Sie sind hier:
  • Rathaus Hemelingen ist ein Kulturdenkmal

Neue Kulturdenkmale

Rathaus Hemelingen
Rathaus Hemelingen

Das Landesamt für Denkmalpflege hat am 19. Februar 2007 das ehemalige Rathaus Hemelingen als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Entworfen wurde das bislang als Ortsamt genutzte Gebäude 1906 von dem aus Hannover stammenden Architekten Hofbaurat Wilhelm Mackensen BDA (1869-1955).

Bedingt durch den gestiegenen Verwaltungsaufwand in Hemelingen und die stark zugenommenen Einwohnerzahlen wurde ein Rathausbau notwendig. 1903 beschloss man den Bau eines Gemeindehauses. Vor dessen Fertigstellung wurde das Gemeindebüro samt Standesamt im Gebäude der Gaststätte „Lüer’s Tivoli“ untergebracht.

Das neue Gemeindehaus war als verputzter zweigeschossiger, traufständiger Massivbau mit strenger Fassadensymmetrie, wuchtigem Mittelrisalit und hohem Krüppelwalmdach konzipiert. Das Bauwerk zeichnet sich des Weiteren durch einen renaissanceartigen Schweifgiebel mit flankierenden halbrunden Ecktürmchen aus. Der Architekt Mackensen schuf somit ein in seiner Grundausrichtung einfaches, aber repräsentatives und gut proportioniertes Gebäude.

Rathaus Hemelingen, Sitzungssaal
Sitzungssaal

Aufgrund vermehrten Raumbedarfs erfolgte 1926 eine Erweiterung des Bauwerks. Das Gebäude wurde an einer Seite unter Beibehaltung der bisherigen Architektursprache beträchtlich verlängert. Es entstand unter anderem ein großer Sitzungssaal im Obergeschoss, der bis heute erhalten ist.

Nach der 1939 stattgefunden Eingemeindung Hemelingens nach Bremen endete die Funktion des Gebäudes als Sitz der selbstständigen Gemeindeverwaltung Hemelingens nach nur 33 Jahren Nutzungsdauer. In der Nachkriegszeit diente das Rathaus als Ortsamts- und Beiratsgebäude.

Rathaus Hemelingen, Nebentreppenhaus
Nebentreppenhaus

Im Inneren hat es, insbesondere im Obergeschoss, deutlichere Veränderungen gegeben. Dennoch sind viele schöne Details erhalten geblieben, wie der Sitzungssaal im Obergeschoss und das Bürgermeister-Dienstzimmer im Erdgeschoss, jeweils mit Holzvertäfelungen und Mobiliar der Erweiterungsphase von 1926, drei bauzeitliche Wartebänke (eine beim Nebentreppenhaus, zwei maßgefertigte Sondermodelle das Entree flankierend), des weiteren originale Fußbodenfliesen in der Vorhalle, historische Treppengeländer etc.

Neben heimatgeschichtlichen und künstlerischen Aspekten sprechen für die Unterschutzstellung dieses Gebäudes auch die Tatsache, dass „…das Rathaus bis heute ortsbildprägend ist und mit gutem Grund als das am meisten identitätsstiftende einzelne Gebäude Hemelingens aufgefasst werden kann.“ (Auszug aus dem Gutachten des Landesamtes für Denkmalpflege)