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Denkmalpflege in Bremen, Band 12

Architektur der Nachkriegszeit

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Das zentrale Thema des 12. Bandes der Schriftenreihe "Denkmalpflege in Bremen" ist die Architektur der Nachkriegszeit, die 1950er- und 1960er-Jahre. Die Bauten der Wirtschaftswunderjahre haben das Aussehen der Städte nachhaltig verändert. Noch immer wird kontrovers darüber diskutiert, wie man diese Phase zu bewerten hat und wie man damit umgehen soll. Bereits in der Nachkriegszeit gab es unterschiedliche Architekturhaltungen, wie es der Gastautor Eberhard Syring in seinem Aufsatz: "Der Disput zwischen Traditionalisten und Modernisten in der bremischen Wiederaufbauphase" beschreibt.
Wie stark der Zustrom an Flüchtlingen und Vertriebenen den Bedarf an Kirchenbauten erhöhte, zeigt die Gastautorin Becker-Chouati anhand der Entstehungsgeschichte der katholischen St. Hedwig Kirche in der Neuen Vahr. Becker-Chouati stellt einen historischen Kontext her, geht auf die Baugeschichte der St. Hedwig Kirche ein, bevor sie am Ende eine Einordnung der Kirche in die Sakralarchitektur der Nachkriegsmoderne vornimmt. Marie Schneider befasst sich dagegen mit den Notkirchen der Bremischen Evangelischen Kirche. Neben den architektonischen Charakteristika des Notkirchenprogramms von Otto Bartning schildert sie die besonderen Eigenheiten jeder Notkirche, welchen großen und kleinen Herausforderungen sich die Gemeinden und Architekten zu stellen hatten.
Eine andere Bauaufgabe der Nachkriegszeit ist der Schulneubau. Aufgrund der im Kriege zerstörten Schulbauten und des gewaltigen Bevölkerungszuwachses bestand ein erheblicher Handlungsbedarf, den Rolf Kirsch in seinem Aufsatz anschaulich nachzeichnet. Dabei geht er u.a. auf die Entstehung und die Bedeutung des Bremer Schulprogramms ein, stellt die Pavillonschule als idealen Schultyp der Berger-Ära vor und erklärt, warum dieser scheinbar ideale Schultyp wieder an Bedeutung verlor. Beim Städtebau der 1950er-Jahre sollten die Architekten Max Säume und Günther Hafemann nicht ungenannt bleiben. Uwe Schwartz beschreibt deren Werdegang und Wirken in Bremen und stellt ein vorläufiges Werkverzeichnis vor. Indes erläutert Ottmar Struwe den Umbau des ab 1951 entstandenen ehemaligen Kontor- und Lagergebäudes der Weinhandelsfirma Reidemeister & Ulrichs in der Überseestadt. Über die Probleme der Sanierbarkeit der Nachkriegsbauten reflektiert Georg Skalecki und kommt zu dem Schluss, dass die klassischen denkmalpflegerischen Grundsätze auch bei diesen Bauten Anwendung finden können.
Wie üblich wird auch im 12. Band über neue unter Denkmalschutz gestellte Objekte berichtet.

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Herausgeber
Prof. Dr. Georg Skalecki, Kunst- und Architekturhistoriker sowie langjähriger Denkmalpfleger und
Mitglied des Fachbeirats für neue UNESCO-Welterbeanträge, leitet das Landesamt für Denkmal-pflege, die zentrale Fachbehörde für alle Fragen zu Denkmalschutz und Denkmalpflege im Land
Bremen. Die gesetzlichen Hauptaufgaben sind die Unterschutzstellung, die Erforschung und die
Pflege der Kulturdenkmäler in Bremen.

Georg Skalecki (Hg.)
"Denkmalpflege in Bremen"
Schriftenreihe des Landesamtes für
Denkmalpflege Bremen
Band 12
128 S., 132 Abb.
16,5 x 23,5 cm, broschiert
ISBN 978-3-8378-1045-5
5.90 €