Sie sind hier:

Parktor Speckenbüttel

OBJ-Dok-nr.: 00003378




Stadt:
Bremerhaven
Bezirk:
Nord
Stadtteil:
Lehe
Ortsteil:
Speckenbüttel
Straße:
Parkstraße
Denkmaltyp:
Staffage
Eintragung:
2010
Listentext:
Parkstraße, Parktor Speckenbüttel, 1896 von Heinrich Lagershausen (2009)
Baugeschichte:
1896: Baueingabe für einen "Thorbogen auf dem Terrain des der Gemeinde gehörigen Speckenbüttelerholzes" durch den Rentier Bernhard von Glahn
Kurzbeschreibung:
Am nördlichen Rand der Leher Feldmark entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsgebiet. Das "Alte Holz", ein ehemals als Hutung genutzter Bestand von Eichen der Realgemeinde an der heutigen Parkstraße war für die Leher Bürger schon früh ein gern genutztes Ausflugsziel. Ab 1888 gab es hier einen Reitplatz, der später Pferderennbahn wurde. Das Speckenbütteler Holz und umgebende Ödländereien wurden dann von der Stadtgemeinde bis 1906 durch die Anlage von Teichen und gärtnerischen Anlagen auf einer etwa 13 ha großen Fläche aufgewertet. Der später nach einem Wettbewerb auf 75 ha vergrößerte Stadtpark Speckenbüttel entstand erst ab 1906 nach Entwürfen des Wiener Gartenarchitekten Viktor Goebel unter Einbeziehung einer größeren Fläche des Gemeindebesitzes.°
Das Parktor Speckenbüttel stammt noch aus der Frühphase der Entstehung des Speckenbütteler Parks und befindet sich dementsprechend auch an der Parkstraße. Aus dem Jahr 1896 stammt der Entwurf des Leher Stadtbaumeisters Heinrich Lagershausen zur Errichtung eines "Thorbogen[s] auf dem Terrain des der Gemeinde gehörigen Speckenbüttelerholzes", den der Mäzen Bernhard von Glahn als Bauherr persönlich unterzeichnete. Das Staffagebauwerk markiert seither den ältesten Eingang zum Park und verleiht der Gartenanlage eine romantische Note.°
Der 1825 geborene, 1896 in den Eingabeplänen als "Rentier" bezeichnete Bernhard von Glahn war lange in den USA gewesen und hatte dort viel Geld verdient. Er war 1837 seinem in die Vereinigten Staaten ausgewanderten Bruder August gefolgt und hatte 1856 das amerikanische Bürgerrecht erworben. Er kam in den USA zu Geld - auf welchem Wege, das ist nicht bekannt. 1880 zog der Junggeselle als Mäzen zurück nach Lehe. Neben dem Parktor stifte Bernhard von Glahn auch ein vom Darmstädter Bildhauer Ludwig Habich geschaffenes bronzenes Columbus-Denkmal, das sich einst ebenfalls im Speckenbütteler Park befand, jedoch bereits Ende des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen worden ist. Ein Nachguss der Figur wurde 1978 auf der Fußgängerbrücke des Columbus-Centers aufgestellt. Bernhard von Glahn starb 1899; seinen Namen trägt heute die Von-Glahn-Straße.°
Das Parktor Speckenbüttel ist als massive, rechteckige Toranlage mit steilem Walmdach, der zwei flankierende Rundtürme vorgelagert sind, einem mittelalterlichen Stadttor nachempfunden und ist als romantisierende Staffage zum Wahrzeichen des in der Umgebung des Parks heranwachsenden Ortsteils Speckenbüttel geworden. Über der Einfahrt ist das Leher Wappen mit den gekreuzten Sensenblättern zu sehen. 1990-1991 wurde der zeitweilig als Jugendfreizeitheim genutzte Putzbau grundlegend instand gesetzt.
Epoche:
Historismus
Art Dat.:
Herstellung
  Num.-Dat.:
1896
Objekt @ Künstler:
Entwurf
  Architekt/Künstler:
Lagershausen, Heinrich
  Funktion:
Architekt
  Rank:
Stadtbaumeister
  Kommentar:
Hinweis auf dessen Autorenschaft bei Gabcke, Bd. III - erscheint stimmig.
Objekt @ Bez:
Bauherr
  Architekt/Künstler:
Glahn, Bernhard von
  Funktion:
Rentier
Quelle:
Pannier, Jessica: Heinrich Lagershausen. Stadtbaumeister in Bremerhaven-Lehe von 1892 bis 1924, Masterarbeit KHI Osnabrück 2017
Lit.-Kurztitel:
Bremerhaven. 5 Jahre Aufbauarbeit. Ein Zeitdokument von 1948 bis 1952, Bremerhaven 1952
  Stelle:
268ff. Stadtpark Speckenbüttel
Lit.-Kurztitel:
Cordes, Johann Jacob: Erinnerungen an Speckenbüttel vor 75 Jahren =°
Niederdeutsches Heimatblatt Nr. 303 (1975)
  Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Cordes, Johann Jacob: Unser schöner Park in Speckenbüttel =°
Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 54 (1974)
  Stelle:
249-278
Lit.-Kurztitel:
Cordes, Johann Jacob: Im Speckenbütteler Park vor 65 Jahren =°
Nordsee-Kalender 1966
  Stelle:
39-40
Lit.-Kurztitel:
Das Parktor erstrahlt im neuen Glanz =°
Gabcke, Bremerhaven in zwei Jahrhunderten, Band III, 1992
  Stelle:
215
Lit.-Kurztitel:
Kirschstein, Werner (Red.): Seestadt Bremerhaven. Historische Bauwerke einer Hafenstadt, Bremerhaven 2001
  Stelle:
743
Lit.-Kurztitel:
Milchert, Jürgen: Der Speckenbütteler Park - ein zersiedeltes Terrain. Aus Puzzle muß Freizeiteinrichtung von Bedeutung entstehen =°
Nordsee-Kalender 51 (1999)
  Stelle:
85-89
Lit.-Kurztitel:
Milchert, Jürgen: Wasser als wichtiges Element. Park Speckenbüttel kommt mit Planung voran =°
Nordsee-Kalender 2002, 54 (2001)
  Stelle:
64-68
Lit.-Kurztitel:
Pannier, Jessica: Parktor, Bootshaus, Oberrealschule und Co.. Wie Stadtbaumeister Heinrich Lagershausen das Gesicht Lehes prägte, Bremerhaven 2019
  Stelle:
138-141
Lit.-Kurztitel:
Schröder, Hermann: Aus der Geschichte der Stadt Lehe =°
Deutschlands Städtebau. Bremerhaven, Geestemünde, Lehe, Berlin 1922
  Stelle:
59-66, hier: 63, 75 (zur Enstehung des Stadtparks)
Lit.-Kurztitel:
Wolff, Michael: Im Speckenbütteler Park. Ein Rundgang, Bremerhaven 1985
  Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Zisenis, Klaus: Speckenbüttel um die Jahrhundertwende =°
Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 72 (1993)
  Stelle:
117-129