; eine große, akkurat gepflegte öffentliche Grünanlage, die durch einen "Verein von Privaten" (so die Gründerväter), den damaligen "Verein für die Bewaldung der Bürgerweide" und heutigen Bürgerparkverein, betrieben wird. Das Material "Holz" ist nicht nur in seiner Vegetation präsent, sondern auch in zahlreichen Parkbauten wie Meierei, Waldbühne, Gerdespavillon und Altenländer Tor. Im kommenden Jahr gesellt sich der Nachbau des historischen Passagierbootes "Marie" hinzu, der vorbildgetreu aus Mahagoni gefertigt wird.

Führung (Parkdirektor Tim Großmann): 10.30 h, Dauer ca. 2 Stunden, Treffpunkt: am weißen Tor der Parkverwaltung, Nähe Schweizerhaus

Villa Müller-Schall
Villa Müller-Schall

Villa Müller-Schall, forum Kirche (Hollerallee 75, Schwachhausen/Barkhof)
Die Villa Müller-Schall wurde 1900-1902 nach Entwürfen des Bremer Architekten Fritz Dunkel in den Formen der sogenannten Deutschen Renaissance errichtet. Die Villa ist reich gegliedert und zeigt an der Straßenfront einen turmartig vorgezogenen Eingangsvorbau mit überdeckter und zinnenbewehrter Vorfahrt. Die großbürgerliche Villenbebauung an der Hollerallee gegenüber dem Bürgerpark wurde initiiert durch den 1898 geschlossenen Überlassungsvertrag zwischen bremischem Staat und dem Unternehmer und Mäzen Franz Schütte. Die Transaktion, bei der ehemaliges Eisenbahnterrain zur Bebauung an die Parklandgesellschaft Schüttes und seiner Mitgesellschafter abgetreten wurde, trug maßgeblich zur Finanzierung des Neuen Rathauses bei. Seit 1993 wird der Bau von der Bremischen Evangelischen Kirche als "forum Kirche" genutzt und ist Ort für öffentliche Diskussion und Bildung. Im Inneren aufwendige hölzerne Wandverkleidungen sowie Wandgemälde des Bremer Künstlers Arthur Fitger.

Geöffnet: 11.00 h – 17.00 h; Führungen (Pfarrerin Ruth Fenko): 12.00 h, 13.00 h, 15.00 h

St.-Ansgarii-Kirche
St.-Ansgarii-Kirche

St. Ansgarii-Kirche (Schwachhauser Heerstraße 40-42, Schwachhausen)
In den Jahren 1955-1960 entstanden nach Plänen des bekannten Bremer Architekten und Kirchenbaumeisters Fritz Brandt die neue Ansgarii-Kirche und ein zugehöriges Gemeindezentrum an der Ecke Hollerallee/Schwachhauser Heerstraße. Der Neubau hatte die schwere Aufgabe, die durch Kriegsfolgen zerstörte mittelalterliche Ansgarii-Kirche in der Innenstadt zu ersetzen. Brandt gruppierte das Gebäudeensemble mit sicherer Hand städtebaulich wirksam in der für ihn charakteristischen traditionalistischen und zugleich konservativ-modernen Weise. Wie bei seinen Entwürfen für St. Wilhadi und St. Markus verwandte er das Motiv eines frei stehenden Glockenturms. Das basilikale Kirchenschiff beherbergt zwei prächtige hölzerne Ausstattungsstücke der alten Ansgarii-Kirche, den mächtigen Orgelprospekt von 1611 und die Kanzel von 1592, und gibt ihnen durch eine bewusst zurückhaltende, asketisch-neutrale Raumfolie einen würdevollen Rahmen.

Geöffnet: 10.00 h – 15.00 h; Schulanfänger-Gottesdienst: 10.00 h - 11.00 h; Führung: nach dem Gottesdienst, ab ca. 11.00 h; Orgelführung: 11.30 h – 12.00 h

Riensberger Friedhof
Riensberger Friedhof

Riensberger Friedhof (Friedhofstraße 51, Schwachhausen)
Der Riensberger Friedhof wurde 1872-1875 im Rahmen einer Neuordnung des bremischen Bestattungswesens angelegt. Gleichzeitig wurde auch eine große Friedhoffläche im Bremer Westen (Waller Friedhof) ausgewiesen und die Schließung der innenstadtnahen Friedhöfe am Doventor und Herdentor beschlossen. 1872 war ein Wettbewerb unter den deutschen Gartenkünstlern veranstaltet worden, den der Landschaftsgärtner Carl Jancke aus Aachen gewann. Mit dem Riensberger Friedhof entstand dann im Osten Bremens einer der frühesten Parkfriedhöfe Deutschlands und zugleich eines der ersten Beispiele eines Friedhofs im sogenannten "gemischten Stil", einer dominanten Strömung in der deutschen Gartenkunst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die reguläre Strukturen mit landschaftlicher Gestaltung verknüpfte. 1907 wurde auf dem Friedhofsgelände eines der frühesten Krematorien Deutschlands eingeweiht, das heute als Kolumbarium für Urnenbestattungen dient.

Geöffnet (regulär): 8.00 h – 20.30 h; Kolumbarium geöffnet: 11.00 h – 17.00 h; Führung durch das Kolumbarium und Spaziergang rund um den See mit Informationen zur Friedhofsanlage, Dauer ca. 1 ½ Stunden (Irma Gerken, Umweltbetrieb Bremen): 13.30 h, Treffpunkt: Kolumbarium

Sendesaal
Sendesaal

Radio-Bremen-Sendesaal (Bürgermeister-Spitta-Allee 45, Schwachhausen)
Der ehemalige Sendesaal von Radio Bremen entstand 1952 als mittelgroßes Mehrzweck-Musikstudio nach Entwürfen des Bremer Architekten Hans Storm unter maßgeblicher Beteiligung des einflussreichen Rundfunk-Raumakustikers Dr. Walter Kuhl. Der Bau war wichtiger Bestandteil des neuen Radio Bremen-Studio-Komplexes. Er zählte neben dem Kölner Sendesaal, dem Studio 10 in Hamburg, dem kleinen Sendesaal in Hannover und dem Saal des Südwestfunks in Baden-Baden zu den frühesten neu errichteten größeren Hörfunkstudios in Nachkriegsdeutschland und verfügte als einziger unter den genannten Beispielen über eine federngelagerte Raum-in-Raum-Konstruktion. Kuhl erprobte an dem Bau diverse raumakustische Innovationen, darunter erstmals die Verwendung von Holzdrahtgewebe als schalldurchlässiger Raumhülle zur Kaschierung von Akustikeinbauten. Der Sendesaal besitzt überregionalen Seltenheitswert.

4 HfK-Konzerte, Leitung: Prof. Thomas Albert: 13.00 h, 14.00 h, 15.00 h, 16.00 h. Jeweils im Anschluss an die Konzerte Erläuterungen zum Sendesaal (Peter Schulze, Verein Freunde des Sendesaals e.V.)

Konzert I, 13.00 h, Werke für Violine und Klavier von J. Joachim, Sarasate, Rachmaninov und Piazolla. – Ausführende: Anna Markova, Violine und N.N., Klavier
Konzert II, 14.00 h, Sergei Pokofiev, Sonate no. 1 op. 80 für Violine und Klavier, Satz I-IV. – Ausführende: Anna Markova, Violine und N.N., Klavier
Konzert III, 15.00 h, Streichquartette von Joseph Haydn und Paul Hindemith. – Ausführende: Anna Markova, 1. Violine; Ernesto Martinez, 2. Violine; Karol Grondzel, Bratsche; Clovis Michon, Cello
Konzert IV, 16.00 h, Streichquartette von Piotr Tschaikowsky und Joaquin Turina. – Ausführende: Anna Markova, 1. Violine; Ernesto Martinez, 2. Violine; Karol Grondzel, Bratsche; Clovis Michon, Cello

Höpkensruh
Höpkensruh

Höpkensruh (Oberneulander Landstraße 69, Oberneuland)
Höpkensruh ist eines der bedeutendsten Gartendenkmale Bremens. Es ist der älteste und am besten erhaltene hiesige Landschaftsgarten sentimentaler Prägung. Seit 1877 ist die Anlage, einer testamentarischen Verfügung ihres letzten privaten Eigentümers Kapitän Johann Höpken folgend, eine öffentliche städtische Grünanlage mit Gartenlokal. Unter Dr. Jacob Friedrich Schultz war das Landgut im späten 18. Jahrhundert als Landschaftspark nach englischem Vorbild umgestaltet worden. Auf dem schmalen, aber sehr tiefen Grundstück, einer typischen "Hufen"-Parzelle der mittelalterlichen sogenannten Hollerkultur, sind mehrere Gartenräume geschickt hintereinander gestaffelt. Im mittleren Bereich befindet sich ein intimer, romantischer Parkteil mit einem Sandsteinobelisken, der an vier berühmte Botaniker der Aufklärungszeit erinnert.

Führung (Ralf Möller, Umweltbetrieb Bremen): 14.00 h - 15.30 h, Treffpunkt: Café

Ev. Kirche St. Johann
Ev. Kirche St. Johann

Ev. Kirche St. Johann (Oberneulander Landstraße 41, Oberneuland)
Die Oberneulander Kirche entstand 1858-1860 nach Plänen des bekannten Bremer Architekten und gebürtigen Oberneulanders Heinrich Müller. Nach der Moorlosen Kirche (1846/47) und der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche in Bremerhaven (1855 eingeweiht) ist sie die älteste Kirche neugotischen Stils im Land Bremen. Der verhältnismäßig schlichte Bau zeigt noch eine gewisse Nähe zu den klaren Formen des Klassizismus und ist eine harmonisch proportionierte, einschiffige Saalkirche mit Polygonalchor, steilem Satteldach und hohem Turm, dessen Grundriss vom Quadrat ins Achteck übergeht und mit einem markanten Pyramidendach abschließt. Die aufwendig gestaltete Turmfront ist städtebaulich wirksam auf die Achse der Rockwinkeler Landstraße bezogen. Diesem Effekt zuliebe wurde auf eine exakte Ostung verzichtet, wie sie noch die zuvor abgerissene mittelalterliche Vorgängerkirche aufgewiesen hatte. Wertvollstes Ausstattungsstück ist ein romanischer Taufstein aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Geöffnet: 10.00 h – 18.00 h; Gottesdienst (Vikar Martin Harborth): 10.00 h; Kirchhofsführungen (Klaus Behrens-Talla): 11.15 h und 14.30 h; Turmbesteigung (Pastor Michael Klingler): 11.15 h; Familien-Konzert mit dem Bremer Kaffeehaus-Orchester und dem Bremer Jugendchor: 16.00 h

Windmühle Oberneuland
Windmühle Oberneuland

Windmühle Oberneuland (Mühlenweg 34, Oberneuland)
Die Oberneulander Windmühle wurde 1848 von Brünn Ehlers erbaut, nachdem der Vorgängerbau, eine Bockwindmühle, vermutlich aus dem frühen 17. Jahrhundert, die urkundlich 1768 zuerst erwähnt wird, 1840 abgebrannt war. Die Mühle ist ein viergeschossiger Galerieholländer, dessen verputzter Backsteinsockel über achteckigem Grundriss errichtet ist. Die Mühle besitzt eine umlaufende, aus Holz gefertigte Galerie und einen Mühlenkörper in Fachwerk, der ebenso mit Reet verkleidet ist wie die Haube. Die 22,5 m langen Jalousieflügel werden bei Betrieb mit Hilfe einer Windrose selbsttätig gegen den Wind gerichtet. Von den letzten Eigentümern, der Familie Waldthausen, 1964 der Stadtgemeinde geschenkt, wurde die instandgesetzte Mühle als Außenstelle des Focke-Museums eingerichtet und 1972 der Öffentlichkeit übergeben. Im Inneren befindet sich eine interessante kleine Ausstellung mit einem voll funktionsfähigen Modell der Mühle.

Geöffnet: 11.00 h – 17.00 h; Führungen (Dauer 30 min.): 11.30 h, 15.00 h

Orangerie in Hasses Park
Orangerie in Hasses Park

Orangerie in Hasses Park und Landhaus Hasse (Tobias-Schule), Rockwinkeler Landstraße 41-43 (Oberneuland)
Die zwischen 1800 und 1820 errichtete sogenannte Orangerie in Hasses Park ist das letzte erhaltene bauliche Relikt des ehemaligen Landsitzes Ikens Hoff der Familie Iken und in Bremen als Bautyp und mit diesem Alter einzigartig. Zuvor war das Landgut im Besitz der Senatoren Schoene (bis 1788) und Wichelhausen (bis 1819). Ab 1819 im Besitz der Familie Iken, wurde es durch Erbteilung 1894/95 in zwei Hälften aufgespalten. Die Orangerie wurde Teil des Landgutes Hasse, für das 1894-96 ein malerisch gestaffeltes neues Landhaus mit Zierfachwerk im Obergeschoss nach Entwürfen von Eduard Gildemeister und Wilhelm Sunkel, Bremen, unter Beeinflussung durch englische Vorbilder erbaut wurde. Der landschaftliche Parkbereich hinter der Villa wurde vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts von W. Benque angelegt und auf die Orangerie ausgerichtet. Das Gewächshaus besitzt eine voll funktionsfähige, damals fortschrittliche technische Ausstattung mit der noch original erhaltenen Mechanik zur Bewegung der hölzernen Schattenläden und der Schrägfenster.

Geöffnet: 12.00 h – 17.00 h; Führungen nach Bedarf; Kaffee und Kuchen; Kunstausstellung "In Wirklichkeit", Zeichnungen, Ölbilder und Aquarelle von Sabine Werner, Ausstellungseröffnung bereits am Sa., 1.9.2012, 17.30 h

Auferstehungskirche
Auferstehungskirche

Auferstehungskirche (Drakenburger Str. 42, Hastedt)
Die Auferstehungskirche in Hastedt wurde 1959 erbaut und zählt zu den spektakulärsten Nachkriegs-Kirchen Bremens. Der Entwurf stammte von dem bekannten Bremer Architekten und Kirchenbaumeister Carsten Schröck, der zahlreiche moderne Kirchen für die Mitgliedsgemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche schuf, die Hastedter Kirche war dabei sein zweites Kirchenprojekt nach der Zionskirche in der Bremer Neustadt. Der zentrale Kompositionsgedanke ist wie oft bei Schröck das Wechselspiel gegensätzlicher Formprinzipien, hier zwischen einer gebogenen Altarraumwand aus durchbrochenem Sichtbeton und dem schwungvollem Dach mit einer Tragwerkskonstruktion aus sichtbaren schichtverleimten Holzbindern. Die Kirche lässt den Einfluss von Le Corbusier (Ronchamp) und Alvar Aalto erkennen. Ihre ungewöhnliche Form trug ihr den Scherznamen "Sessel Gottes" ein.

Gottesdienst: 10.00 h; Taufgottesdienst: 11.15 h – 11.45 h; afrikanischer Gottesdienst (Gäste herzlich willkommen): 13.00 h – 16.00 h; geöffnet: 11.45 h – 13.00 h und 16.00 h – 18.00 h, Auskünfte zur Kirche durch Gemeindemitglieder; kleine Ausstellung zu Konstruktion und Bau des Gemeindezentrums

Ev. Kirche Alt-Hastedt
Ev. Kirche Alt-Hastedt

Ev. Kirche Alt-Hastedt (Bennigsenstraße 7, Hastedt)
Die Hastedter Kirche wurde als kleine einschiffige, fünfjochige Saalkirche 1862 nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Weyhe, Bremen, erbaut. Sie zählt zu den frühen neugotischen Kirchenbauten des Bremer Gebietes. Ihre Gestaltung erfüllt nahezu mustergültig die Vorgaben des kurz zuvor erlassenen "Eisenacher Regulativs" von 1861, eines von den evangelischen Landeskirchen formulierten Kirchenbaureglements: Bevorzugung des damals noch fälschlich als ursprünglich deutsch angesehenen gotischen Baustils, langrechteckiges Kirchenschiff mit Ostchor, Westturm mit Orientierung zur Mittelachse des Schiffes, Erschließung durch ein Portal in Turmmitte und über einen Mittelgang, erhöhter Chor, Position der Kanzel am Chorbogen, rückwärtige Orgelempore und Prinzip der Materialgerechtigkeit. Der Bau entstand auf Initiative zweier örtlicher Kirchbauvereine, die eine eigene Kirche für Hastedt und die Loslösung von der Mutterkirche St. Remberti anstrebten.

Geöffnet: 12.00 h – 17.00 h; Führungen (Herbert Koch): 12.00 h, 13.00 h, 16.00 h

Ev.-lutherische Kirche Hemelingen
Ev.-lutherische Kirche Hemelingen

Ev.-lutherische Kirche Hemelingen (Westerholzstraße 19, Hemelingen)
Die lutherische Kirche in Hemelingen wurde 1888-1890 nach Plänen von Karl Börgemann errichtet. Börgemann hatte bei dem prominenten Neugotiker und Haupt der Hannoverschen Schule, Conrad Wilhelm Hase, studiert und war bis 1883 Mitarbeiter in dessen Atelier gewesen. Der Bau ist ein qualitätvoller und gut erhaltener, sehr typischer Vertreter der Backstein-Neugotik der Hannoverschen Schule. Die Einrichtung einer selbständigen Pfarre und der Bau einer Kirche in dem damals noch preußischen Industrievorort wurde möglich durch das Engagement eines Kirchenvereins, der von dem Silberwarenfabrikanten C. F. Wilckens zusammen mit dem Oberlehrer Brinkmann gegründet worden war. Durch die Großzügigkeit der Familie Wilckens gelang die schnelle Finanzierung des Bauvorhabens. Die bemerkenswert gut erhaltene bauzeitliche Ausstattung verfügt über viel hölzernes Inventar: Decken, Emporen, Gestühl, Kanzel und Schnitzaltar.

Gottesdienst: 10.00 h; Führungen mit Mottobezug (Klaus Brinkmann): 11.00 h, 12.00 h, 13.00 h

Lindenlaubengang
Lindenlaubengang

Lindenlaubengang im alten Pfarrgarten und Kirche St. Johannes (In der Tränke 23-25 und Arster Landstraße 51, Obervieland/Arsten)
Der noch aus dem 18. Jahrhundert stammende Lindenlaubengang in Arsten stellt für Bremen eine große Seltenheit dar. Die in Bogenform gezogenen Linden bilden ein schattiges Gewölbe, ursprünglich offenbar als Teil eines Weges zur Kirche. In der Nachkriegszeit wurde der alte lineare Laubengang von Gartendirektor Ahlers zu einem im Karree geführten Rundlauf ergänzt, wie man ihn vor allem aus der Gartenkunst der Renaissance kennt. Der erste Abschnitt der fachmännischen Instandsetzung des alten Laubengangs wurde vor kurzem umgesetzt. Dabei wurde das lange fehlende Bogengerüst zur Formung der Linden wiederhergestellt. Geöffnet ist auch die benachbarte Arster Dorfkirche St. Johannes, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut wurde und als einzige Dorfkirche der bremischen Landgemeinden noch mittelalterliche Gewölbe besitzt.

Gartenführungen: 11.30 h, 15.00 h, 16.30 h; im Anschluss Kirchenbesichtigung möglich. Kirche geöffnet: 11.30 – 18.00 h, Führungen nach Bedarf; Gottesdienst: 10.00 h

Ev. Kirche Borgfeld
Ev. Kirche Borgfeld

Ev. Kirche Borgfeld (Borgfelder Landstraße 15-17, Borgfeld)
Die Borgfelder Kirche wird erstmals 1384 erwähnt, ist aber wohl älteren Ursprungs und dürfte schon im 13. Jahrhundert entstanden sein. Der erste Bau war mit einer Länge von etwa 12 Metern sehr klein und besaß einen kleinen Chor am östlichen Giebel. Die Backsteinsaalkirche wurde in der Barockzeit erweitert (1732-1733) und später noch mehrfach umgestaltet. Der Turm wurde 1869 unter Verwendung älterer Teile, darunter Mauerankern von 1701, erneuert. Dabei erhielt er seine heute noch bestehende Form mit neugotischen Spitzbogenfenstern und achtseitigem Spitzhelm. 1896 erhöhte man das Kirchenschiff mit einem Traufenband aus auskragenden Backsteinen und Blendbögen und baute eine neue Chorapsis an. Das flach gedeckte Innere wurde ebenfalls mehrmals neu gestaltet. Ein schönes hölzernes Ausstattungsstück ist die mit geschnitzten pflanzlichen Motiven geschmückte Kanzel. Sie entstand um 1700 und stammt aus der 1944 zerstörten barocken St. Pauli-Kirche in der Bremer Neustadt.

Führungen (Dr. Hermann Cordes): 11.00 h, 15.00 h

St. Lukas-Kirche
St. Lukas-Kirche

St. Lukas-Kirche (Am Vorfeld 37, Grolland)
Die St. Lukas-Kirche gehört zu den ungewöhnlichsten Kirchenneubauten in Bremen nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde 1962-1964 nach Entwürfen des Bremer Architekten Carsten Schröck erbaut, der zahlreiche innovative Kirchenbauten in Bremen schuf. Das spektakuläre Äußere mit einem Dach in der Form eines hyperbolischen Paraboloids verdankt die Kirche einer neuartigen Konstruktion: Sie ist eine der ersten realisierten Seilnetzdachkonstruktionen überhaupt. Das Dach wird von zwei aus verleimtem Sperrholz bestehenden bogenförmigen Bindern mit Punktgründung getragen. Die hölzernen Wände geben der Kirche im Verein mit der bauchigen, spitz zulaufenden Form des Bauwerks einen schiffsartigen Charakter. Der Raumeindruck wird stark geprägt durch die quadratischen, lebhaft bunten Glasfenster des Fischerhuder Künstlers Erhart Mitzlaff, die seit kurzem auch mit Kunstlicht hinterleuchtet werden können.

Gottesdienst (Pastor Jürgen Hamelmann) mit der Norddeutschen Mission und afrikanischer Musik: 11.00 h; Führung im Anschluss an den Gottesdienst: 12.00 h; Abendliches Konzert mit afrikanischer Musik: 17.00 h

Bremen-Nord

St. Martini
St. Martini

St. Martini, Lesum (An der Lesumer Kirche, Lesum)
Die weithin sichtbare, auf dem Geestrücken gelegene Pfarrkirche St. Martini bewahrt im Kern einen wahrscheinlich spätromanischen, erstmals 1235 erwähnten Bau, von dem nur der vierkantige Turm mit dem später hinzugefügten achtseitigem Spitzhelm erhalten ist. Das Kirchenschiff ist 1778-79 durch Johann Diercks neu erbaut worden, wobei jedoch Feldsteinquader des Vorgängerbaus wiederverwendet wurden und mit den gotisierenden Spitzbogenfenstern der Eindruck eines mittelalterlichen Bauwerks erhalten blieb. Das Innere der Kirche zeigt jedoch deutlich die spätbarocke Entstehungszeit: ein dreijochiges, flaches Spiegelgewölbe aus Holz überdeckt den quer orientierten Saal. In der Mitte der Längswand im Süden befindet sich ein außerordentlich prachtvoller, von einem Strahlenkranz umfangener Kanzelaltar, beiderseits von Säulen unter reich verkröpftem Gebälk eingefasst. Um das durch den Altar definierte Zentrum ist dreiseitig eine tiefe hölzerne Empore geführt.

Geöffnet: 11.00 h – 16.30; Gottesdienst: 10.00 h – 11.00 h; Führung (Pastorin A. Schnepel und Küster G. Osterloh): 11.15 h; Orgelkonzert (Orgelzyklus "20 Jahre Kern-Orgel" II): 17.00 h

Knoops Park
Knoops Park

Knoops Park (Auf dem hohen Ufer, St. Magnus)
Knoops Park ist ein herausragendes Zeugnis der großbürgerlichen Landsitzkultur Bremens. Unter der Benennung "Knoops Park" werden mehrere benachbarte, heute einen großen öffentlichen Park formierende, ehemals private Landsitze zusammengefasst: Das Anwesen "Mühlenthal" des Barons Knoop, ergänzt um die Fläche des später so genannten "Knoops Wald", die westlich an Mühlenthal angrenzenden früheren Wohnsitze der Familien zweier Knoop-Töchter, "Albrechtsburg" und "Haus Schotteck", sowie das Anwesen "Haus Lesmona" der Familie Melchers. Ludwig Knoop, einer der reichsten Bremer seiner Zeit und vom Zaren für seine Verdienste um die russische Textilindustrie zum Baron geadelt, ließ sich 1868-1871 hier das nicht mehr bestehende "Schloss" Mühlenthal errichten und von Wilhelm Benque einen Park anlegen, dessen großzügige landschaftliche Gestaltung in ihren Grundzügen bis heute überdauert hat. Holzverwendung spielt bei den Baulichkeiten im Park unter Einfluss des "Schweizerhaus-Stiles" und der englischen Landhausmode eine wichtige Rolle.

Führungen (Christof Steuer, Ltd. Baudirektor i.R.): 14.00 h, 17.00 h, Dauer jeweils ca. 1 ½ Stunden, Treffpunkt: Parkplatz bei Haus Kränholm, Auf dem Hohen Ufer / Ecke Raschenkampsweg, in ca. 10 min. zu Fuß vom Bahnhaltepunkt St. Magnus über Raschenkampsweg erreichbar. – Infostand zum in Arbeit befindlichen neuen Pflegekonzept (Corinna Kramer, Umweltbetrieb Bremen)

Schloss Schönebeck
Schloss Schönebeck

Schloss Schönebeck
(Im Dorfe 3, Schönebeck)

Schloss Schönebeck ist neben Haus Blomendal der einzige erhaltene Adelssitz des bremischen Landesgebietes. Das barocke Bauwerk wurde auf der alten, von Graften umzogenen Burginsel wahrscheinlich um die Mitte des 17. Jahrhunderts von Franz Wilken von Schönebeck erbaut. Es ist ein imposanter zweigeschossiger Fachwerkbau mit ausgemauerten Gefachen über einem massiven Sockelgeschoss, versehen mit einem mächtigen Mansardwalmdach, unter dem sich der kräftig dimensionierte originale Dachstuhl verbirgt. Die Südfront des Gebäudes, die ständig unter Feuchtigkeitsproblemen gelitten hatte, wurde von Friedrich von der Borch, der das Anwesen 1682 erwarb, im Jahr 1705 als massive Prunkfront aus Backstein mit gemauerten Kolossalpilastern und Sandsteingliederung erneuert. 1972 wurde das heute dem bremischen Staat gehörende Herrenhaus seiner jetzigen Nutzung als heimatgeschichtlich orientiertes Museum übergeben, das von dem Museumsverein Schloss Schönebeck betrieben wird.

Geöffnet: 10.30 h – 17.00 h; Führungen durch die maritime Abteilung zum Thema: "Holzschiffbau an der Weser" (Jens Rösemann): 11.00 h, 15.00 h

HfK-Konzert, Leitung: Prof. Marten Root: 14.00 h
Werke des Barock für Traversflöte von Jean-Marie Leclair l' aîne, Jean-Henri d' Anglebert, Georg Philipp Telemann und Wilhelm Friedemann Bach. – Ausführende: Natalia Kostina – Traversflöte, Gerke Jürgens – Barockcello, Olga Chumikova – Cembalo

St. Michael-Kirche
St. Michael-Kirche

St. Michael-Kirche (Grohner Bergstr. 1, Grohn)
Die lutherische Pfarrkirche St. Michael im damals noch nicht zu Bremen gehörigen Ort Grohn wurde 1906-1908 nach Entwürfen des bekannten Kirchenbaumeisters Karl Mohrmann, Hannover, errichtet. Es handelt sich um einen sehr eigenständigen kreuzförmigen Zentralbau mit angedeutetem basilikalen Langhaus und wuchtigem quadratischen Vierungsturm in freien, archaisierenden neuromanischen Formen. Im Gegensatz zu den in der Kaiserzeit regional dominierenden neugotischen Backsteinkirchen ist sie ein Bruchsteinbau; Baumaterial war Ibbenbürener Kohlensandstein. Sehr bemerkenswert ist die nahezu vollständige bauzeitliche Ausstattung, zu der als hölzerne Elemente die Emporen, das Gestühl, der vor kurzem wiederentdeckte und restaurierte alte Orgelprospekt und die Türblätter gehören. Die stilisierte ornamentale Ausmalung von Karl Bohlmann, Hannover, greift auf die von Mohrmann propagierte "germanische Frühkunst" zurück.

Gottesdienst: 10.00 h; geöffnet: 11.00 h – 15.00 h; Offene Kirche mit Besichtigung von Dachboden und Kirchturm: 11.00 h – 12.00 h; Führungen (Susanne Korte, Herma Lange-Kroning, Pastorin Frauke Löffler): 12.00 h (Mit Kindern den Raum erkunden, Führung für Eltern und Kinder), 13.00 h ("Türen" – Führung zu den und durch die unterschiedlichen Türen der Kirche), 14.00 h (Bänke – mehr als nur ein Sitzplatz, Raumerkundung); Orgelkonzert auf der restaurierten Orgel (Kantor Jürgen Blendermann): 15.00 h – 15.30 h

Ev. Kirche Vegesack
Ev. Kirche Vegesack

Ev. Kirche Vegesack (Kirchheide 8, Vegesack)
Die ev. Kirche an der Kirchheide wurde nach Erlöschen der Parochialverbindung Vegesacks mit Blumenthal und Lesum 1819-21 aus den Mitteln einer Stiftung zunächst als einfache rechteckige Saalkirche in klassizistischen Formen errichtet. Bereits 1832-33 erfuhr der Bau dann durch Jacob Ephraim Polzin erhebliche, das heutige Bild prägende Veränderungen, darunter die Erhöhung und Verlängerung des Kirchenschiffs und den Einbau der hohen, schmalen Rundbogenfenster, die Hinzufügung der übergiebelten Mittelrisalite vor den Langseiten sowie die Errichtung des stadtbildprägenden, durch drei Gesimsbänder gegliederten Turms. Der kürzlich erfolgte Ausbau des Dachbodens erhielt beim Bremer Denkmalpflegepreis 2010 eine Anerkennung. Das zurückhaltende, fast schmucklose Innere ist flachgedeckt mit dreiseitig umlaufenden Emporen; dem südlichen Eingang gegenüber steht der prachtvoll übergiebelte Kanzelaltar. Die vorwiegend hölzerne Erstausstattung mit Gestühl, Empore und Kanzelaltar ist gut erhalten. Einen Schwerpunkt des Programms bildet das 195-jährige Gemeindejubiläum.

Geöffnet: 10.00 h – 21.00 h; Gottesdienst: 10.00 h; Führungen: 11.30 h (Pastor Volker Keller und Kantor Harald Göbel: Die Stadtkirche Vegesack und ihre Führer-Orgel, mit Orgelvorführung), 13.00 h (Torsten Kropp, Der Vegesacker Friedhof, Achtung: Treffpunkt Haupttor des Friedhofes an der Lindenstraße in Fähr-Lobbendorf!), 15.00 h (Torsten Kropp, 195 Jahre Kirchengemeinde Vegesack, Rundgang durch Kirche und Stadt zur Kirchen- und Gemeindegeschichte Vegesacks); 18.00 h Lyrisches Konzert mit Schné, Vertonte Gedichte von Rilke, Brecht Fried und anderen, Komponist Ingo Höricht und Sängerin Schné mit ihrem Sextett, Eintritt 14€ / erm. 11€, Erlös geht an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Kito-Haus
Kito-Haus

Kito-Haus (Alte Hafenstraße 30, Vegesack)
Das ehemaliges Pack-und Wohngebäude "Kito-Haus" (ehem. Kito-Packung-AG) gehört nach dem Havenhaus zu den ältesten und bedeutendsten Profanbauten Vegesacks. Es besteht aus einem giebelständigen, unterkellerten Ursprungsbau aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und einem rückwärtigen Speicheranbau, der 1753 bei gleichzeitiger Aufstockung des gesamten Gebäudes hinzugekommen ist. Am ehemaligen Wohnbau ist noch das barocke Sandsteinportal von ca. 1740 erhalten, der Speicheranbau besitzt eine bis heute original erhaltene Ständerkonstruktion aus Eichenfachwerk. Der Lastenaufzug mit vorkragendem Krandach an der nördlichen Traufseite stammt aus dem Jahr 1899. Der Sandsteinbrunnen von 1755 befand sich zuvor an der Ostseite des Havenhauses. Es ist die letzte von ehemals vier Pumpen, die um 1800 den Ort Vegesack mit Wasser versorgten. Heute beherbergt das Bauwerk die Kultureinrichtungen "Kito" und Overbeck-Museum.

Führungen 11.00 h, 14.00 h

Lange-Speicher
Lange-Speicher

Lange-Speicher (Zum Alten Speicher 5a, Vegesack)
Der um 1815 beim Vegesacker Hafen am Flüsschen Aue entstandene Speicher der ehemaligen Lange-Werft nimmt nicht nur durch sein Alter, sondern auch durch seine Größe, durch sein riesiges zweischiffiges Holzgerüst von vier Böden zwischen verputzten Backsteinmauern und durch die besondere Konstruktion des Daches als breites Krüppelwalm-Satteldach eine Sonderstellung unter den wenigen erhaltenen bremischen Speichern des 19. Jahrhunderts ein. An der Südostfront zeigt er einen Dacherker mit Aufzugswinde; im Dachgeschoss ist noch das hölzerne Windenrad erhalten. Auf alten Vegesacker Stadtansichten ist er als dominante Silhouette im Ortsbild zu erkennen, er spielte immer die Rolle eines Vegesacker Wahrzeichens. Durch den Einsatz der Denkmalpflege vor dem drohenden Abriss gerettet, konnte der Speicher, u.a. mithilfe namhafter Zuwendungen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, aufwendig instandgesetzt und neuen Nutzungen zugeführt werden. Er beherbergt heute unter anderem das Museum "Spicarium".

Spicarium geöffnet: 10.00 h – 17.00 h; Führungen durch das Dachgeschoss (Christina Voigt M.A., Spicarium): 11.00 h, 15.00 h; Achtung: pro Führung maximal 20 Personen

Schulschiff Deutschland
Schulschiff Deutschland

Schulschiff Deutschland (Zum Alten Speicher 15, Vegesack)
Mit der "Schulschiff Deutschland" liegt das einzige verbliebene Vollschiff unter deutscher Flagge im Land Bremen vor Anker. Sein Liegeplatz befindet sich heute an der Lesummündung bei Vegesack. Es ist einer der letzten erhaltenen rahgetakelten Großsegler in Deutschland und ein spätes Zeugnis der Ära der Segelschifffahrt. Die "Schulschiff Deutschland" ist somit ein wichtiges Dokument deutscher Seefahrtsgeschichte, speziell aber der Geschichte der seemännischen Ausbildung und des Deutschen Schulschiff-Vereins (DSV). Im Jahr 1927 war sie als letzter Großsegler-Neubau des DSV auf der Tecklenborg-Werft in Geestemünde vom Stapel gelaufen. Deck und große Teile des Innenausbaus bestehen aus Holz; ein Höhepunkt ist die Kapitänsmesse in der Poop im Heck des Seglers. Der Erlös des diesjährigen Deutschlandfunk-Benefizkonzertes zugunsten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird der anstehenden Generalüberholung des Schiffes zugutekommen.

Open Ship: 10.00 h – 18.00 h; Führungen (Dauer: ca. 30-45 min.): 12.00 h, 14.00 h, 16.00 h; Shanties mit dem Schulschiff-Deutschland-Chor: 15.00 h
Das Schulschiff ist auch mit einem Schiff der Hal över Reederei vom Martinianleger (Abfahrt 9.30 h und 14.00 h) aus erreichbar. Der Liegeplatz ist hier

Wätjens Park
Wätjens Park

Wätjens Park (Landrat-Christians-Straße, Blumenthal)
Das Landgut Wätjen (heute Wätjens Park) entstand 1830 auf dem Geestrücken bei Blumenthal für den Kaufmann und Reeder Diedrich Heinrich Wätjen. Um ein erstes Sommerhaus herum gestaltete Isaak Altmann einen Landschaftspark unter Rückgriff auf einen älteren Baumbestand. Seine heute noch in bedeutenden Resten erhaltene endgültige Ausformung erhielt der Landsitz jedoch erst durch den Sohn, Christian Heinrich Wätjen. Nach Plänen des Bremer Architekten Heinrich Müller ließ er 1858-64 eine schlossartige Villa im Stil englischer Tudorgotik errichten. Wätjens Park ist seit 2000 eine öffentliche Parkanlage, nachdem er lange Zeit im Besitz von Bremer Vulkan und BWK gewesen war. Die öffentliche Grünpflege und ein rühriger Förderverein haben erfolgreich damit begonnen, die Qualitäten des lange vernachlässigten Parks wieder zum Vorschein zu bringen. Die soeben komplettierte Bestückung des Terrassengartens mit weißen Holzbänken wurde durch eine Spende der Gemeinschaftsstiftung Historische Gärten in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt.

Geöffnet: permanent; Parkmöglichkeit: am Sportplatz Löh, Am Forst, gegenüber Park-Haupteingang
Führung (Rainer Frankenberg): 11.00 h, Dauer ca. 1 ½ Stunde, Treff: Haupteingang
Anfahrt mit PKW aus Richtung Bremen über A 27 bis Verteiler Ihlpohl u. B 74 bis Abf. Blumenthal/Richtung Blumenthal (= Wohldstr.), dann 2 x 1. Straße links = Am Forst

Haus Blomendal
Haus Blomendal

Haus Blomendal, Decken (Auestraße 9-9b, Blumenthal)
Das heutige Haus Blomendal geht auf eine 1354 von den adeligen Familien von Oumünde und Steding als Sitz erzbischöflicher Ministerialen errichtete dreiflügelige Wasserburg zurück. Diese später mehrfach umgebaute und heute nur noch in Teilen erhaltene Anlage ersetzte einen aus dem 13. Jahrhundert stammenden Vorgängerbau. Haus Blomendal gab dem heutigen Ort Blumenthal den Namen und begründete mit seiner Eigenschaft als Verwaltungs- und Gerichtssitz seit dem 15. Jahrhundert die Tradition des Amtes und Gerichtes Blumenthal. Bei Instandsetzungsarbeiten wurden drei bemalte Bohlen-Balken-Decken des 16., frühen 17. und 18. Jahrhunderts entdeckt, die unter Verkleidungen verborgen gewesen waren. Sie wurden zwischen 1969 und 1976 restauratorisch bearbeitet und bilden heute den Glanzpunkt des Hauses. Haus Blomendal befindet sich im Besitz der Stadt Bremen und ist an den "Verein Burg Blomendal e.V." für kulturelle Zwecke verpachtet.

Geöffnet: 12.00 h – 18.00 h; Führungen: 13.00 h, 15.00 h, 17.00 h; gleichzeitig Burgfest mit mittelalterlichem Treiben, Rittern, Heerlagern und mittelalterlichen Ständen

St.-Marien-Kirche
St.-Marien-Kirche

St.-Marien-Kirche, Blumenthal (Fresenbergstraße 25, Blumenthal)
Die Anwerbung polnischer Arbeitskräfte für die in Blumenthal ansässige Bremer Wollkämmerei (BWK) seit der Firmengründung 1883/84 machte die nachhaltige Vergrößerung des winzigen katholischen Gotteshauses in dem zuvor protestantisch geprägten Blumenthal notwendig. Das schnelle Wachstum der katholischen Gemeinde lässt sich direkt am baulichen Erscheinungsbild der relativ einfach gestalteten neugotischen Backsteinkirche ablesen. 1859 war zunächst eine kleine Kirche geweiht und mit eigenen Pfarrrechten versehen worden, die 1892 unter Verlust ihres Dachreiters zum niedrigen Choranbau einer nun in allen Dimensionen erheblich gewachsenen und mit einem Turm versehenen Saalkirche wurde. 1913 wurde der Bau nochmals um zwei niedrige Seitenschiffe erweitert und so zur Basilika umgeformt. Die BWK unterstützte beide Erweiterungen finanziell. Im Inneren findet sich die aufwendig bemalte Holzdecke von 1902 mit den zehn Anrufungen der Lauretanischen Litanei, außerdem verschiedene neugotische Ausstattungsstücke, darunter das Holzkruzifix des ehemaligen Hochaltars und das Emporengestühl.

Geöffnet: 12.00 h – 18.30 h, offene Kirche mit Präsentationen und Informationen zur Kirche und zur Holzdecke; Gottesdienst: 10.30 h; Marienandacht zur Holzdecke: 15.00 h; Vesper: 18.00 h

Bremerhaven

Dreimastbark Seute Deern
Dreimastbark Seute Deern

Deutsches Schiffahrtsmuseum (Hans-Scharoun-Platz 1, Mitte)
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven wurde 1969 als Institution gegründet und zählt als eines von acht gemeinsam von Bund und Ländern finanzierten Forschungsmuseen zu den national bedeutenden Museen. Als Ausgangspunkt aller Bestrebungen zur Gründung des Museums kommt der hölzernen Dreimastbark "Seute Deern" (erbaut ursprünglich als Viermast-Gaffelschoner "Elizabeth Bandi" 1919 in Gulfport/Massachusetts) große Bedeutung zu. Das wichtigste Exponat des Museums besteht ebenfalls aus Holz: Die bekannte Bremer Hansekogge von 1380, die bei Wasserbauarbeiten am Bremer Weserufer bei Rablinghausen 1962-1965 geborgen worden war, einer der bedeutendsten mittelalterlichen Schiffsfunde Deutschlands. Der Entwurf für den nach Prinzipien des organischen Bauens errichteten, sehr ungewöhnlichen Museumsbau stammte von dem berühmten Erbauer der Berliner Philharmonie Hans Scharoun, der in Bremerhaven aufwuchs. Zuwendungen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kamen sowohl der "Seuten Deern" als auch der Kogge zugute.

Geöffnet: 10.00 h – 18.00 h. Vortragsprogramm: Gero Klemke, Rettung auf See – früher und heute, mit Führung, 11.00 h; Dr. Dirk J. Peters, Die "Seute Deern" – der letzte hölzerne Großsegler, mit Bordführung, 12.00 h; Dr. Jana Gelbrich, Was ist Holz? – Naturwissenschaft leicht gemacht, 14.00 h; Christoph Greim, 3D-Dokumentation von archäologischen Schiffshölzern mit dem FARO-Arm, 15.00 h; Dr. Jana Gelbrich, Hölzernes Kulturgut – Erläuterung konservatorischer Hintergründe, 16.30 h

Dampfer Welle
Dampfer Welle

Dampfer "Welle" (Liegeplatz im Fischereihafen, Herwigstraße 49)
Die 1915 als Bereisungs- und Schleppdampfer vom Stapel gelaufene "Welle" ist das letzte verbliebene Dienstfahrzeug der Weserkorrektion, des für die hafengeschichtliche Entwicklung Bremens und Bremerhavens im 19. und 20. Jahrhundert grundlegenden Wasserbauprojektes. Ausgestattet mit einem leistungsstarken Doppelschraubenantrieb und besonders stabil und seegängig, war sie für ihre Aufgaben im Wesermündungsbereich hervorragend geeignet. Im Jahr 1975 – mittlerweile für die Bundeswasserstraßenverwaltung unterwegs – außer Dienst gestellt, fungierte die "Welle" nach mehreren entstellenden Umbauten als stationäres Gastronomieschiff an der Bremer Schlachte und sank schließlich unter mysteriösen Umständen 1994. Ein gemeinnütziger Verein rettete das Schiff 1998 und treibt seither die originalgetreue Rekonstruktion voran, gefördert von mehreren Geldgebern, darunter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Open Ship mit sachkundigen Erläuterungen durch Vereinsmitglieder: 10.00 h -18.00 h. Die "Welle" befindet sich hier.

Wencke-Dock
Wencke-Dock

Wencke-Dock (Deichstraße 13, Mitte)
Die Werft des Schiffszimmerbaas' Friedrich Wilhelm Wencke war 1835 die erste Neugründung eines Schiffbaubetriebs im damals noch jungen Bremerhaven. Erhalten hat sich das um 1844 errichtete "Wencke-Dock" in der nach einem Umbau 1860 entstandenen Fassung, als die ursprünglich hölzerne Anlage in ein aus Ziegelsteinen errichtetes Trockendock umgewandelt wurde. Das am rechten Ufer der Geeste gelegene Wencke-Dock ist das älteste Trockendock Bremerhavens und zugleich eine der ältesten erhaltenen Trockendockanlagen überhaupt in Deutschland. Technisch innovativ war bei dem Doppeltrockendock für zwei nebeneinander liegende Schiffe mit einer Länge von 81 bzw. 58 m die Verwendung eines schwimmenden Hebepontons. Diese nach englischen Vorbildern konstruierte Anlage war damals in Deutschland ein Novum und gestattete tideunabhängig die Reparatur von Schiffen im Unterwasserbereich.

Führung (Dipl.-Ing. Werner Kirschstein, Denkmalschutzbehörde Bremerhaven): 11.00 h

Wilke-Haus
Wilke-Haus

Wilke-Haus (Am alten Vorhafen 2, Mitte)
Das kleine Holzhaus an der Nordmole des Alten Hafens ließ sich 1948 der in Bremerhaven geborene, aber später in Worpswede ansässige und für seine Seestücke und Hafenansichten von Bremerhaven hochgeschätzte Kunstmaler Paul Ernst Wilke (1894-1971) als Atelier inmitten der Trümmer der Hafenanlagen errichten. Wilke erwirkte in dieser Zeit unmittelbar nach Kriegsende eine bauordnungsrechtliche Sondergenehmigung, denn im damals noch industriell intensiv genutzten Gebiet am Alten Hafen, und zudem noch außerhalb des Weserdeiches, war die Errichtung eines Kunstateliers nicht zulässig. Die Baugenehmigung erfolgte deshalb auch unter der Bedingung des jederzeitigen und entschädigungslosen Widerrufs. Das kleine Atelier wird nun aber schon bald 60 Jahre in dieser Funktion benutzt. Denn nach dem Tode des Malers wurde das kleine Häuschen mit dem kleinen, von Moorbirken bestandenen Garten sorgsam restauriert und wird seit 1985 vom Freundeskreis Paul Ernst Wilke an Kunststipendiaten vergeben.

Führung: 11.00 h

Große Kirche
Große Kirche

Große Kirche/Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche (Bürgermeister-Smidt-Str. 45-45a, Mitte)
Im Zentrum von Alt-Bremerhaven erhebt sich, bis zum Bau des Columbus-Centers 1975-1982 die Silhouette der Stadt bestimmend, die 1870 vollendete Große Kirche. Sie entstand erst lange nach der Stadtgründung 1827, und ihre Errichtung war verbunden mit großen baukonstruktiven Problemen. Nachdem ein 1846 begonnener Vorgängerbau alsbald wieder eingestellt worden war, begann der Baumeister Simon Loschen, der zuvor schon den Leuchtturm am Neuen Hafen errichtet hatte, angesichts der erwiesen schwierigen Bodenverhältnisse 1853 den neuerlichen Kirchenbau auf einer Gründung von ca. 400 Holzpfählen. Die dreischiffige Hallenkirche mit Apsis und Westturm wurde ganz in rotem Backstein, dekoriert mit farbigen, glasierten Klinkern, errichtet. An der reich gegliederten Apsis entfaltet sich das Talent Loschens zu voller Blüte. Der durchbrochene Helm des 86 Meter hohen Westturms orientiert sich eng am Vorbild des Freiburger Münsters.

Geöffnet: 14.00 h – 17.00 h;
Führung (Pastor Dirk Scheider): 16.00 h

Christuskirche
Christuskirche

Christuskirche (Schillerstraße 1-3, Geestemünde)
Die Christuskirche in Geestemünde ist der erste große Kirchenbau des damals im raschen Wachstum befindlichen, preußischen, vormals hannoverschen Hafenortes in der Nachbarschaft Bremerhavens. Architekt war Conrad Wilhelm Hase, der prominente Begründer der neugotischen "Hannoverschen Schule". Die dreischiffige Hallenkirche ist ausgeführt als Sichtziegelbau mit Kreuzrippengewölbe, Polygonalchor und quadratischem Westturm in Anlehnung an frühgotische Formen; insbesondere die Turmausbildung erinnert an die Elisabethkirche in Marburg, die Hase als Musterbau der deutschen Frühgotik schätzte. Bemerkenswert ist die Vollständigkeit der qualitätvollen bauzeitlichen Ausstattung, umfassend das Gestühl und die Hauptstücke, Kanzel, Altar und Taufstein. Der in kräftigen Farben gefasste hölzerne Kanzelkorb zeigt auf goldfarbigem Grund die vier Evangelisten. Ebenso aufwendig das prunkvolle neugotische Altarretabel.

Geöffnet: 12.00 h – 19.00 h; Führungen: 14.30 h, 16.15 h, 17.00 h; Orgelvorführungen (Kreiskantorin Eva Schad): 15.00 h, 15.45 h; Orgelkonzert, "Herbstliche Orgelmusik, Neue Musik bis Jazz", Eintritt: 5 € (Konzertorganist Tobias Gravenhorst, Bremen): 19.00 h – 20.00 h

Schwoonscher Wasserturm
Schwoonscher Wasserturm

Schwoonscher Wasserturm (Hafenstraße 136, Lehe)
Die Versorgung der ständig wachsenden Bevölkerung und des Hafenbetriebs mit Trinkwasser war eines der größten Probleme seit der Gründung der Stadt Bremerhaven. Versuche, auf bremischem Gebiet einen Brunnen anzulegen, blieben ohne Erfolg. Das Trinkwasser musste deshalb von Lehe beschafft werden. Der älteste erhaltene, zu diesem Zweck errichtete Hochbehälter ist der bereits 1853 von Simon Loschen im Auftrag des Reeders Melchior Schwoon entstandene neugotische Wasserturm im Stadtpark Lehe. Der Turm wurde 1881 erstmals erhöht und der steinerne Wasserbehälter durch einen stählernen Behälter ersetzt. 1900 wurde er abermals um neun Meter erhöht und erhielt seine heutige Form mit den charakteristischen spitzbogigen Blendarkaden, die den Bürgern Lehes zu einem vertrauten Wahrzeichen geworden sind. Der Wasserturm war bis 1989 in Betrieb, befindet sich heute im Eigentum der Nordsee-Zeitung und soll für Ausstellungen hergerichtet werden.

Geöffnet: 11.00 h – 12.00 h;
Führungen (Dr.-Ing. Olaf Voßhans und Dipl.-Ing. Norbert Friedrich): ständig, nach Bedarf

Dionysius-Kirche Lehe
Dionysius-Kirche Lehe

Dionysius-Kirche Lehe, ev.-luth. (Lange Straße 83, Lehe)
Die größte der ehemaligen Dorfkirchen Bremerhavens wird 1310 erstmals urkundlich erwähnt. Die einschiffige, mit einem mächtigen Westturm versehene Anlage war bei dem großen Brand von Lehe im Jahre 1801 weitgehend zerstört worden, nur das schwere Granitquaderwerk des Sockels überstand die Katastrophe. Der Wiederaufbau erfolgte in den klassizistischen Formen der Zeit als ein hell geputzter Bau mit hohen, rechteckigen Fenstern und einer flach gewölbten Decke im Inneren. Dazu wurde eine den ganzen Kirchenraum umlaufende hölzerne Empore eingebaut, die sich an der Ostseite mit dem für den protestantischen Kirchenbau preußischer Prägung typischen Kanzelaltar verband. Die Kirche wurde noch zweifach umgestaltet, zuletzt 1909 in den Formen des Neo-Klassizismus und des späten Jugendstils. Das Kircheninnere mit seiner in den 1970er Jahren erfolgten Rückführung auf die klassizistische Fassung von 1803 und der Neo-Klassizismus des Außenbaues gehen eine harmonische Verbindung ein.

Geöffnet: 10.00 h – 15.30 h (10.00 h Gottesdienst);
Führungen (Pastor Johann de Buhr): 11.30 h, 15.00 h

Herz Jesu-Kirche
Herz Jesu-Kirche

Herz Jesu-Kirche, Lehe (Eupener Straße 60, Lehe)
Die Herz-Jesu-Kirche, wegen ihrer stattlichen Dimensionen auch "Leher Dom" genannt, wurde kurz nach der Gründung der katholischen Gemeinde in Lehe, 1910-1911 nach Entwurf von Maximilian Jagielski, Hannover, als dreischiffige Backsteinbasilika mit über Eck gestelltem Turm errichtet. Die gewachsene Bedeutung der Kanzel im katholischen Gottesdienst stellte neue Anforderungen an Raumverhältnisse, Akustik und Sitzplatzanordnung, zu sehen an der starken Betonung der Breite des Mittelschiffes bei Reduzierung der niedrigen Seitenschiffe zu untergeordneten Gängen. In den 1970er-Jahren erfuhr die Kirche in ihrem Inneren, beraten von dem Braunschweiger Künstler Klaus Kilian, tiefgreifende Veränderungen. Sie sind ein mittlerweile schon historisches Zeugnis des spirituellen Erneuerungseifers der liturgischen Reformen im Gefolge des II. Vatikanischen Konzils.

Gottesdienst: 11.00 h; Führung (Paul-Elmar Hagedorn): 12.00 h

Freilichtmuseum Speckenbüttel
Freilichtmuseum Speckenbüttel

Freilichtmuseum Speckenbüttel: Marschenhaus und Bockwindmühle (Marschenhausweg 2, Lehe)
Das Freilichtmuseum Speckenbüttel des Bauernhausvereins Lehe e. V. entstand 1910 mit der Errichtung der Geesthofanlage im Zusammenhang mit der kulturkritischen Bewegung des Heimatschutzes und ist seither zu einem festen Bestandteil des Stadtparks Speckenbüttel geworden. Die seit der Gründung des Vereins aufwendig in das Freilichtmuseum an der Parkstraße translozierten Gebäude sind Beispiele ländlicher Bauart, wie sie in der Umgebung Bremerhavens typisch waren, heute jedoch kaum mehr vorhanden sind. Das etwas abseits vom Ausstellungsgelände gelegene, 1925 von Sandstedt translozierte Marschenhaus wurde nach Zerstörung durch Brand 1970 wiederaufgebaut. Als niedersächsisches Fachhallenhaus mit zugehöriger Scheune gibt es zusammen mit der nahegelegenen Bockwindmühle Einblick in die ländliche Bau- und Wohnkultur der vorindustriellen Zeit sowie in die Intentionen der Museumsgründer.

Geöffnet: 10.00 h – 18.00 h;
Führungen (Peter Hebel und Harald Neujahr, Bauernhausverein Lehe e.V.): 13.00 h, 16.00 h. Auf dem Geesthof, Parkstraße 9,
zusätzlich von 11.00 h – 17.00 h "Landpartie auf dem Geesthof" mit Bauernmarkt und umfangreichem Programm

Pulvermagazin in Speckenbüttel
Pulvermagazin in Speckenbüttel

Pulvermagazin in Speckenbüttel (Siebenbergensweg 65, Lehe)
Das Pulvermagazin im Stadtpark Speckenbüttel wurde 1874-1875 errichtet als Munitionsdepot der Marineartillerie für die Geschützfestungen an der Unterweser und war Bestandteil des Küstenverteidigungssystems zum Schutz der Hafenanlagen von Bremerhaven und Geestemünde. Es ist nahezu unversehrt in die Gegenwart überkommen, was bei seiner "Wiederentdeckung" 1990 einer kleinen kulturhistorischen Sensation für den Unterweserraum gleichkam. Aufgrund der großen Explosionsgefahr von Schießpulver und Munitionsteilen ist das eigentliche Depot ein einfacher Holzschuppen in der Größe einer Scheune, der im Falle einer Detonation die Gefahr versprengter Bauteile minimierte. Zur zusätzlichen Absicherung wurde der Schuppen aber auch inmitten der Leher Feldmark in großem Abstand zu den nächsten bewohnten Häusern errichtet und mit einem Schutzwall, einem Wassergraben und einer Einzäunung umgeben.

Führungen (Alexander Cordes M.A., Deutsches Schiffahrtsmuseum): 11.00 h, 12.30 h

Friesenstube im Gasthof
Friesenstube

Friesenstube im Gasthof "Schloß Morgenstern" (Burgstr. 1, Weddewarden)
Der ehemalige Landgasthof "Schloß Morgenstern" in Bremerhaven-Weddewarden bewahrt in seinem Inneren seit 1882 die Friesenstube, einen mit Holzvertäfelungen, Ausmalungen und historischen Texten im altdeutschen Stil ausgestatteten Raum, in dem sich auf Initiative des Schriftstellers Hermann Allmers der "Heimatbund der Männer vom Morgenstern" gegründet hat. Mit ihrer Entstehungsgeschichte als Gründungs- und erster Wirkungsort der Männer vom Morgenstern, aber auch mit ihrer Gestaltung und Ausstattung ist die Friesenstube ein prägnantes Zeugnis heimatgeschichtlicher und vaterländischer Bestrebungen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Gebäude, das mit der Friesenstube die Anfänge der lokalen Heimatbewegung dokumentiert, ist seit Anfang 2012 wieder Domizil der "Männer vom Morgenstern".

Geöffnet: 13.00 h – 17.30 h;
Führungen (Dr. Nicola Borger-Keweloh, Dr. Dirk J. Peters, Männer vom Morgenstern): 13.00 h, 14.30 h; 17.00 h