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Haus St. Petrus

OBJ-Dok-nr.: 00001499,T





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Altstadt
Straße:
Böttcherstraße 3 & 5
Denkmaltyp:
Gaststätte & Vortragssaal & Spielbank
Eintragung:
1973
Listentext:
Böttcherstraße 3/5, Haus St. Petrus, 1924-27 von Runge & Scotland, Bauplastik von Engelhard Tölken; Bremer Staatswappen, 1608, Petrus, 1954 von Irmgard Roselius, Kopf Paracelsus, 1936 von Bernhard Hoetger (1973) (siehe Gesamtanlage Böttcherstraße 1-9)
Kurzbeschreibung:
Ludwig Roselius erwarb 1924 vom Bremer Staat das Erbbaurecht für die Grundstücke Böttcherstraße 15-19 für den Zeitraum von 60 Jahren (bis zum 31. März 1984). Nach zweijährigen Verhandlungen konnte so nach den Umbauten des Roseliushauses und der Packhäuser Böttcherstraße 4-5 zur Bremen-Amerika-Bank die Neubebauung der Böttcherstraße auf der Westseite fortgesetzt werden. Roselius hatte den Senat und die baubehördlichen Gremien der Stadt mit dem Plan überzeugt, in der Nähe des Marktplatzes im Einklang mit der norddeutscher Bautradition eine kleine Kolonie für Künstler und Kleinkunsthandwerker mit Ateliers, Läden und Wohnungen entstehen zu lassen.
Die Entwürfe für die Bebauung zwischen der Straße Hinter dem Schütting und der platzartigen Erweiterung am Roseliushaus lieferten erneut die Architekten Runge & Scotland. Durch Gauben, Galerien und Zwerchgiebel gelang den Architekten eine abwechslungsreiche Fassadengestaltung mit Stilmitteln norddeutscher Gotik. Zunächst hielt sich für den Gesamtkomplex die Bezeichnung als HAG-Haus, später setzte sich für den Bauteil südlich des Treppengiebels die Bezeichnung als Haus St. Petrus durch.
Das 1924-1927 errichtete Haus St. Petrus gliederte sich in mehrere Teilbereiche: das Ladenhaus mit vorgelagertem Bogengang in Verlängerung des Hag-Hauses, anschließend das Klubhaus, in dem die "Bremer Gesellschaft von 1914" ihre Räume hatte und den Gastronomiebereich mit dem Restaurant Flett (Flett = niederdeutsche Diele) und dem namengebenden Fischkosthaus St. Petrus. Von der aufwändigen kunstgewerblichen Ausstattung der Innenräume sind das Restaurant St. Petrus mit dem Roten und Grünen Zimmer, der Buchladen v. Halem und die frühere Kaffeeprobierstube nach schweren Kriegsschäden erhalten geblieben. Dagegen sind das Flett und der darüber liegende "Goldenen Saal" mit anschließendem Blumenzimmer und der Fischerstube ausgebrannt. In diesem Bereich hat seit 1981 im Obergeschoss das Casino Bremen seinen Sitz. Am Aufgang zur Treppe hat sich eine Bronze der Bremer Stadtmusikanten vom Bremer Bildhauer Engelhard Tölken erhalten, der auch die bildhauerischen Arbeiten an den Türgewänden ausgeführt hat.
Epoche:
Zwischenkrieg
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1924-1927
Art Dat.:
Umbau
 Num.-Dat.:
1931-1932
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Runge, Alfred & Scotland, Eduard
 Funktion:
Architektengemeinschaft
 Geltungsdauer:
1924-1927 & 1931-1932
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Tölken, Engelhard
 Funktion:
Bildhauer
 Kommentar:
Bremer Stadtmusikanten
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Lilienthal, Heinz
 Funktion:
Glasmaler
 Geltungsdauer:
1992
 Kommentar:
Einbau eines Oberlichts laut Rechnung von Heinz Lilienthal vom 24.09.1990 = DM 1738,50.Archiv Böttcherstraße Bremen, Bauakte VI J, Böttcherstr. 7/9 (Glasscheibe über Schrägeingang)
Lit.-Kurztitel:
Gallwitz, S.D.: Das schöne Bremen, Bremen 1925
 Stelle:
Abb. 63
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Die Umgestaltung der Böttcherstrasse in Bremen. Architekten Runge und Scotland =
Moderne Bauformen 27 (1928)
 Stelle:
129-144, Farbtaf. 13; Kaffee-Hag in München, S. 145-147
Lit.-Kurztitel:
Die Böttcherstraße in Bremen. Praktischer Führer, o.J. [um 1932]
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Roselius, Ludwig: Reden und Schriften zur Böttcherstraße in Bremen, Bremen 1932
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Harmssen, Henning: Bremen so wie es war, Düsseldorf 1974
 Stelle:
Abb. 136 (Restaurant Flett, um 1930)
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Bremer Spielcasino =
DBZ-Deutsche-Bauzeitschrift 29 (1981) 4
 Stelle:
457-460
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Mondäner Glanz. Spielbanken in Aachen, Bad Oeynhausen und Bremen =
AIT-Architektur, Innenarchitektur, technischer-Ausbau 89 (1981) 3
 Stelle:
214-217
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Bremer Spielcasino =
Bauhandwerk 4 (1982) 5
 Stelle:
380
Lit.-Kurztitel:
Wanner, Bernd: Spiel um Geld im Spiel mit Licht. Spielbanken in Bremen und Bad Oeynhausen =
Licht 35 (1983) 7/8
 Stelle:
412-414
Lit.-Kurztitel:
Leuenroth, Kirsten: Das HAG-Haus und das Haus St. Petrus =
Tallasch, Hans (Hg.): Projekt Böttcherstraße, Delmenhorst 2002
 Stelle:
119-145
Lit.-Kurztitel:
Dehio Bremen/Niedersachsen 1992
 Stelle:
39-42
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen