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Vereinshaus Vorwärts & Haus der Wissenschaft

OBJ-Dok-nr.: 00001098





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Altstadt
Straße:
Sandstraße 4 & 4a & 5
Wilhadistraße 1
Denkmaltyp:
Wohnhaus & Bildungsverein
Eintragung:
1973
Listentext:
Sandstraße 4-5, Vereinshaus Vorwärts, Umbau 1819, Westgiebel, 1882 von Lüninghusen, Umbau, 1897 (1973)
Wilhadistraße
Kurzbeschreibung:
Die Sandstraße gehört zum ehemaligen Immunitätsbezirk der Domkirche. Hier befanden sich seit dem Mittelalter die Häuser der Domherrenkurie. Die Grundstücke dieser Domherrensitze waren ehemals locker bebaut und besaßen teils große Gärten. Erst im späten 19. Jahrhundert ist diese offene Bebauung aufgeben worden. Das Haus Sandstraße 5 erhielt in dieser Zeit eine im Süden anschließende Hofüberbauung und wurde mit den Häusern 4 und 4a zu einer geschlossenen Straßenflucht verbunden.
Die Häuser Sandstraße 4, 4a und 5 sind heute eine funktionale Einheit. Die Entstehung der ehemals disparaten Teile ist nicht mehr eindeutig zu belegen. Der älteste Bauteil ist offenbar das Haus Nr. 5 mit Dachwerk und Dachbalken der Jahre 1495-99 (dendrochronologische Untersuchung). Die Außenwände wie auch der Keller scheinen noch älter zu sein. Der erste nachweisbare Mieter der Nr. 5 war 1798 der Senator Dr. Franz Friedrich Droste (1753-1817). 1818 erwarb dann sein Sohn Senator Dr. Franz Friedrich Droste (1784-1849) das Haus mit Zubehör. Vermutlich war er auch der Bauherr der klassizistischen Fassadengestaltung zur Sandstraße. Drostes Erben veräußerten das Haus 1851 an den Kaufmann Henrich Levin Rogge. Von diesem kam es 1853 in Besitz des "Vereins Vorwärts". Der Verein Vorwärts war 1846 "zur Hebung des Bildungsniveaus des bremischen Arbeiterstandes" gegründet worden und nutzte das Wohnhaus fortan bis 1973 als Vereinshaus. 1882 entstand die aufwändige Fassade mit neuem Haupteingang zum Domshof (Rekonstruktion des Giebels: 1991/92). Johannes Gutenberg als vollplastische Figur im Giebelfeld gilt nicht nur als Erfinder des Buchdrucks. Er war außerdem eine Symbolfigur der Arbeiterbildungsvereine. 1897 erwarb der Verein das Haus Nr. 4 (Nr. 4a wurde erst 1908 erworben) hinzu und errichtete hofseitig den Erweiterungsbau. Die 1906 errichtete Turnhalle wurde für den Neubau der Hochgarage abgebrochen.
Bei der Erneuerung des Portals Sandstraße 5 als "Blindportal" wurden 1958 vom LfD geborgene Teile des Portals von der Ruine Komturstraße 12 verwendet (Sturzfeld mit Spiralrankenfries und Leier; Abdeckung). In der Komturstraße 12 hatte sich Senator Dr. jur. Schumacher 1820 ein Wohnhaus errichten lassen.
Nach zwischenzeitlicher Nutzung als Polizeiwache (1974-2000) befindet sich hier seit 2005 das "Haus der Wissenschaft".
Epoche:
Klassizismus & Historismus
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
um 1805
Art Dat.:
Umbau
 Num.-Dat.:
1882
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Lüninghusen
 Funktion:
Architekt
 Geltungsdauer:
1882
 Kommentar:
Westgiebel
Objekt @ Bez:
Bauherr
 Name:
Droste, Franz Friedrich
 Funktion:
Senator
 Geltungsdauer:
1818-1819
Lit.-Kurztitel:
Stein, Rudolf: Klassizismus und Romantik in der Baukunst Bremens I, 1964
 Stelle:
256-258
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Vereinshaus Vorwärts Bremen =
Der Baumeister 12 (1913/14)22
 Stelle:
Beil. zu H. 7, S. B126, Taf. 56 (Entwurf Rudolf Jacobs)
Lit.-Kurztitel:
Es ist Johannes Gutenberg. Mann ohne Arme mit Hilfe der Leser identifiziert =
Weser-Kurier
 Stelle:
10.03.1988
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Haus der Wissenschaft =
Der Aufbau 60 (2006) 1
 Stelle:
24-25
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen