Kurzbeschreibung:
Die Goetheschule Bremerhaven, 1955/56 auf dem Gelände der im Krieg zerstörten Stadthalle errichtet, stellt einen architektonisch qualitätvollen Schulneubau der frühen Nachkriegsmoderne dar. Unter der Projektleitung des Hochbauamts Bremerhaven entstand eine bewusst sparsam, zugleich jedoch gestalterisch ambitioniert ausgeführte Anlage, die dem hohen Raumbedarf nachkriegszeitlicher Bildungsplanung entsprach. Die Schule war als Grundschule mit 18 Klassenräumen konzipiert und sollte - entsprechend zeitgenössischer pädagogischer Debatten - eine überdimensionierte "Mammutschule" vermeiden. Der aus zwei langgestreckten, verputzten Klassentrakten und einem eingeschossigen, straßenseitig verglasten Verbindungstrakt bestehende Komplex reagiert sensibel auf den geschwungenen Straßenzug der Deichstraße. Der zweigeschossige, nahezu vollständig verglaste Eingangs- und Versammlungstrakt bildet das architektonische Zentrum. Seine filigrane Konstruktion mit weit auskragendem Flachdach, schmalen Stützen und farbigen Mosaikverkleidungen in Blau- und Violetttönen verleiht der Anlage eine charakteristische, repräsentative Wirkung. Die asymmetrische, raumbildende Gruppierung, die auskragenden Flugdächer, großen Treppenhausfenster sowie die farblich akzentuierten Vorhangstoffe der Klassentrakte verdeutlichen den Anspruch eines modernen, heiteren Schulbaus, der zugleich Ausdruck eines erneuerten pädagogischen Ideals der Nachkriegszeit ist. Bedeutende original erhaltene Innenraumdetails - darunter die lichtdurchflutete Eingangshalle mit Natursteinboden, futuristischen Leuchten, abstraktem Wandrelief und geschwungener Wendeltreppe - unterstreichen die gestalterische Kohärenz. Die Schule weist einen bemerkenswert guten Erhaltungszustand auf; der 1963 ergänzte Turnhallenbau beeinträchtigt das ursprüngliche Konzept kaum.