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Die Glocke & Kapitelhaus der Domgemeinde

OBJ-Dok-nr.: 00000179,T





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Altstadt
Straße:
Domsheide 6 & 7 & 8
Denkmaltyp:
Konzerthaus & Gaststätte & Domkapitel & Vereinshaus
Eintragung:
1973
Listentext:
Domsheide 6-8, Konzerthaus 'Die Glocke' und Kapitelhaus der St. Petri-Domgemeinde, 1926-1928 von Walter Görig, Bauplastik von Heinz Lange, Engelhard Tölken und Hans Laubner; Jacobus major, 14. Jh. (Kopie) (1973) (siehe Denkmalgruppe Am Dom 1-2)
Kurzbeschreibung:
Walter Görig errichtete 1926-28 die "Glocke" anstelle des "Künstlervereinshauses", eines 1869 für den Künstlerverein umgebauten Domklosters des 13.-17. Jh. Dieses war 1915 abgebrannt. Der Neubau war das Ergebnis eines reichsweiten Wettbewerbs, der 1920 zugunsten Görigs entschieden wurde. Neben den Räumlichkeiten für das Domkapitel wurde auch wieder an die Tradition als Konzerthaus angeschlossen, die an dieser Stelle vom Künstlerverein erfolgreich etabliert worden war. Walter Görig, der 1930 auch als Dombaumeister verpflichtet wurde, errichtete um einen als Kreuzgang gestalteten Garten eine an den Dom angelehnte Baugruppe mit dunkler Sichtziegelverblendung unter sparsamer Verwendung von Werkstein. Stadtbildprägend ist der dominante Stufengiebel zur Domsheide, während sich die Fassade zum Grasmarkt mit dem detailreichen und feingliedrigen Erker in Rücksicht auf den Dom vornehm zurückhält. Im Inneren hat sich eine aufwändige wandfeste Ausstattung der Erbauungszeit in Anlehnung an das Art Deco erhalten.
Der Name "Glocke" leitet sich nicht von einer klingenden Glocke ab. Er ist als schützender Abschluß, als Sturz oder als Himmelsgewölbe zu verstehen und bezieht sich auf ein Gebäude, das als Domanbau im Mittelalter entstanden war, als Unterstand oder vielleicht für die Herstellung der Hostien diente und spätestens an der Wende zum 18. Jahrhundert von den Domherren als Kapitelstube benutzt wurde. Es handelte sich ursprünglich um einen sechseckigen Fachwerkbau mit einem Kegeldach, der einem runden, fensterlosen Unterbau aufgesetzt war. Als dieser baufällig geworden war, wurde er 1737 nach Entwurf von Caspar David Renner durch einen achteckigen Neubau ersetzt, der fortan für die Conventssitzungen genutzt wurde (obwohl das Oktogon nach dem Brand 1915 erhalten war, ist heute nur noch die Lage im Grundriss ablesbar). Nachdem der Künstlerverein das Domkloster zu seinem Vereinshaus umbaute und dabei auch einen Konzertsaal einrichtete, sprach man im Allgemeinen vom "Künstlervereinshaus". Die Bezeichnung als "Glocke" wurde erst mit der Wiedereröffnung des Hauses 1928 etabliert. Die Sage von der Glocke, die unter dem Pseudonym "Eka" erschien und von dem Maler Karl Dannemann durch einen Wandbilderzyklus im Restaurant illustriert wird, ist eine Erfindung der damaligen Zeit.
Epoche:
Zwischenkrieg
Stil:
Expressionismus
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1926-1928
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Görig, Walter
 Funktion:
Architekt
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Lange, Heinz
 Funktion:
Bildhauer
 Kommentar:
Sechs Standfiguren zwischen den Fenstern des Staffelgiebels, darunter der Gelehrte, der Baumeister, der Astronom, der Dichter.
Supraporten über den Eingangstüren
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Tölken, Engelhard
 Funktion:
Bildhauer
 Kommentar:
Zentrale Giebelfigur: ein Putto mit der Harfe spielend.
Figur über dem Eingang zum Vereinstreppenhaus.
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Laubner, Hans
 Funktion:
Bildhauer
 Kommentar:
Bauplastik der Erkers zur Marktseite
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Perks, Paul
 Funktion:
Maler
 Kommentar:
Ausmalung im Kleinen Konzertsaal
Objekt @ Künstler:
Umbau
 Architekt/Künstler:
Müller-Menckens, Gerhard
 Funktion:
Architekt
 Geltungsdauer:
1997
 Kommentar:
Modernisierung der Innenräume
Lit.-Kurztitel:
Hofmann, Albert: Zur künstlerischen Ausgestaltung des baulichen Mittelpunktes von Bremen =
Deutsche Bauzeitung 53 (1919)
 Stelle:
545-547, 549-556, 561-565, 567, 569-571, 581, 584-585, 597-600, 613-620
Lit.-Kurztitel:
H.: Arbeiten von Arch. Heinz Stoffregen - Bremen =
Baumeister 24 (1926)
 Stelle:
189-192, hier S. 192
Lit.-Kurztitel:
Kain, Robert: Saalbau "Zur Glocke" am Dom. Die Weihe des Hauses. Ein Rundgang durch das neue haus =
Bremer Nachrichten
 Stelle:
1928.10.20
Lit.-Kurztitel:
25 Jahre BDA Bremen, 1929
 Stelle:
o.S.
Lit.-Kurztitel:
N.N.: 25 Jahre Ortsgruppe Bremen des BDA =
Die Baugilde 12 (1930)
 Stelle:
189-197, hier S. 196
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
 Stelle:
368-370, Abb. XI i 19-21
Lit.-Kurztitel:
Architektur in Bremen und Bremerhaven, 1988
 Stelle:
Nr. 4.1
Lit.-Kurztitel:
Aschenbeck, Nils: Die Glocke, Bremen 1997
 Stelle:
Rezension in: Bremisches Jahrbuch 77 (1998)
Lit.-Kurztitel:
Schwebel, Marianne: "Die Glocke" am Bremer St. Petri Dom =
Bremisches Jahrbuch 77 (1998)
 Stelle:
266-276
Lit.-Kurztitel:
Aschenbeck, Nils: Zeitgerechte Zuordnung. Der Architekt Gerhard Müller-Menckens, Delmenhorst 1998
 Stelle:
95-97
Lit.-Kurztitel:
Schwartz, Uwe: Öffentliche und private Großbauten in Bremen zwischen den Weltkriegen =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 10, Bremen 2013
 Stelle:
24-36
Lit.-Kurztitel:
Continuo. Der Architekt Gerhard Müller-Menckens 1917-2007, Bremen 2009
 Stelle:
174-175
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen


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