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Europäisches Kulturerbejahr 2018

Bremen und Skandinavien: Geschichten über den Zauber des Anfangs

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Begleitprogramm Vortragsreihe

27.06.2018, Mittwoch, 19 Uhr

Ort: Haus der Bürgerschaft, Festsaal, Am Markt

PD. Dr. Volker Scior (Historisches Institut, Ruhr-Universität Bochum)

Vorstellungen vom Norden. Bremen und die Mission bis ans Ende der Welt (9.-12. Jh.)

Das damals noch kleine Bremen spielt für die früh- und hochmittelalterliche Christianisierung Nordeuropas eine zentrale Rolle. Denn von hier aus reisten zahlreiche Missionare in den hohen Norden, um den päpstlichen Missionsauftrag bis zum Ende der bewohnten Welt auszuführen. Der Vortrag geht den Fragen nach, welche Vorstellungen vom Norden damals vorherrschten und wie fremde Gebiete und Völkerschaften wahrgenommen wurden. Auf diese Weise soll ein plastisches Bild der damaligen Vorstellungen über fremde Welten gegeben werden.

15.08.2018, Mittwoch, 19 Uhr

Ort: Dom Kapitelsaal, Domsheide 8

Dr. Ulrich Weidinger (Universität Bremen)

Staatsmacht und Diplomatie im Dienst der Glaubensverkündigung:
Die Nordlandmission der Bremer Kirche im Früh- und Hochmittelalter.

Mit der Übersiedlung Erzbischof Ansgars von Hamburg nach Bremen übernahm das Bistum Bremen 848/49 den päpstlichen Legationsauftrag für den hohen Norden. Seitdem sah die Bremer Kirche in der Missionierung des europäischen Nordens ihre Hauptaufgabe. Der Erfolg dieser Bemühungen hing ganz wesentlich von der Unterstützung durch die Reichspolitik ab. Deshalb gingen die Bremer Erzbischöfe wie bereits die angelsächsischen Missionare Willibrord und Bonifatius eine enge Zusammenarbeit mit der Staatsmacht ein. Es ist ein wesentliches Anliegen des Vortrages, das Bündnis von Kirche und Reich, das Bremen im 11. Jahrhundert den Ruf einbrachte, "Rom des Nordens" zu sein, herauszuarbeiten.

22.08.2018, Mittwoch, 19 Uhr

Ort: Dom Kapitelsaal, Domsheide 8

Dr. Adolf E. Hofmeister (Staatsarchiv Direktor i.R. Bremen)

Bremens Handelsbeziehungen zu Norwegen, Island und Shetland vom 13. bis 16. Jahrhundert

Mission und Kirchenorganisation öffneten seit dem 9. Jh. Bremens Blick auf Skandinavien und die nordatlantischen Inseln; Auswirkungen auf den Handel lassen sich nur in Ansätzen erkennen. Erst im 13. Jh. gewann Bremens Handel mit Norwegen an Bedeutung. Auf der Suche nach dem Handelsartikel Fisch wurden von den Bremern seit dem 15. Jh. auch Island und die Shetland-Inseln aufgesucht. Im Vortrag werden die Handelsverbindungen zum Norden nach schriftlichen Quellen bis in das frühe 17. Jahrhundert verfolgt.

05.09.2018, Mittwoch, 19 Uhr

Ort: Dom Kapitelsaal, Domsheide 8

PD Dr. Natascha Mehler (Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf Schleswig)

Island und Grönland zur Zeit von Adam von Bremen – eine archäologische Spurensuche

Adam von Bremen erwähnt in seiner Geschichte des Erzbistum Hamburg auch Island und Grönland. Seine Beschreibung über Land und Leute ist recht vage, doch damit rückten die weit entfernten Inseln erstmals ins Bewusstsein seiner Landsleute. Der Vortrag begibt sich auf die Suche nach den archäologischen Zeugnissen des 11. und 12. Jahrhunderts in Island und Grönland. Sie geben eindrucksvoll Zeugnis vom Leben und dem Christianisierungsprozess knapp unterhalb des Polarkreises.

12.09.2018, Mittwoch, 19 Uhr

Ort: Dom Kapitelsaal, Domsheide 8

Prof. Dr. Georg Skalecki (Landeskonservator, Landesamt für Denkmalpflege Bremen)

Die Architektur der Bremer Domkirchen des 9. und 11. Jahrhunderts – Versuch einer bauhistorischen Einordnung

Die beiden großen Bremer Domkirchen - die, nach den bescheidenen Anfängen des Jahres 789 von Ansgar 860 geweihte Kirche, sowie der darauffolgende Neubau des 11. Jahrhunderts - sind bisher noch nicht in den kunst- und kulturhistorischen Kontext ihrer jeweiligen Zeit eingeordnet worden. Dies liegt teilweise auch daran, dass zur Baugeschichte sowie zur Gestalt beider Bauten noch große Unsicherheiten bestehen. Im Vortrag wird versucht, hierzu neue Überlegungen anzustellen.

19.09.2018, Mittwoch, 19 Uhr

Ort: Dom Kapitelsaal, Domsheide 8

Prof. Dr. Bernd Päffgen (Zentrum für Geschichte und Archäologie, Ludwig-Maximilians- Universität München)

Bischofsgräber des Hohen und Späten Mittelalters in Deutschland als Gegenstand archäologischer Forschung

Bischöfe wurden im Mittelalter sehr aufwändig beigesetzt. Im Hohen und Späten Mittelalter wurden die Vorsteher des Bistums meist prominent in ihrer Bischofskirche begraben. Sie erhielten dabei nicht nur Grabdenkmäler, sondern wurden in ihrer Pontifikalgewandung und mit ihren geistlichen Insignien (Krummstab, Ring, Kelch und Patene) bestattet. Der Vortrag erläutert diese Bestattungspraxis. Neben anderen wichtigen Funden spielen die 1973-75 bei den Grabungen im St. Petri Dom aufgedeckten Bremer Bischofsgräber eine Rolle. Der Referent hat sich mit seiner Habilitationsschrift von 2001 dem Thema der Bischofsgräber gewidmet.