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Wallanlagen

OBJ-Dok-nr.: 00001193,T





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Altstadt
Straße:
Am Wall 207 & 208 & 209 & 212
Altenwall & Bleicherstraße & Contrescarpe & Doventorscontrescarpe & Goetheplatz & Osterdeich & Stephanitorstraße & Stephaniwall
Denkmaltyp:
Park & Denkmal
Eintragung:
1973 & 1977
Listentext:
Am Wall, Wallanlagen, Stadtpark mit allen Denkmälern, Brunnen, Skulpturen, Brücken, 1802-1803 von Christian Ludwig Bosse,1803-1837 von Isaak Hermann Albert Altmann, 1876-1914 von Johann Carl Wilhelm Heins, Veränderungen 1850, 1874, 1934-1938;
Bischofstor, 1838 von Moritz Stamm; Olbers-Denkmal, 1848 von Carl Steinhäuser; Prunkvase, 1855 von Carl Steinhäuser; Rosselenker, 1901 von Louis Tuaillon; Rehbrunnen, 1933 von Ernst Gorsemann; Kriegsgefangenendenkmal, 1934 von Rudolf Richter und Herbert Kubica; Gefallenendenkmal (Altmannshöhe), 1934-1935 von Wiepking und Ernst Gorsemann; Revolutionsdenkmal (Jüngling), 1936 von Herbert Kubica; Museumsgarten, 1949-1951 von Erich Ahlers, Ansgarii-Torhaus, 1960 vom Hochbauamt; Theatergarten, 1967 von Erich Ahlers (1973/1977)
Einzeldenkmale siehe: Am Wall 207; 208; 209; 212
Altenwall
Bleicherstraße
Bürgermeister-Smidt-Straße 88
Contrescarpe
Doventorscontrescarpe
Goetheplatz
Osterdeich
Stephanitorstraße
Stephaniwall
Kurzbeschreibung:
Die Bremer Wallanlagen sind ein bedeutendes, vergleichsweise gut erhaltenes Beispiel der Umwandlung einer ehemaligen Bastionärbefestigung in einen Landschaftspark nach englischem Muster im frühen 19. Jahrhundert. Erste Vorstellungen zur Umgestaltung orientierten sich an älteren, formal geprägten Wallpromenaden. Die Anfangsphase ist durch Gartendilettanten aus den Kreisen des Stadtpatriziates mitgeprägt.
1802 riet der hinzugezogene oldenburgische Hofgärtner Christian Ludwig Bosse zu einer Umwandlung in "lichte Englische Anlagen." 1803 wird der Bremer Kunst- und Handelsgärtner Isaak Hermann Albert Altmann als professioneller Gartengestalter verpflichtet. Während der französischen Besatzung 1810-1813 kam es zu einer Refortifikation und weitgehender Vernichtung des bisher Begonnenen, 1813 Neubeginn unter Altmann. Verrundete und mit sanften Verläufen neu modellierte Bastionen und der durchgehende, nach dem Abschneiden der Contrescarpe-Zacken weich gekurvte Wallgraben mit beidseitig uferbegleitenden Randwegen bildeten die Basis seiner Schöpfung. Auf der Höhenlinie des Walles verlief ein breiter Promenadenweg, durch eine Lindenreihe von einem schmalen Fahrweg getrennt. Sieben von neun Altstadtswall-Bastionen waren ursprünglich mit Windmühlen besetzt, davon ist eine erhalten.
Die Bastionskuppen waren von Solitärs oder Baumgruppen bestanden und boten weite Ausblicke. Am Hang, im Uferbereich und an den Brücken über den Wallgraben standen einzelne Laub- und Nadelgehölze sowie Gruppen gleicher Baumart; einheimische Arten dominierten. Altmanns Nachfolger G. H. Hattorff pflanzte vermehrt exotische Gewächse an und legte "Moorbeete" an. In seine Amtszeit fallen der Einzug bürgerlicher Repräsentationsbauten (Stadttheater, Kunsthalle) sowie aufwendigen Skulpturenschmucks (Olbers-Denkmal, Schmuckvase am Herdentor) in die Wallanlagen. Unter Gartenbauinspektor J. C. W. Heins (Amtszeit 1876-1916) erreichten die Wallanlagen einen Höhepunkt ihrer Entwicklung. Sein Nachfolger P. Freye musste nach dem vorzeitigen Ende seiner Amtszeit (1934) noch tief greifende Veränderungen wie vor allem die drastische Verbreiterung des Fahrwegs auf dem Wall miterleben. Nach schweren Kriegsschäden gelang die Wiederherstellung der Wallanlagen durch E. Ahlers, Leiter des Gartenbauamtes ab 1947. Zwei verlorene Großbauten innerhalb der Wallanlagen, das frühere Armenhaus und das Stadttheater, ersetzte er durch qualitätvolle Sondergärten.
Ab Mitte der 1990er-Jahre kam es zu einer partiellen Korrektur von Fehlentwicklungen der Nachkriegszeit gemäß den Empfehlungen eines Parkpflegewerks. Die Exkursion thematisiert verschiedene Aspekte: Umsetzung des Parkpflegewerks, Nutzung als Eventfläche, Auswirkungen des Kunsthallenausbaus, neuere Kunstobjekte, Instandsetzung des "Theatergartens" von E. Ahlers, Nutzung und Umbau der Windmühle zum Café, Nutzung des Ansgaritorhauses als Austellungsort.
Baugeschichte:
1850: Bahnlinie vom Bahnhof zum Weserbahnhof zerschneidet die Wallanlagen am Stephanitor
1874: Durchlegung der Kaiserstraße (Bürgermeister-Smidt-Straße)
1934-1938: Verbreiterung der Straße Am Wall
kriegszerstört: Doventorsmühle; Torhäuser am Ansgari- und Doventor; Altmanndenkmal; Schauspielhaus
1949-1951: Museumsgarten
1967: Theatergarten
Epoche:
Klassizismus & Jahrhundertwende & Zwischenkrieg & Nachkrieg
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1802-1810
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Bosse, Christian Ludwig
 Funktion:
Gärtner
 Rank:
Hofgärtner
 Geltungsdauer:
1802-1803
 Kommentar:
Hofgärtner beim Großherzog von Oldenburg
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Altmann, Isaak Hermann
 Funktion:
Gärtner
 Geltungsdauer:
1803-1837
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Heineken, Johann
 Funktion:
Arzt
 Geltungsdauer:
1804
 Kommentar:
Pläne für die Abbentorsbastion
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Hattorf, Hermann
 Funktion:
Gärtner
 Rank:
Obergärtner
 Geltungsdauer:
1837-1857
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Nagel, Carl Friedrich Wilhelm
 Funktion:
Gärtner
 Rank:
Obergärtner
 Geltungsdauer:
1857-1876
 Kommentar:
aus Ludwigslust
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Heins, Johann Carl Wilhelm
 Funktion:
Gärtner
 Rank:
Obergärtner & Gartenbaudirektor
 Geltungsdauer:
1876-1914
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Freye, Paul
 Funktion:
Gartenarchitekt
 Rank:
Gartendirektor
 Geltungsdauer:
1916-1934
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Homann, Richard
 Funktion:
Gartenarchitekt
 Rank:
Gartendirektor
 Geltungsdauer:
1934-
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Ahlers, Erich
 Funktion:
Gartenarchitekt
 Geltungsdauer:
1947-1967 (?)
Lit.-Kurztitel:
Storck, A.: Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen, Frankfurt am Main 1822 (Faksimile 1977)
 Stelle:
209-230
Lit.-Kurztitel:
Heins, J.C.W.: Die Wallanlagen =
Bremen und seine Bauten 1900, 1900
 Stelle:
575-580
Lit.-Kurztitel:
Fitger, Hermann und Wilhelm Wortmann: Die bremischen Wallanlagen, Bremen 1929
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Dettmann: Hermann Fitger und Wilhelm Wortmann: Die bremischen Wallanlagen =
Die Denkmalpflege 1930
 Stelle:
189-190 (Besprechung)
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
 Stelle:
452, Abb. XVI 2
Lit.-Kurztitel:
Stein, Rudolf: Die Entfestigung Bremens und das Werden der Wallanlagen =
Stein, Rudolf: Klassizismus und Romantik in der Baukunst Bremens I, 1964
 Stelle:
34-40
Lit.-Kurztitel:
Architektur in Bremen und Bremerhaven, 1988
 Stelle:
Nr. 15
Lit.-Kurztitel:
Müller-Glaßl, Uta: Geschichte und heutiger Zustand der Bremer Wallanlagen. Ein Zwischenbericht =
Die Gartenkunst 3 (1991) 2
 Stelle:
261-270
Lit.-Kurztitel:
Dehio Bremen/Niedersachsen 1992
 Stelle:
46-47
Lit.-Kurztitel:
Bardewyck, Joachim: Christian Ludwig Bosse und die Bremer Wallanlagen =
Männer vom Morgenstern. Jahrbuch 73, Bremerhaven 1994
 Stelle:
131-145
Lit.-Kurztitel:
Müller-Glaßl, Uta und Klaus Rautmann: Die Bremer Wallanlagen. Von der Dauerhaftigkeit eines Konzeptes =
Klassizismus in Bremen, Bremen 1994
 Stelle:
73-83
Lit.-Kurztitel:
Kirsch, Rolf: Der Bremer Wall und seine Gefährdung durch die Innenstadtkonzepte des Senats =
Altstadt - City - Denkmalort. Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland 1995, Hamburg 1997
 Stelle:
123-125
Lit.-Kurztitel:
Müller-Glaßl, Uta: Wallanlagen Bremen, Bremen 1998
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Rüppel, Michael: Die Umwandlung der Stadtwälle in "englische Anlagen" - Anmerkungen zur "Gartenrevolution" in Bremen =
Bremisches Jahrbuch 80 (2001)
 Stelle:
74-122
Lit.-Kurztitel:
Rautmann, Klaus und Thomas Hindersmann: Die Bremer Wallanlagen werden 200 (!) Jahre alt =
Der Aufbau 56 (2001) 2
 Stelle:
16-20
Lit.-Kurztitel:
Rautmann, Klaus: Wälle. Neues Grün auf alten Grenzen =
Landschaftsarchitektur 31 (2001) 4
 Stelle:
21-23
Lit.-Kurztitel:
Hindersmann, Thomas: Zum 200. Geburtstag der Bremer Wallanlagen =
Stadt und Grün/Das Gartenamt 51 (2002) 5
 Stelle:
9-15
Lit.-Kurztitel:
Zwischen Lust und Wandeln. 200 Jahre Bremer Wallanlagen, Bremen 2002
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Kirsch, Rolf: Die Bremer Wallanlagen - Geschichte und Gegenwart =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 8, Bremen 2011
 Stelle:
36-43
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen