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Straße:
Landrat-Christians-Straße 105
Denkmaltyp:
Doppelwohnhaus
Listentext:
Landrat-Christians-Straße 105, Doppelhaushälfte, um 1883 (2026)
Baugeschichte:
Errichtung vermutlich um 1883°
vermutlich später Anbau Wintergarten an Gartenfassade°
Umbau 1927 (Haus Nr. 105) und 1928 (Haus Nr. 103): Erweiterung der Doppelhaushälften um je eine Fensterachse, Herstellung von je zwei Mietwohneinheiten anstelle der bisherigen Nutzung als Einfamilienhaus. Neugestaltung der Eingangsfassade mit Krüppelwalm. Neuanlage der straßenseitigen Grundstückseinfriedung.
Kurzbeschreibung:
Das Doppelwohnhaus Landrat-Christians-Straße 103/105 wurde vermutlich um 1883 im Blumenthaler Ortskern errichtet. Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei dem Bauherrn um den Maurermeister Bernhard Heinrich Lohmüller (1846-1910) handelte, der als erster Grundstückseigentümer verzeichnet ist und außerdem Inhaber der Blumenthaler Baufirma B. Lohmüller war. Das Doppelhaus ist ein zweigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach auf längsrechteckigem Grundriss. Die Gebäudehälften bilden straßen- und gartenseitig geschlossene, streng spiegelsymmetrische Fassaden, die durch backsteinsichtige Lisenen und Bänder gegliedert werden. 1927/28 ging das Doppelhaus in das Eigentum der Bremer Wollkämmerei (BWK) über. Die BWK veranlasste einen Umbau zur Herstellung von je zwei Mietwohneinheiten pro Doppelhaushälfte anstelle der bisherigen Nutzung als Einfamilienhäuser. Dafür wurde jede Haushälfte um je eine Fensterachse seitlich verlängert. In diesen Erweiterungen sind neue Treppenräume und zusätzliche Wohnräume untergebracht. Das Doppelhaus ging sodann in den Werkswohnungsbestand der wirtschaftlich florierenden BWK über. Das Wohnhaus ist daher nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich mit der Fabrik verbunden, die die wirtschaftliche Entwicklung Blumenthals sowie das Leben der Blumenthalerinnen und Blumenthaler über Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat.°
Architekturgeschichtlich stellt das Gebäude einen interessanten Fall dar. Das Doppelhaus war im ausgehenden 19. Jahrhundert als Bautyp außerhalb von Arbeitersiedlungen noch nicht sehr oft vertreten. Darüber hinaus zeugen die Umbauarbeiten aus den Jahren 1927/28 von einem pragmatischen Umgang mit dem Bestand, der zwar die Nutzung an die aktuelle Anforderung (mehr und kleinere Wohneinheiten) anpasste, dabei jedoch größtmögliche Rücksicht auf den ursprünglichen Charakter des Gebäudes nahm.°
Dem Wohnhaus kommt darüber hinaus eine besondere heimatgeschichtliche Bedeutung zu. Johann Heinrich Conrad Oelfken, der Haus Nr. 103 im Jahr 1886 kaufte und dort mit seiner Familie einzog, war nicht nur leitender Angestellter bei der BWK, sondern auch stellvertretender Gemeindevorsteher, der sich um Blumenthal verdient gemacht hat. Darüber hinaus wurde in dem Wohnhaus Nr. 103 wahrscheinlich Oelfkens Tochter Maria Wilhelmine geboren, die später als die Pädagogin und Schriftstellerin Tami Oelfken (1888-1957) bekannt wurde. Heute erinnert eine Gedenktafel vor dem Haus an die berühmte Tochter der Stadt.
Epoche:
Gründerzeit & Zwischenkriegszeit
Sozietät:
Ausführung Umbau
Sozietät Name:
Bremer Wollkämmerei
Sozietät Funktion:
Eigentümerin & Bauherrin
Sozietät:
Grundstückseigentümer & Bauherr (vermutl.)
Sozietät Name:
Bernhard Heinrich Lohmüller (1846-1910)
Sozietät Funktion:
Maurermeister & Bauunternehmer
Sozietät Kommentar:
Baufirma B. Lohmüller
Lit.-Kurztitel:
Die Bremer Woll-Kämmerei Blumenthal, [1909].
Stelle:
62 (Beispiel für Beamtenwohnungen)
Lit.-Kurztitel:
Fiedler, Ulf/ Havighorst, Bernhard: Das alte Blumenthal in Bildern, 1982.
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