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Sanierung des Übersee-Museum ist abgeschlossen

Aus der Arbeit der praktischen Denkmalpflege

Restaurierte Sphinx vor dem Übersee-Museum, jpg, 33.2 KB
Restaurierte Sphinx

Das 1892-94 errichtete Übersee-Museum hat eine umfassende Fassadensanierung erfahren, die nun abgeschlossen ist.

Zuvor beeinträchtigten viele schadhafte Stellen und Risse in der Fassade das Erscheinungsbild des Kulturdenkmals. In zwei Bauabschnitten erfolgte von September 2007 bis Mitte Juni 2008 eine umfangreiche Sanierung. Die Maßnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt, wobei den Materialempfehlungen der Materialprüfungsanstalt Bremen gefolgt wurde.

Der erste Bauabschnitt begann mit der Sanierung und Restaurierung der Hauptfassade, des Portals und den Sphingen. Die Hauptfassade wurde äußerst schonend gereinigt, die Fugen des Verblend- und Sandsteinmauerwerks mussten zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden erneut werden, weil sie zum großen Teil ausgewaschen waren und teilweise ganz fehlten. Um eine hohlraumfreie Verfüllung der Fugen zu gewährleisten, wurde der Mörtel mit einem Injektionsverfahren eingebracht.

Sphingen von Graffiti befreit
"Viel Arbeit bereiteten uns die Sphingen, so Landesdenkmalpfleger Skalecki, um sie restauratorisch zu überarbeiten, mussten sie in die Werkstatt des Restaurators gebracht und dort von Hand gereinigt werden."

Das Entfernen diverser Graffitis bei gleichzeitiger Schonung der Oberfläche der Sphingen war ein besonderes Problem. Zu dessen Bewältigung waren viele Proben mit verschiedenen Materialien notwendig.

Im zweiten Bauabschnitt wurden an den übrigen Fassaden lediglich die dringend erforderlichen Sicherungsarbeiten durchgeführt, da die Mittel für eine unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durchzuführende Restaurierung fehlten.

Übersee-Museum erscheint in neuem Licht
Im Zuge der Fassadeninstandsetzung ist ein Beleuchtungskonzept zur Ausleuchtung der Hauptfassade realisiert worden. Das Museum, das bis heute als einzigartig in der Museumslandschaft gilt, präsentiert sich jetzt in einem neuen Licht.

Aufgrund der herausragenden Denkmalbedeutung des Objektes wurden die Restaurierungsarbeiten an der Hauptfassade von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 124.000,00 € gefördert. Die DSD fördert in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege regelmäßig herausragende Denkmäler im Land Bremen.

Zur Entstehung und Erbauung des Übersee-Museums
In Zusammenarbeit mit dem Gründungsdirektor Hugo Schauinsland konzipierten Bauinspektor Heinrich Flügel und der Architekt Ludwig Beermann das 1892-94 errichtete Museumsgebäude.

Es entstand ein markantes Gebäude mit einem über drei Geschosse reichenden innen liegenden Lichthof. Die Fassaden wurden in den Formen der italienischen Renaissance mit Obernkirchner- u. Ibbenbührener Sandstein sowie gelbem Verblend-Mauerwerk gestaltet. Die Hauptfassade wurde durch das Eingangsportal, eingerahmt von zwei Sphingen von dem Bildhauer Rudolf Lauer, betont.

1907-11 erfolgte der Erweiterungsbau mit einem zweiten Lichthof und eine Überformung der Fassade.